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8.3.2024 - Mona Fendri

Zum Weltfrauentag 2024: Diese Bremerinnen fördern die Bremer Wirtschaft

Erfolgsgeschichten

Unternehmerinnen, Kreative und Wissenschaftlerinnen aus der Hansestadt

Eine Fotocollage von mehreren Frauen
© WFB

Am 8. März 2024 findet der internationale Tag der Frau statt, auch Weltfrauentag genannt. Ob Wasserstoffexpertin, Inklusionspionierin, Luft- und Raumfahrtingenieurin oder Existenzgründerin – zu diesem Anlass stellen wir elf Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kreative aus Bremen vor, die sich für die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Wissenschaft in der Hansestadt stark machen.

11 erfolgreiche Frauen und Frauenprojekte aus Bremen:

Eine Frau mit braunen Haaren und einem braunen Blaser lehnt sich an eine Wand
Catherine Rau ist Systemingenieurin für Hochauftriebssysteme bei Airbus. © WFB/Jann Raveling

Catherine Rau – Luft- und Raumfahrtingenieurin

Mit Begeisterung für die Luft- und Raumfahrttechnik und einem Abschluss in der Tasche, startete Catherine Rau ihre Karriere bei Airbus im ECOMAT in Bremen. Während ihres Masterstudiums widmete sie sich am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Entwicklung von CFD-Simulationen für Hochauftriebssysteme. Unterstützt von Experten des DLR und Airbus gelang ihr der fließende Übergang zu ihrer Position als Systemingenieurin für Hochauftriebssysteme bei Airbus. Ihre Leidenschaft für die Luft- und Raumfahrt begleitet sie schon seit ihrer Kindheit – damals war ihr Wunsch noch, Astronautin zu werden. Inzwischen interessiert sie vor allem die Technik hinter dem Flugzeugbau. „Zu wissen, dass man einen Teil dazu beiträgt, Flugzeuge zu verbessern und sie klimafreundlicher zu machen, ist meine größte Motivation“, schwärmt sie. Ihr Tipp an angehende Luft- und Raumfahrttechnik-Studierende: auf die Schwerpunkte an den Hochschulen und die Industriepräsenz am Studienort zu achten.

Frau und Roboter
Dr. Kristina Kühn wünscht sich mehr Frauen in der IT - und forscht an den Ursachen © WFB/Rathke

Dr. Kristina Kühn – Frauen in IT-Jobs

In Bremen liegt der Frauenanteil in IT-Kernberufen bei knapp 19 Prozent. Doch warum ist es so? Warum gibt es so wenig Frauen in IT-Jobs? Dr. Kristina Kühn, Wissenschaftlerin am Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen, erforscht die Gründe für den niedrigen Frauenanteil in IT-Berufen und setzt sich aktiv dafür ein, den Zugang für Frauen in der Branche zu erleichtern. Dabei beteiligte sie sich an dem kürzlich beendeten Bremer Forschunfgsprojekt F.IT „Frauen in IT“, das vor allem Frauen ohne Studienabschluss oder Frauen, die auf verschiedenste Weise benachteiligt sind, adressierte. Laut Dr. Kühn sei es wichtig, dass sich junge Frauen vernetzen und Einblicke – zum Beispiel durch Praktika – in die MINT-Berufe bekommen. Das Potenzial von Frauen in der IT anzuerkennen und zu fördern ist ihrer Meinung nach essenziell.  

Eine Frau mit Kurzhaarfrisur und gestreiftem Oberteil sitzt an einem Tisch
Maren Handwerk, Geschäftsführerin des Zertifizierungsdienstleisters CE-CON. © SWHT/Jann Raveling

Maren Handwerk – Entgelttransparenz im Betrieb

Ein gerechtes und von allen Mitarbeitenden akzeptiertes Gehaltsmodell etablieren: Das ist der Anspruch des Bremer Zertifizierungsdienstleister CE-CON. Das ist nicht nur fair, damit will der Betrieb auch im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hervorstechen. Das Unternehmen berät Hersteller:innen bei der CE-Kennzeichnung gemäß EU-Richtlinien, bietet Workshops, Coachings und eine eigene Software zur Digitalisierung des Prozesses. Maren Handwerk ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von Ce-CON. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichstellung und faire Bezahlung sind für sie zentrale Stellschrauben für den Unternehmenserfolg. Ihrer Erfahrung nach führt die Einführung eines transparenten Gehaltmodells zu offeneren Gesprächen im Team. Laut Maren Handwerk sei die Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse ein zentrales Element ihres Arbeitsmodells, denn „so etwas funktioniert nur, wenn alle mitziehen“, ist sie überzeugt.

