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25.1.2021 - Reinhard Wirtz

5 grüne Unternehmen in Bremen

Windenergie

Nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften in der Hansestadt

Erneuerbare Energien sind eine der wichtigen Branchen grüner Unternehmen in Bremen
Erneuerbare Energien sind eine der wichtigen Branchen grüner Unternehmen in Bremen © WFB/Frank Pusch

Reicht es aus, auf dem Firmengelände einige schöne Bäume zu pflanzen und auf dem Dach einen Bienenstock neben der Photovoltaikanlage aufzustellen, um zu den „grünen Unternehmen“ zu gehören?

Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer Umfrage unter 7.000 jungen Berufseinsteigenden, Studierenden und Uni-Absolventen herausgefunden, dass Nachhaltigkeit vielen wichtiger ist als ein hohes Gehalt, ein sicherer Arbeitsplatz oder eine internationale Ausrichtung.

Personalverantwortlichen in Betrieben und Institutionen wird zunehmend bewusst, dass eine „grüne“ und „nachhaltige“ Unternehmensstrategie einen entscheidenden Vorteil beim Recruiting darstellen kann. Zumal weitere Untersuchungen belegen, dass diese einschlägige Erwartungshaltung sich inzwischen durch alle Altersgruppen zieht, wie das Handelsblatt kürzlich belegen konnte.

Grüne Unternehmen gibt es im Land Bremen zahlreiche, nicht erst seit Kurzem, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.

5 Grüne Unternehmen in Bremen

1. wpd gestaltet den Wandel
Klaus Meier überblickt das Areal der Überseeinsel (Archivbild)
Klaus Meier überblickt das Areal der Überseeinsel (Archivbild) © WFB/Frank Pusch

Gegründet 1996 in Bremen, ist wpd gemeinsam mit der Windindustrie groß geworden. Heute zählen die Bremer zu den großen europäischen weltweitagierenden Entwicklern und Betreibern von Windparks an Land und auf See sowie von Solarprojekten. 2.680 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen engagieren sich in 25 Ländern für das Unternehmen und bringen Erfahrungen aus dem Bau von 2.270 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 4.720 Megawatt ein. Pro Jahr errichtet wpd nach eigenen Angaben durchschnittlich rund 100 neue Windenergieanlagen.

Zur Unternehmensgruppe zählen die wpd AG (Entwicklung und Betrieb von Windparks, onshore und offshore), die wpd windmanager GmbH & Co. KG (kaufmännische Geschäftsführung und technische Betriebsführung) und die Deutsche Windtechnik AG (Wartung und Instandhaltung). Dr. Klaus Meier, wpd-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der wpd AG, verwandelt derweil quasi „nebenher“ 15 Hektar des ehemaligen Bremer Kellogg-Areals auf der Überseeinsel in ein neues innovatives, nachhaltiges urbanes Quartier mit wenig Autoverkehr, in dem Windstrom als Energie genutzt und eine weitgehende CO2-Neutra-lität erreicht werden soll.

„Wir bei wpd gestalten die Energiewende bereits seit mehr als 20 Jahren mit. Unsere Motivation ziehen wir aus der Überzeugung, dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darstellt. Mit unseren Projekten tragen wir maßgeblich dazu bei, dieser Aufgabe konsequent und schnell gerecht zu werden“, so Christian Schnibbe, Pressesprecher bei wpd.

2. Greenbox: Bio drin – Bio drum
Geschäftsführer Jörg Ziegler von Greenbox
Geschäftsführer Jörg Ziegler von Greenbox © WFB/Pusch

Catering, Außerhausverkauf, Coffee to go oder Lieferdienste – bestelltes Essen landet fast immer in einer Verpackung. Dass sich diese auch umweltfreundlich, nachhaltig und CO2-neutral herstellen lässt, zeigt die Greenbox GmbH & Co. KG. Mit ihrem Onlineshop für B2B-Kunden www.biologischverpacken.de handelt sie mit nachhaltigen Verpackungen und Gastronomiebedarf wie Tellern, Bechern, Tabletts, Schalen, Besteck, Boxen, Tüten, Gläsern oder Servietten. Die Einweg- oder Mehrwegbehälter bestehen dabei aus ganz verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Holz, Zuckerrohr, Palmblättern, PLA (Biokunststoff) und Bioverbundwerkstoffen.

