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23.5.2023 - Jann Raveling

Mit Stecker-Photovoltaikanlagen Energiekosten senken – diese zwei Gründer bringen Solarstrom in den Haushalt

Start-ups

mySolarFuture bietet Mini-Photovoltaikanlagen mit Service

Zwei Gründer vor einem Solarpaneel
Maurice Hott und Merlin Varol wollen Stecker-Photovoltaikanlagen in deutsche Haushalte bringen © WFB/Rathke

Stecker-Photovoltaikanlagen (kurz Stecker-PV), auch Balkonkraftwerke genannt, erzeugen unkompliziert klimafreundlichen, günstigen Strom. Die Sets aus Solarmodulen, Wechselrichter und Verkabelung gibt es mittlerweile sogar im Supermarkt zu kaufen. Doch auch wenn der Aufbau einfach ist, stellen sich für Mieter:innen wie Hausbesitzer:innen einige wesentliche Fachfragen vor dem Kauf – hier sieht die Green Circuits GmbH mit ihrem Onlineshop mysolarfuture.de ihre Chance.

Gleich zu Beginn räumen die beiden Gründer Merlin Varol und Maurice Hott mit einem Klischee auf: „Man nennt sie zwar auch Balkonkraftwerke, aber 95 Prozent unserer Kundinnen und Kunden bringen sie woanders an“, erzählt Merlin Varol. Auf dem Gartenhaus, dem Carport, auf dem Flachdach des Anbaus – überall, wo die Sonne für längere Zeit scheint, können die Solarmodule aufgestellt werden.

Stecker-PV boomt

Um das Thema ist ein regelrechter Hype entstanden, der Bedarf ist so hoch wie nie. Denn die kompakten Anlagen versprechen, die explodierenden Energiekosten ein wenig abzufedern, für einen erschwinglichen Preis und mit wenig bürokratischen Aufwand. Zwei Module gibt es schon für ein paar hundert Euro. „Sie amortisieren sich je nach Nutzung schon nach wenigen Jahren“, so Maurice Hott. Und reichen aus, um den Grundenergiebedarf an Strom zum Beispiel für Kühlschrank, Gefriertruhe oder Standby des Fernsehers rein über Solarstrom zu unterstützen.

Varol und Hott haben sich im Herbst 2022 zusammengetan, um mit der Green Circuits GmbH die Energiewende mitzugestalten. Sie bringen viel Expertise auf dem Gebiet mit: Während Varol lange Jahre im Immobilienwesen als Einkaufscenter-Manager arbeitete und ein Ingenieursstudium im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens absolvierte, schließt Hott gerade seine Doktorarbeit im Bereich Elektrotechnik ab. Dass sie als Geschäftsführer-Duo gut zusammenpassen, wissen sie schon sehr viel länger: Im Kindergarten bauten sie bereits gemeinsam Sandburgen – und hielten als Freunde seither engen Kontakt.

Balkonkraftwerk
Handlich und schnell aufgebaut - und längst nicht nur für den Balkon geeignet: Stecker-Photovoltaikanlagen boomen © WFB/Rathke

Service als Alleinstellungsmerkmal

Ihre Idee, Stecker-PV voranzubringen, ist keineswegs neu – auch Discounter wie Lidl haben die Solarmodule längst im Angebot. „Wir haben festgestellt, dass es viel Informationsbedarf gibt. Es ist nicht einfach damit getan, sich die Sets in den Einkaufswagen zu legen. Wir bieten eine fundierte Beratung, schnelle Reaktionszeiten und eine hochwertige Qualität, die durch lange Garantiezeiten auf die Komponenten abgesichert wird. Diese hochwertigen Komponenten kombinieren wir mit unserem nachhaltigen Service”, so Varol. Mit der Green Circuits GmbH vertreiben die beiden Stecker-PV-Sets sowie Zubehör unter der Marke mySolarFuture über ihren Onlineshop mysolarfuture.de und bieten umfangreichen Service sowie Know-how rund um Aufbau, Betrieb und Funktionsweise. Die Kundinnen und Kunden profitieren von der individuellen Beratung.

