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Wagon Automotive Bremen: rasante Expansion - Quelle: WFB/Rathke
5.3.2024 - Jann Raveling

5 Ansiedlungen in Bremen – und was aus ihnen geworden ist

Erfolgsgeschichten

Wie ideale Bedingungen und Rund-um-Service Unternehmen an die Weser zieht

Neu in Bremen: Jedes Jahr zieht es dutzende Unternehmen an die Weser. Sie begeistern sich für die verkehrsgünstige Lage, gute Infrastruktur und das große Markpotenzial der Hansestadt. Und sie investieren langfristig am Standort, wie diese fünf Unternehmen zeigen.

Sie profitieren dabei von den sechs Standortfaktoren, die Bremen ausmachen, aber auch den Services der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Viele der ehemals neu angesiedelten Firmen sind seit Jahren und Jahrzehnten in Bremen und fühlen sich hier wohl.

5 Ansiedlungen in Bremen – 5 Erfolgsstories


1.    GOP Varieté-Theater – seit 10 Jahren erfolgreich in Bremen

GOP Varieté-Theater
GOP Varieté-Theater – seit 10 Jahren erfolgreich in Bremen © WFB/Rathke

„Sentimientos“ lautet der Titel der aktuellen Show, „leidenschaftlich und poetisch und im selben Augenblick feurig und voller Lebensenergie“, verspricht die Programmankündigung des GOP Varieté- Theater Bremen. Es könnte ebenso eine Kurzcharakteristik für die Atmosphäre sein, wenn im größten und modernsten privat finanzierten Varieté-Theater-Neubau in Deutschland der Vorhang aufgeht.

Zum GOP mit Weserblick am Kopf der Überseestadt gehören neben dem Varieté-Theater auch das Restaurant „Leander“ und die ADIAMO Eventlocation. Für den kommenden Sommer kündigt Philipp Peiniger, Direktor GOP Bremen, einen Relaunch des Restaurantkonzepts für das „Leander“ an und versichert: „Im GOP wird es garantiert nie langweilig!“ Offenbar keine Übertreibung, wie die Besucherstatistik zeigt: Im Dezember 2023 konnte das GOP den millionsten Gast begrüßen.

Feiern konnten die rund 100 Mitarbeitenden in Bremen 2023 auch das zehnjährige Bestehen am hiesigen Standort. Das GOP war 2013 eine der ersten kulturellen Investitionen in der Überseestadt. Mit tatkräftiger Unterstützung der Wirtschaftsförderung und anderer begeisterter Förderinnen und Förderer konnte das GOP damit in Bremen an eine lange Varieté-Tradition anknüpfen. Unter dem Dach der GOP Entertainment-Group wirken zurzeit neben Bremen sechs weitere Spielstatten mit angegliederter Gastronomie. Gesellschafterin ist die Familie Grote, die seit über 50 Jahren erfolgreich in der Gastronomie und Unterhaltung tätig ist.

2.    TEAM-BEVERAGE AG – sechs Jahre Hansestadt

TEAM-BEVERAGE AG
TEAM-BEVERAGE AG – sechs Jahre Hansestadt © WFB/Rathke

Wenn es um Getränke geht, ist hierzulande meistens die Bremer Team Beverage AG im Spiel. Sie ist mit ihrem Netzwerk in den Absatzkanälen Convenience, Gastronomie, Getränke- Einzelhandel und -Großhandel die marktführende Distributions-, Einkaufs-, Vermarktungs- und Dienstleistungsplattform der Getränkebranche in Deutschland. In Bremen, Rostock und Eggenfelden (Niederbayern) sind mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit beschäftigt, die richtige Ware zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gelangen zu lassen.

Die Gruppe hatte 2018 ihren Hauptsitz aus dem niedersächsischen Wildeshausen in das Europa-Center im Bremer Gewerbegebiet Airport-Stadt verlegt. Unter dem Dach der Gruppe sind mehrere Gesellschaften aktiv, darunter die Team Beverage Großhandel GmbH mit ihrer Verbundgruppe GFGH aus 64 Partner:innen, die 53.000 Gastronom:innen und Hotelbesitzer:innen in ganz Deutschland zu ihren Kunden zahlt. Zur AG gehört auch die Team Beverage Einzelhandel GmbH, die bundesweit 1.250 Getränkemärkte vermarktet, unter anderem „GetränkePartner“, sie betreibt auch das Getränkeportal „Wir-liefern-Getraenke.de“. Von ihrem Standort in Rostock aus koordiniert die Team Beverage Solution GmbH die Getränkebelieferung, Vermarktung und Abrechnung von circa 14.900 Kundinnen und Kunden in den Sektoren Convenience und Systemgastronomie.

