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3.5.2024 - Kerstin Radtke

Stadtbummel und Zeitreise durch das älteste Viertel Bremens

Lebensqualität

Der Bremer Schnoor punktet mit Architektur, Gastronomie, Geschichte, Kultur und Shopping

Eine kleine bunte Straße mit Geschäften
Im Bremer Schnoor reihen sich kleine Geschäfte, Cafés und Kunstgalerien aneinander. © WFB / Carina Tank

Das Schnoorviertel – ein pittoreskes Quartier im Herzen der Bremer Innenstadt. Gemütlich schlendern sowohl Einheimische als auch Touristinnen und Touristen durch die verwinkelten Gassen. Links und rechts reihen sich liebevoll restaurierte kleine Häuser wie Perlen auf einer Schnur – im Plattdeutschen heißt es „Schnoor“ – aneinander, die urige Handwerksläden, kuschelige Konditoreien und Cafés oder einzigartige Kunstgalerien beherbergen. Wer durch den Schnoor schlendert, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit.

Auf das Quartier wurde 2018 auch die US-Zeitung „New York Post“ aufmerksam, die das Altstadtviertel im Rahmen einer Online-Bilderreihe als eine der „coolsten Straßen“ weltweite lobte – als einzige Empfehlung für Europa. Doch was macht den Schnoor zu einem solchen Anziehungspunkt für Bremen-Gäste und Einheimische?

"Besonders ist unter anderem die Kleinteiligkeit im Schnoor", weiß Karin Take, Projektleiterin Unternehmensservice und Vertrieb Bremen-Mitte bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. "Hier müssen manche Geschäftsleute mit nur wenigen Quadratmetern auskommen, um ihr hochwertiges Angebot zu präsentieren. Das macht aber das Einkaufserlebnis so einzigartig. Das Schnoor-Quartier ist unser autofreies Kleinod, es punktet mit einem unvergleichlichen Ambiente. Die historische Kulisse verschafft dem Shopping-Erlebnis echten Mehrwert."

Facettenreiches Quartier: Shopping und Gastronomie

Wer Gelegenheit hat außerhalb der Öffnungszeiten der Restaurants und Cafés durch die idyllischen Straßen zu spazieren, erlebt frühmorgens, abends oder nachts ein malerisches Idyll jenseits der Großstadthektik. Tagsüber ist der Schnoor natürlich gut besucht und entsprechend quirlig. Im abwechslungsreichen Angebot hinter historischen Mauern gibt es schließlich Hochwertiges und Brementypisches zu entdecken. In den charmanten, niedlichen Shops lässt es sich hervorragend stöbern und auf der Suche nach Souvenirs und Bremensien wird man schnell fündig. Die vielfältige Shoppingwelt beinhaltet Bücher und Bürsten, Kerzen und Kinderkleidung, Seifen und Strickwaren, Musikinstrumente und Noten. Aber auch Spielzeug und Modellspielwaren und sturmerprobte Regenschirme vom traditionsreichen Schirmmacher sind erhältlich und Weihnachtsträume werden im Schnoor ganzjährig wahr. Übrigens haben die Geschäfte vom 1. April bis 31. Dezember auch sonntags von 11 und 16 Uhr geöffnet.

Auf einem Tisch stehen zwei Becher Kaffee. Eine Hand greift zu einem Becher
Stilecht kaffeesieren mit Blick auf die charmanten Fachwerkhäuser. © WFB / Carina Tank

Kulinarisches darf im gemütlichen Viertel natürlich nicht fehlen. Bremer Spezialitäten wie Kluten, Klaben und Babbeler lassen sich dort genauso genießen wie Tee, Kaffee und Bonbons, selbstgemachtes Eis und Waffeln. Neben traditionsreichen Bäckereien, Cafés, Teestübchen und Konditoreien locken viele gemütliche Restaurants in den Schnoor. Die Bandbreite reicht dabei von traditioneller Bremer Küche, wo Labskaus, Grünkohl und Knipp aufgetischt werden, über Fischgenuss bis hin zu internationalen Spezialitäten wie spanischen Tapas, marokkanische und mediterrane Spezialitäten oder Sushi.

Kunst und Kultur im Schnoor

Kleine Kunstgalerien reihen sich ebenfalls in die schmucke Perlenschnur – auch das eine Übersetzung von „Schnoor“ – ein und entführen in die kreative Welt moderner Kunst. Antike Möbelstücke, Dekoratives, Pflanzen und viele weitere ausgefallene Schätze findet man im „Schnoor One“ – dort hat Fotograf und Künstler Phil Porter einen einzigartigen Laden mit Erlebnischarakter geschaffen. Plattdeutsch-Fans sollten unbedingt der Bibliothek des Instituts für niederdeutsche Sprache einen Besuch abstatten.

