+49 (0) 421 9600-10
24.5.2017 - Jann Raveling

10 Windenergieunternehmen in Bremen – von hier weht der Wind!

Windenergie
Firmen der Windenergiebranche in der Hansestadt

Von Produktion bis Montage und Netzanschluss - Bremer Unternehmen bilden die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft ab
Von Produktion bis Montage und Netzanschluss - Bremer Unternehmen bilden die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft ab © WFB

120 Windkraft-Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 4.200 Beschäftigten haben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Bremen angesiedelt. Seit 1990 entstehen hier Windenergieanlagen. Und in Bremerhaven wurde kürzlich der Prototyp der derzeit größten Offshore-Windkraftanlage der Welt aufgebaut.

Beeindruckende Fakten, die zeigen: Im kleinsten Bundesland ist die Windkraft eine große Nummer – auch trotz kaum vorhandener Flächen für große Windparks. In Bremen hat sich viel Know-how entlang der gesamten Wertschöpfungskette angesammelt.

Exemplarisch zeigen wir hier zehn Firmen der Windbranche mit Ursprung in Bremen, die für lange Erfahrung und innovative Ideen stehen. Wer einen Windpark bauen willen, braucht das Bundesland also gar nicht erst zu verlassen.

Eine ausführliche Liste gibt es in unserem Branchenkatalog Windenergie (PDF).

1. wpd AG

Auf internationalem Parkett plant, finanziert und entwickelt die wpd Windparks – sowohl an Land, als auch zur See. Das Unternehmen hat bereits Projekte mit über 4,1 Gigawatt Gesamtleistung realisiert und ist mit 18 Standorten weltweit vertreten. Als Projektierer plant die wpd jeden Schritt: Von der Analyse des Geländes, über die betriebswirtschaftliche Einschätzung, Finanzierung, Ein- und Verkauf sowie das Management. In der Gesamtgruppe arbeiten über 1.500 Angestellte.

2. Energiekontor AG

Auch das Energiekontor plant Windparks. Es gehört zu den Pionieren seiner Branche, mit dem Gründungsjahr 1990 – als Anlagen noch in kW statt MW beziffert wurden. Über 100 Windparks wurden seitdem realisiert, auch in England und Portugal. Neben neuen Parks steht auch die Planung von Repowering-Projekten und Solarparks auf dem Programm des Bremer Unternehmens.

3. Energiequelle GmbH

Energiequelle projektiert Windparks – aber darüber hinaus noch viel mehr: Auch Biogas & Photovoltaik, Stromspeicher und die Anbindung an die Energienetze übernimmt das Bremer Unternehmen. 200 Mitarbeiter sitzen an den Standorten Deutschland, Frankreich und Finnland.

4. Nordwest Assekuranzmakler GmbH & Co. KG

Der NW Assekuranz versichert Windparks sowohl off- als auch onshore. Dabei ist das Geschäft weit mehr als es auf den ersten Blick scheint: Die Technische Risikoeinschätzung, Analyse und Beurteilung gehört ebenso dazu wie Abwicklung von Schadensfällen oder die versicherungstechnische Begleitung über die gesamte Lebensdauer hinweg.

5. ADWEN Offshore, S.L.

Adwen stellt Windkraftanlagen in Bremerhaven her. Knapp 700 Beschäftigte produzieren hier für die Offshore-Industrie. Weitere Ingenieure sitzen in Bremen. Adwen-Anlagen gehören zu den Pionieren der deutschen Offshore-Windenergie, der erste deutsche Offshore-Windpark „alpha Ventus“ wurde mit sechs 5-Megawatt-WKA ausgestattet, damals noch unter der ehemaligen Firmierung „Areva“. Insgesamt hat Adwen bereits 600 Megawatt an Anlagenleistung installiert und zwei weitere Gigawatt in Planung. Direkt am Standort ist im Frühjahr 2017 auch die derzeit größte Windkraftanlage der Welt, ein 8 MW-Prototyp mit einem Rotordurchmesser von 180 Metern, entstanden.