Die offene, herstellerunabhängige Gastronomie-Plattform „Gastivo“ der gastivo portal GmbH, einer Tochtergesellschaft der Team Beverage AG, versteht sich als das führende Portal für Gastronom:innen und deren Lieferantinnen und Lieferanten. Und schließlich verfugt die Gruppe mit der Team Business IT über eine eigene IT-Einheit, die auch Partner:innen und externen Auftraggebenden IT-Dienstleistungen anbietet.

3.    Wagon Automotive Bremen: rasante Expansion

Wagon Automotive Bremen GmbH
In der Hansalinie nahe dem Bremer Werk der Mercedes-Benz AG produziert die Wagon Automotive Bremen GmbH Karosserieteile aus Stahl und Aluminium. © WFB/Rathke

In direkter Nachbarschaft zum Bremer Werk der Mercedes-Benz AG produziert die Wagon Automotive Bremen GmbH Karosserieteile aus Stahl und Aluminium für Verbrenner und Elektro-Pkw/Lkw. Zu ihrer Hauptkundschaft zahlen Scania und Mercedes. Auf den hochmodernen Anlagen entstehen einfache Strukturteile, komplexe Bodengruppen und Außenhaut-Module, in den Produktionshallen geben Roboter den Takt vor.

2016 als hundertprozentige Tochter der süddeutschen Wagon Automotive Nagold GmbH gegründet, hat Wagon Automotive Bremen seit ihrer Ansiedlung in Bremen eine rasante Entwicklung hingelegt. Begonnen hat das Unternehmen mit einer Hallenflache von 10.000 Quadratmetern im Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) in einem Mietobjekt. 2017 wurde mit einer Hallenflache von 4.200 Quadratmetern auf eigenem Areal im Gewerbepark Hansalinie mit dem Bauabschnitt 1 ein eigenes Werksgelände bezogen und bereits 2019 konnte mit der Realisierung des zweiten Bauabschnitts eine Hallenflache von insgesamt 25.000 Quadratmetern in Betrieb genommen werden. Der Bauabschnitt 3 mit weiteren 15.000 Quadratmetern ist aktuell in der Planung. Circa 150 Arbeitsplatze bietet Wagon Automotive Bremen aktuell, 87 Mitarbeitende davon sind direkt bei dem Zulieferer beschäftigt.

Werksleiter und Prokurist Daniel Bert blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir sind gut in das neue Jahr gestartet. Die Produktion der Baureihen, die wir beliefern, zieht sukzessiv an, wodurch sich unsere Anlagen ihren Kapazitätsgrenzen nähern. Endlich können wir uns, nach den Auswirkungen der Pandemie, mit positiven Problemen auseinandersetzen und müssen uns keine Gedanken machen, wie wir unsere Belegschaft produktiv beschäftigen können.“

4.    Velo Lab auf der Erfolgsspur

Velo Lab auf der Erfolgsspur
Das Team von Velo Lab: Stathis Stasinopoulos hat 2017 sein Business gestartet. © WFB/Rathke

Fahrrad zu fahren, Fahrräder zu designen, zu entwickeln und zu bauen, das sei seine Obsession, bekennt Stathis Stasinopoulos. Seine Heimat Griechenland zu verlassen, um in Bremen eine eigene Fahrradproduktion aufzubauen, sei eine strategische Entscheidung gewesen. Der nordeuropäische Markt ist von Bremen aus leicht zu beliefern und die Wege in nahegelegene Großstädte wie Hamburg, Berlin oder Kopenhagen sind kurz.