Abgerundet wird das kulturelle Programm im Schnoor mit dem Theaterangebot. Die perfekte Lage hat das Bremer Geschichtenhaus. Das deutschlandweit einzigartige Konzept steht für lebendig erzählte Stadtgeschichte: Historische Berühmtheiten entführen die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung hautnah in ihre Welt. Da darf gelacht und gestaunt werden und ab und zu wird es sogar etwas gruselig. Das Packhaustheater im Schnoor bietet derweil einen humorvoll-modernen Spielplan. Kulturelles wartet ebenso am Straßenrand und auf den kleinen Plätzen, wo Brunnen und Skulpturen an reale und fiktive Bremerinnen und Bremer erinnern.

Ein blaues Gebäude
Das Packhaustheater im Schnoor © WFB / Carina Tank

Mittelalterliches Gassenviertel mit Fachwerk und Kopfsteinpflaster

Die mehr als 100 kleinen Wohn- und Handwerkerhäuser, deren Ursprünge teils bis ins Mittelalter zurückreichen, blieben vom Zweiten Weltkrieg größtenteils verschont blieben, wurden über die Jahre liebevoll restauriert und stehen heute unter Denkmalschutz. Erreichbar ist das nach seiner kleinen, aber feinen „Hauptstraße“ benannte Viertel von allen Seiten: Vom Weltkulturerbe Rathaus und Roland, Dom und Marktplatz ist es nur ein Katzensprung, von der Weser wenige Schritte und auch vom Amtsgericht und der Kunsthalle aus sind Besucher innerhalb weniger Minuten vor Ort.

Dank mittelalterlichem Fachwerk und schmaler Gassen mit Kopfsteinpflaster fühlen sich Flaneurinnen und Flaneure in vergangene Zeiten zurückversetzt. Das Gebäude-Ensemble im Schnoor gehört zum vielfältigen und umfangreichen Denkmalbestand der typisch ist für Bremen. Hinter alten, behutsam restaurierten Fassaden an den verwinkelten Straßen wartet allerlei Sehenswertes.

Eine winzige Gasse mit dem Hochzeitshaus
Hinter den Fassaden warten viele Überraschungen – zum Beispiel das vermutlich kleinste Hotel der Welt. © WFB / Melanka Helms-Jacobs

Eine der Türen führt zum Beispiel ins vermutlich kleinste Hotel der Welt, das Hochtiedshus – das Hochzeitshaus. Die Tradition der Hochzeitshäuser stammt noch aus dem Mittelalter. Junge Paare mieteten sich für einige Nächte hier ein, wenn sie vom Land in die Stadt kamen, um im Bremer Dom zu heiraten. Denn wer damals in Bremen heiraten wollte, muss nachweisen, dass er sich hier eine eigene Wohnung leisten konnte. Heutzutage können frisch Vermählte ihre Flitterwochen im Hochzeitshaus verbringen – aber auch Paare ohne Heiratsabsicht können die romantische Atmosphäre des kleinsten Hotels der Welt genießen.

Eine Übernachtungsmöglichkeit der besonderen Art findet man abseits des geschäftigen Treibens im einzigen Kloster der Stadt, dem Birgittenkloster, das im Jahr 2002 seine Pforten öffnete. Das Kloster entstand nach Plänen des Bremer Architekten Ulrich Tilgner, der für helle Räume, warme Farben und schöne Ausblicke auf die Altstadt sorgte.

Eine Gruppe von Menschen hört einem Mann zu
Ob klassisch, kulinarisch oder bei Nacht – das Angebot an Führungen durch den Schnoor ist groß. © WFB / Jonas Ginter

Im Schnoor flaniert und bummelt man durch unvergleichlich malerische Gassen und erlebt restaurierte Fachwerkhäuser wie an nur wenigen anderen Orten deutschland- und weltweit. Hier lässt sich immer etwas Neues entdecken. Und wer mehr über die Geschichte des Schnoors erfahren, die kulinarische Seite des kleinen Quartiers näher kennenlernen oder einen nächtlichen Bummel durch das Viertel genießen möchte, kann an einer der zahlreichen und facettenreichen Führungen teilnehmen – buchen kann man diese über die Bremen Information oder die Website des Bremen Tourismus.

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