Das Getriebe des Adwen 8 Megawatt-Prototyps wurde im Bremer IWES DyNaLab getestet - auch in der Windkraft-Forschung ist Bremen spitze
Das Getriebe des Adwen 8 Megawatt-Prototyps wurde im Bremer IWES DyNaLab getestet - auch in der Windkraft-Forschung ist Bremen spitze © Adwen

6. pb+ Ingenieurgruppe AG

Jede Windkraftanlage ist ein wenig anders – je nachdem, auf welchem Boden der Turm steht oder in welcher Höhe die ideale Windausbeute herrscht. Es gibt viele Faktoren, die bei der Planung miteinbezogen werden müssen. Das übernehmen dann Ingenieurbüros wie pb+. Mit ihrem großen Team aus über 40 Mitarbeitern planen sie Bauwerke, sorgen für Brand- und Schallschutz, erstellen Pläne für die Konstruktion und Überwachen den Bau selbst. Ob für die einzelne Windkraftanlage oder den gesamten Park.

7. Rhenus Offshore Logistics

In der Offshore-Windenergie ist die Logistik besonders anspruchsvoll: Aufgrund der unberechenbaren Nordsee können Dienstleister und Baucrews an 50 Prozent der Tage gar nicht erst zu den Plattformen auf hoher See aufbrechen, da ein Übersetzen vor Ort zu gefährlich wäre. Am Rest der Tage sind Logistikexperten wie Rhenus unterwegs. Das Unternehmen bringt Baustoffe, Fachkräfte und Versorgungsgüter per Schiff auf die Umspann- und Konverterstationen sowie an die Windkraftanlagen. Im Hafen versorgt es Schiffe und kümmert sich ums Handling und die Planung.

8.  REETEC GmbH

Aufbau, Montage, Service & Wartung – Reetec sorgt dafür, dass Anlagen aufgebaut werden und dann auch stehen bleiben. Dafür ist jede Menge Geschick vonnöten, denn die Anforderungen an die Anlagen wechseln, je nach Standort, Umgebung und Umwelteinflüssen. Über die eigentliche Anlage hinaus plant Reetec Trassen, die Netzauslegung, erstellt Kosten-Nutzen-Analysen oder elektrotechnische Genehmigungsverfahren mit den Behörden. Denn die Anbindung an das Stromnetz ist mindestens so komplex wie der Bau der Anlagen.

9. Rope Access Solutions GmbH

Ohne professionelle Industriekletterer geht beim Windkraftanlagenbau oberhalb des Fundaments nichts. Das Bremer Unternehmen Rope Access führt Kletterarbeiten in der On- und Offshore-Windenergie durch und bildet in Kursen Fachkräfte wie Elektriker oder Schlosser zu Industriekletterern weiter. Das Team ist außerdem auf die Höhenrettung spezialisiert und erstellt Rettungskonzepte für Höhenbauten.

10. edWin GmbH

Ungefähr ein Drittel aller Beschäftigten in den Erneuerbaren Energien stammen aus der Windbranche (ca. 140.000 Beschäftigte). Damit dem Norden immer genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, gibt es die edwin Academy – education in wind technology. Die Lehreinrichtung bildet junge Menschen und erfahrene Fachkräfte in Elektrik, aber auch im Arbeiten in der Höhe oder anderen Sicherheits- und Fachthemen aus und weiter.


Weitere Artikel zur Windenergie auch auf unserer Themen-Übersichtsseite


Näheres zu Förderprogrammen für die Windkraft gibt es bei Dieter Voß, Tel.: 0421 361-32175, dieter.voss@wah.bremen.de.

Windenergie
06.12.2017
Wenn Windkraftanlagen in Rente gehen

Rotorblätter trotzen Wind und Wetter jahrzehntelang. Ihre Zähigkeit wird in der Entsorgung zum Problem: Sie verrotten kaum, ihre Verbrennung ist fast unmöglich. Die bremische neocomp GmbH hat ein bundesweit einmaliges Verfahren entwickelt, mit dem glasfaserverstärkte Kunststoffe umweltfreundlich recycelt werden.