Stasinopoulos hat hier in der Fahrradstadt Bremen im Jahr 2017 seinen Traum von einer Fahrradmanufaktur verwirklicht. Zunächst in einer kleinen Werkstatt auf dem Gelände der ehemaligen Zigarettenfabrik Brinkmann, nach einer weiteren kurzen Zwischenstation mit tatkräftiger Unterstützung durch die Wirtschaftsforderung auf dem Kellogg-Areal. Mit innovativen (Lasten-)Rädern aus eigener Fertigung trifft das Unternehmen Velo Lab auf großen Zuspruch: Rund 200 Auftrage konnten Stasinopoulos und seine sieben Mitarbeitenden allein im Jahr 2022 entgegennehmen. Das Unternehmen wachst rasch, der Renner ist das unkonventionelle 16,5 Kilo leichte Gravel-Lastenrad Gravel Karo.

Wie geht es weiter? „Design und Entwicklung sind der erste Schritt, das Geschäft weiter erfolgreich zu betreiben und die Produktion auszuweiten ist die schwierigere Aufgab“, mutmaßt Stathis Stasinopoulos. „Das ist kapitalintensiv und erfordert erhebliche Anstrengungen“, so der Grunder. Klar ist: Rund 700 bis 1.000 Rader pro Jahr wollen Stasinopoulos und sein Kompagnon Jap Kellner bald ausliefern, alle aus eigener Produktion, nichts von der Stange.

5.    NEVARIS prägt die Baubranche

Das Team von Nevaris prägt die Baubranche
Nevaris entwickelt und vertreibt Softwarelösungen für Architektinnen und Architekten sowie Bauunternehmen. © WFB/Rathke

Bremen bietet ein gutes Umfeld für unsere technologische und wirtschaftliche Entwicklung, in dem wir weiter wachsen können.“ Das sagt Ruth Schiffmann, Geschäftsführerin der NEVARIS Bausoftware GmbH im Europa-Center in der Airport- Stadt. Die Entwicklung des Unternehmens zeigt, dass diese Aussage Substanz hat. Die 1982 gegründete NEVARIS, die Teil der weltweit agierenden, börsennotierten Nemetschek Group ist, entwickelt und vertreibt ganzheitliche baubetriebliche und baukaufmännische Softwarelösungen für Architektinnen und Architekten sowie Bauunternehmen – vom kleinen Büro bis zum großen Baukonzern. Zentrales Thema ist die Effizienzsteigerung der Bauindustrie.

So entwickelt und vertreibt NEVARIS ein führendes ERP-System für Baukonzerne, mit dem sich das gesamte Unternehmensgeschick steuern lasst – von Controlling, über Material- und Personalwirtschaft bis hin zu Abrechnung. Darüber hinaus ist NEVARIS auch für die Entwicklung der in Deutschland äußerst populären Baustellenmanagement-App „123erfasst“ bekannt. Diese App übergibt alle Abläufe auf der Baustelle ins Büro und bildet so sämtliche Prozesse digital ab. In einer light-Variante lasst sich die App für Kleinstunternehmen kostenfrei einsetzen. An acht Standorten in Deutschland, Osterreich und der Schweiz beschäftigt das Unternehmen inzwischen 250 Mitarbeitende, davon rund 100 in Bremen. NEVARIS zahlt circa 5.500 Anwender:innen zur Kundschaft, darunter Großkundinnen und -kunden in der Region wie ZECH und Matthai.

In stürmischen Zeiten, die derzeit dem Bauen zu schaffen machen, fühlt man sich bei NEVARIS eher resilient aufgestellt. Ruth Schiffmann: „Mit unserer Ausrichtung über den gesamten Baulebenszyklus haben wir ein unglaubliches Potenzial, die Branche weiter zu prägen und zu transformieren. Und auch wenn wir uns in unserem Geschäft internationaler aufstellen und ausrichten, bleibt Bremen unsere Heimat.“

Ansiedlung in Bremen

Unterm Strich betreut die WFB bei ihrer nationalen und internationalen Akquisition in der vergangenen Dekade (2013 bis 2023) durchschnittlich 28 Unternehmen pro Jahr. Neben der Orientierung an traditionellen Bremer Schlüsselsektoren wie Logistik, Nahrungs- und Genussmittel, Automotive sowie Luft- und Raumfahrt liegen auch neue Schwerpunkte im Trend, darunter Wasserstoff, KI und IT-Industrie. Die WFB unterstützt Unternehmen individuell bei Standort- und Immobiliensuche, beim Start in Bremen und allen Fragestellungen rund um den Standort.

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