Neben dem Handel unterstützen sie die Forschung an neuen Verfahren und Materialien für biobasierte Verbundstoffe in der Schwesterfirma Häppy Compagnie GmbH & Co. KG. Nachhaltigkeit bedeutet für das Unternehmen zudem soziale Verantwortung: So kommen die Palmblattprodukte aus Indien, wo sich ein Produzent – den strengen BSCI-Regularien folgend – für faire Entlohnung und sichere Arbeitsbedingungen einsetzt. Darüber hinaus unterstützen die Bremer ein Aufforstungsprojekt und kompensieren anfallende CO2-Emissionen.

„Wir werden unserer Verantwortung gegen über unserer Gesellschaft und unseren Mitarbeitern gerecht, indem wir uns dieser Verantwortung stellen und das tun, was wir tun können, um die Folgen unseres Wirtschaftens und Konsums abzumildern. Wir halten dies für selbstverständlich und hoffen, dass viele weitere Unternehmen sich dieser Verantwortung ebenfalls bewusst werden“, so Geschäftsführer Jörg Ziegler von der Greenbox GmbH & Co. KG.

3. Energiekontor: Pionier für Erneuerbare Energie
Energiekontor hat in 30 Jahren mehr als 126 Windparks realisiert
Energiekontor hat in 30 Jahren mehr als 126 Windparks realisiert © Energiekontor

1990 in Bremerhaven gegründet, zählt Energiekontor zu den Pionieren der Branche und ist heute einer der führenden deutschen Unternehmen für die Planung, den Bau und die Betriebsführung von Windparks im In-und Ausland. 2010 erweiterten die Bremer ihr Portfolio um den Bereich Solarenergie. Energiekontor betreibt darüber hinaus Wind-und Solarparks im eigenen Bestand mit einer Nennleistung von derzeit rund 280 Megawatt.

Rund um die regenerativen Energien deckt das Unternehmen damit eine breite Palette von der Akquisition, Planung, Projektierung, Finanzierung sowie dem Bau und Verkauf von Wind- und Solarparks bis hin zum Repowering ab. Neben dem Firmensitz in Bremen unterhält Energiekontor Büros in Bremerhaven, Hagen, Aachen, Bernau, Potsdam und Augsburg. Außerdem ist das Unternehmen mit Niederlassungen in Großbritannien, Portugal, den USA sowie in Frankreich vertreten.

Die stolze Bilanz seit der Firmengründung: 126 realisierte Windparks und zehn Solarparks mit einer Gesamtleistung von über 1 Gigawatt. Das entspricht einem Investitionsvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro. Die Aktien von Energiekontor sind seit dem Jahr 2000 bei der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

„Energiekontor verfolgt den Ansatz von 100 Prozent erneuerbarer Energie; das heißt, es ist unser Anspruch, in allen Märkten, in denen wir tätig sind, ohne staatliche Förderung auszukommen und Projekte zu realisieren, deren Erzeugungskosten unter denen konventioneller Kraftwerke liegen“, sagt Peter Alex, Head of Investor Relations bei Energiekontor.

4. Powertrust: Grüne Power aus Bremen
Powertrust-Geschäftsführer Mike Heger
Powertrust-Geschäftsführer Mike Heger © WFB/Frank Pusch

Die Powertrust GmbH („A Hoyer Energy Company“) ist ein Technologieunternehmen für Erneuerbare Energien mit Eigenentwicklung von Stromspeichersystemen. Das Bremer Unternehmen plant und realisiert Gesamtenergielösungen aus Photovoltaik und Stromspeichern mit Einbindung von Blockheizkraftwerken (BHKW) und Wärmepumpen bis zur Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Basis jeder Powertrust-Energielösung ist eine präzise Bedarfsanalyse thermischer und elektrischer Energie für jede Anwendung, auf deren Grundlage eine individuelle kundenspezifische Energielösung realisiert wird.