Stadtentwicklung, Gewerbeflächen, Immobilien
09.11.2017
In der Überseestadt geht es hoch hinaus

Das Unternehmen MEB Services hat in der Bremer Überseestadt ein Schulungs-, Trainings- und Prüfungszentrum eröffnet. Auf rund 2.000 Quadratmetern dreht sich hier künftig alles um Arbeitssicherheit in luftiger Höhe.

Digitalisierung / Industrie 4.0
10.10.2017
Industriekletterer nun auch digital gesichert

Industriekletterer sind überall dort gefragt, wo es in die Höhe geht. Die Bremer Rope Access Solutions unternimmt nun auch digitale Höhenflüge: Durch die Bremer Beratungsförderung zur Digitalisierung konnte sich das Unternehmen Fördermittel für ein Digitalprojekt sichern. Zusammen mit den IT-Spezialisten von HEC heißt es nun: Auch digital ist alles sicher.

Windenergie
15.08.2017
Windenergiepionierin Irina Lucke: „Gemeinsam Höhen und Tiefen meistern!“

Irina Lucke ist seit Dezember 2016 Vorstandsvorsitzende der Windenergie-Agentur WAB e.V. Für ihre Amtszeit hat sich die Unternehmenschefin und Offshore-Pionierin klare Ziele gesetzt: Die Energiewende vorantreiben und Ausbauziele erhöhen. Wie sie das schaffen will, verrät sie in unserem Interview.

Windenergie
25.07.2017
Mit Schwingungsmessungen die Anlagenlaufzeit verlängern

Eine Windkraftanlage muss im Laufe ihres Lebens Wind und Wetter trotzen. Die hohen Belastungen können zu Schäden am Fundament führen, welche den Weiterbetrieb der Anlage gefährden. Um rechtzeitig gegenzusteuern, hat die bremische wpd windmanager GmbH & Co. KG ein Verfahren zur Schwingungsmessung entwickelt und bereits erfolgreich eingesetzt.

Internationales
20.07.2017
Offshore-Windenergie: Bremen goes East, Taiwan goes West

In 2025 soll rund 20 Prozent der in Taiwan benötigten Elektrizität aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Offshore-Windenergie. Auf der Suche nach kompetenter Unterstützung reiste eine taiwanesische Delegation daher nach Bremen und wurde überrascht, wie viele Parallelen es in der Entwicklung gibt – nur sind Bremen und Deutschland Taiwan um gut 15 Jahre voraus.

Neu in Bremen
15.06.2017
DEME: Fokus Offshore von Bremen aus

Hohe See, Merkur oder Borkum Riffgrund 2: GeoSea ist am Bau der größten Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee beteiligt. Projekte, die aus einer Partnerschaft mit Hochtief hervorgegangen sind und die die deutsche Tochter der belgischen DEME Gruppe aus gutem Grund von Bremen aus betreut.

Windenergie
31.03.2017
Das Windrad zum Nachbau – wie Horst Crome die Welt mit Windenergie versorgt

Professor Horst Crome ist einer der Pioniere der Windenergie. Tausende seiner KUKATE-Windenergieanlagen versorgen ländliche Gegenden in aller Welt mit Strom und Wasser. Mit seinen 72 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören – und hat viele Ideen für die Nutzung von Wasser, Wind und Sonne.

Windenergie
14.02.2017
Bergsteiger auf hoher See

Hauptsache schwindelfrei! Die meisten der Stahlbau- und Schweißspezialisten der mh² offshore GmbH aus Bremerhaven haben eine Zusatzausbildung als Industriekletterer. Sie sind zur Stelle, wenn es selbst an der Küste gewaltige Höhen zu überwinden gibt – zum Beispiel bei Arbeiten an Offshore-Windkraftanlagen.