Große Nachfrage nach Stecker-PV

Dass ihr Servicekonzept aufgeht, haben sie bereits mehrfach bewiesen. Sie halten regelmäßig Vorträge vor Vereinen, auf Versammlungen oder Events. Auf der Verbrauchermesse „HanseBau“ im Januar 2023 zählten sie nach eigenen Angaben zu den bestbesuchtesten Ständen.

In vielen Städten gibt es bereits Förderprogramme, die Stecker-PV-Anlagen bezuschussen. Die beiden Gründer begrüßen das. „So kann jeder einen Beitrag zur Energiewende leisten und mit wenig Geld selbst Strom erzeugen. Das ist ein Beitrag zur nachhaltigen Bildung. Und deshalb sind wir so begeistert von dem Thema, weil wir niedrigschwellig viel erreichen können“, sagt der 30-jährige Hott. Für die Zukunft wünschen sich die beiden eine noch stärkere Förderung der Minikraftwerke auf Landes- und Bundesebene.

Auf die Anschaffungskosten bei Stecker-PV achten

Neben lokaler Präsenz und einem eigenen Onlineshop für die Photovoltaik-Sets bieten die beiden auch einen Montageservice an. „Man sollte aber vorher genau prüfen, ob man den Aufbau nicht auch allein schafft. Denn die Montagekosten wirken sich natürlich negativ auf die Amortisation aus“, rät Varol, der nach eigenen Angaben den Anlagenaufbau mittlerweile in fünf Minuten schafft. Aber auch ohne Übung sei es mit einer guten Anleitung in einer halben Stunde machbar. Wer ein oder zwei Module bei den beiden Gründern kauft, kann sie direkt in Bremen abholen, oder sie sich per Spedition liefern lassen.

Screenshot Onlineshop
Online bieten die beiden Gründer neben einem Shop auch viel Hintergrundwissen.

Neues Kompetenzzentrum Photovoltaik

Derzeit richten die beiden in Bremen ihren neuen Hauptsitz ein, nachdem sie im Herbst 2022 gründeten. Dabei haben sie bereits enge Bande zur Bremer Wirtschaft geknüpft: Das Photovoltaik-Unternehmen ADLER Solar beteiligte sich im Frühjahr 2023 als neuer strategischer Partner am jungen Unternehmen.

„Das ist der nächste große Schritt für uns“, freut sich Varol. „Wir gewinnen einen strategischen Partner an unserer Seite, mit dem wir nicht nur unsere Kompetenzen erweitern, sondern auch die Möglichkeit schaffen, unser Unternehmen schneller wachsen zu lassen. Gemeinsam mit den Geschäftsführern Gerhard Cunze und Tobias Döpkens planen wir den Aufbau eines Kompetenzzentrums für konventionelle Photovoltaikanlagen und Stecker-PV in Bremen.“

Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Bremen angekommen

Während der gebürtige Delmenhorster Varol schon seit Juli 2022 in Bremen lebt, will Hott nach Abschluss seiner Doktorarbeit in die Hansestadt ziehen. „Bremen bietet uns eine hohe Lebensqualität, man kann fußläufig oder mit dem Fahrrad überall hinkommen, das Arbeits- aber auch das Lebensumfeld ist gut. Ich habe schon in vielen Städten gelebt und jede hat ihre Vorzüge, für unsere Gründungsidee ist Bremen wegen seiner zentralen Lage in Nordwestdeutschland und der Logistikinfrastruktur ideal“, so Varol.

Beim Start unterstützte die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH das junge Unternehmen, bot Beratung und Services rund um die Ansiedlung in der Hansestadt bei der Suche nach Büroflächen oder Kontakt an.

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