Seit Einstieg der Hoyer Unternehmensgruppe bei Powertrust im Januar dieses Jahres ist das Thema Elektromobilität und Ladeinfrastruktur stärker im Focus der Powertrust GmbH. Die Bremer unterstützen die Hoyer Unternehmensgruppe als Technologiepartner bei der Planung und Installation von  Schnellladestationen für die Hoyer eigenen Tankstellen sowie deren Ausstattung mit Photovoltaik und Stromspeichern als Puffer für Lastspitzen und schnelle Ladevorgänge.

Bei der Akkutechnik setzt Powertrust neben der bewährten Blei-Kristall-Technologie auch auf Lithium-Eisen-Akkus in ihren Stromspeichern. „Die Akkus sind praktisch genauso sicher wie Blei-Kristall-Akkus, bieten aber eine höhere Energiedichte und eine höhere Lade- und Entladeleistung. Wir haben mehrere Stromspeicher mit Lithium-Eisen-Akkutechnik in Feldversuchen, die alle sehr positiv verlaufen“, erklärt Powertrust-Geschäftsführer Mike Heger. Der Unternehmer hatte  im September 2018 die Powertrust GmbH als Alleininhaber übernommen und im Januar 2020 die Hoyer Unternehmensgruppe als Investor mit an Bord geholt.

5. Allos rund um Bio
Mehr als 400 Produkte hat die Allos-Manufaktur im Sortiment
Mehr als 400 Produkte hat die Allos-Manufaktur im Sortiment © Allos

Die Bremen-Zentrale der Allos Hof-Manufaktur befindet sich in einem modernen Bürogebäude in der Bremer Überseestadt direkt am Wasser. Innen dominieren helle und offene Flächen, grünes Moos-Dekor an den Wänden und Birkenhölzer. „Wir haben uns ganz bewusst so eingerichtet, wir möchten, dass alle Angestellten ein Gefühl für unsere Werte und Produkte bekommen“, sagt Christopher Hawkings, Leiter Human Resources des Unternehmens mit seinen 200 Beschäftigten.

Die Allos Hof-Manufaktur wurde 1974 gegründet und entstand aus der Selbstversorgerbewegung. Das Unternehmen verfügt über drei Standorte: Bremen, Drebber (Niedersachsen) und Freiburg. In Bremen sitzen Marketing und Vertrieb. Das Unternehmen ist Teil der französischen Ecotone-Gruppe, eines Lebensmittelkonzerns, der sich ebenfalls dem Bio- und Nachhaltigskeitsgedanken verschrieben hat. Die Allos Hof-Manufaktur gehört zu den Pionieren der Biobewegung und produziert seit den 1970er Jahren natürliche Lebensmittel wie vegetarische und süße Brotaufstriche, Müslis, Fruchtriegel und vieles mehr.

Rund 400 Produkte zählt das Sortiment, das vor allem in Bioläden oder Reformhäusern, aber auch im herkömmlichen Lebensmittelhandel angeboten wird. 70 Millionen Euro Umsatz erzielt das Unternehmen jährlich. „Wir sind stolz, zukunftsorientiert ein Stück leckere Bio-Revolution voranzutreiben. Wir verbinden dabei Menschen und Natur und helfen, ernährungsbewusstere Entscheidungen zu treffen. So wollen wir die Welt ein Stück besser machen. Für gesünderes Essen, gesündere Menschen und eine gesündere Welt“, sagt Christopher Hawkings, Leiter Personal bei Allos.

Förderprogramme AUF und PFAU
Mit den Programmen zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) und zur Förderung von Projekten der Angewandten Umweltforschung (AUF) der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau der Freien Hansestadt Bremen können innovative Forschungs- und Entwicklungs vorha-ben, die zu Umweltentlastungen und damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortsbeitragen, gefördert werden. Ansprechpartnerinist für Bremen die BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven und für Projekte in Bremerhaven die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH.

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