Windenergie
31.01.2017
Wartungskosten in der Offshore-Windkraft senken mit preInO

Die Instandhaltung macht bis zu 25 Prozent der Gesamtkosten eines Offshore-Windparks aus. Das Forschungsprojekt preInO möchte diese Kosten nun reduzieren mittels Methoden künstlicher Intelligenz und automatischer Selbstorganisation. Wie Forscher aus Bremen die Offshore-Windenergie günstiger machen

Windenergie
10.01.2017
Förderprojekt in der Windenergie: Neues Flügel-Konzept reduziert Lasten

Dank neuem Rotorblattdesign zu leichteren und kostengünstigeren Windkraftanlagen: Wie ein Bremer Forschungsprojekt mithilfe der WFB und Förderung aus dem Programm für anwendungsnahe Umwelttechniken die Windenergiebranche revolutionieren will.

Digitalisierung / Industrie 4.0
13.09.2016
Zwischen Weltall, Wind und Welle: Kommunikation in Offshore-Windparks

Offshore-Windparks entstehen dutzende Kilometer vor der Küste. Dorthin reichen kein Handynetz und keine Internetverbindung. Das Projekt Com4Offshore will dies ändern und die Projektkommunikation vereinfachen. Dazu nutzt es Cloud- und Satellitendienste, um alle Beteiligten in Echtzeit zu vernetzen.

Windenergie
30.08.2016
Rotorblatt-Inspektion auf 6 Uhr

Mit einem kompakten Kamerasystem machen die Bremer Unternehmen REETEC und Gullyver die Inspektion von Offshore und Onshore-Windenergieanlagen effizienter. Kai Jäger und Sebastian Anders erklären, wie das funktioniert.

Windenergie
02.08.2016
BladeMaker - Hände für Fertigungsroboter kommen aus Bremen

Im Projekt BladeMaker arbeiten Wissenschaftler daran, die Fertigung von Rotorblättern für Windkraftanlagen zu automatisieren. Eine Forschungsgruppe am Bremer BIK übernimmt dabei die Entwicklung der Hände des Roboters.

Windenergie
28.06.2016
Monopiles vibrieren und nicht rammen – Tests zum Nachweis der Tragfähigkeit

Für den Betrieb von Windkraftanlagen ist es wesentlich, Tragfähigkeit und Lebensdauer der Bauteile zu kennen. Die Bremer Firma GEO-ENGINEERING hat ein Verfahren entwickelt, diese zu bestimmen. Im Gespräch erläutern Professor Tobias Mörz und Diplom-Ingenieur Benjamin Ossig die Neuartigkeit der Methode – und was sie außerdem erforschen.

Maritime Wirtschaft und Logistik
14.06.2016
Belieferung von Onshore-Windparks aus dem Neustädter Hafen

Der Umschlag von Stückgut über den Neustädter Hafen hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Dazu trägt auch die Energiewende bei: Insbesondere die Verladung von großen Bauteilen für Windparks sorgt dafür, dass in vielen Nächten Schwertransporte den Hafen verlassen. Dafür sorgen auch die verbesserten Rahmenbedingungen im Land Bremen.

Windenergie
03.05.2016
Offshore-Windenergie – was die Forschung leisten muss

„Digitalisierung bei Betrieb und Instandhaltung von Offshore-Windparks“ lautete die Überschrift der Innovationswerkstatt am 07. April 2016 im BITZ. Vertreter aus Industrie und Forschung trafen sich um gemeinsam an den Optimierungspotenzialen der Branche zu arbeiten.

Windenergie
18.04.2016
Windenergie-Start-up evoblade: Angewandte Forschung und Gründergene

Mit Luftströmen kennt Dr.-Ing. Frank Kortenstedde sich bestens aus. Innerhalb der Dissertation hat der 44-Jährige erste Ansätze für ein innovatives Strömungselement entwickelt, das mittlerweile Kern des Start-ups evoblade ist. Seit 2014 feilt er mit drei weiteren Mitstreitern an der Unternehmensidee. Im kommenden Jahr gehen die Ingenieure an den Markt.