Julia Kerwat an der Kaffeemaschine
Julia Kerwat interessierte sich schon vor ihrem Studium für Speciality Coffee. © WFB / Jan Rathke

Julia Kerwat – Juli liebt Kaffee

Julia Kerwat hat sich den Traum vom eigenen Café erfüllt: „Juli liebt Kaffee“ ist ein inhabergeführtes, gemütlich-modernes Stadtteilcafé, das mit seinem warmen Ambiente, einer hochwertigen Kaffeeauswahl und besonderen Frühstücksangeboten sowohl Bremer:innen als auch Touristinnen und Touristen anzieht. Das Café legt großen Wert auf Regionalität und Qualität, sowohl bei den angebotenen Kaffeespezialitäten als auch bei den Zutaten für die Frühstücksspeisen. Durch ihre Leidenschaft für Kaffee und ihr Engagement in der Bremer Gastronomiebranche wurde Julia Kerwat zusammen mit ihrem Team mit dem Tourismuspreis 2022 als Bremer „Gastgeberin des Jahres“ ausgezeichnet. Und auch in Zukunft setzt sie sich dafür ein, ihren Gästen ein tolles Caféerlebnis zu bieten und dazu beizutragen, ein positives Image der Bremer Gastronomiebranche zu fördern.

Kira Petrov vor einer Tür
Am „Theater 11“ in Bremen arbeiten heute Menschen aus einem Dutzend Nationalitäten zusammen. „Eine Bühne für Persönlichkeitsentwicklung. Wir spielen in deutscher Sprache“, so die Integrationsexpertin Kira Petrov © WFB/Lehmkühler

Kira Petrov – Theaterintendantin und Integrationsförderin

Kira Petrov weiß, wie es ist, sich fremd zu fühlen. Mit 15 kam sie als Spätaussiedlerin von Sibirien nach Bremen, heute hilft die Intendantin des „Theater 11“ Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine und anderen Ländern, sich zu integrieren und ihre Stärken durch Theaterprojekte zu entdecken. Petrov setzt sich aktiv für Integration, Empowerment und Spracherwerb ein, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen und dem Bedarf der Kinder. Das Theater dient als geschützter Raum, in dem die Jugendlichen sich entfalten können, ohne Vorurteile. Zusätzlich zu den Integrationsprojekten leitet Petrov das Empowerment-Projekt „#GirlPowerStage“, das jungen Mädchen hilft, ihre Stärken zu erkennen, Visionen für die Zukunft zu entwickeln und sich selbstbewusst zu präsentieren. Durch Trainings- und Coachingstunden fördert sie Schauspielkunst, Präsenz und Persönlichkeitsentwicklung bei den Teilnehmerinnen. Petrovs Arbeit zeigt, wie Theater als Instrument zur Integration, Selbstentfaltung und Stärkung junger Menschen dienen kann.

Mehrere Frauen sitzen an einem Tisch und blicken in die Kamera
Ein Teil des Teams der frauenseiten.bremen © frauenseiten

„frauenseiten.bremen“ – das Team hinter dem feministischen Blog

Was bedeutet eigentlich FLINTA? Was ist feministische Außenpolitik? Wie unterscheidet sich Frauengesundheit von Männergesundheit? Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen gibt es bei den „frauenseiten.bremen“. Dabei handelt es sich um einen feministischen Blog, der sich Anfang der 2000er Jahre in Bremen etabliert hat und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wurde – 2023 feierte er 20-jähriges Jubiläum. Durch die Förderung von Medienkompetenz und die aktive Gestaltung des Internets durch weiblich gelesene Personen leisten die frauenseiten einen wichtigen Beitrag zur Gleichberechtigung. Das Redaktionsteam, bestehend hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, setzt sich für die Vielfalt der Frauen ein und bietet Raum für unterschiedliche Perspektiven und Generationen. Angeschoben wurde das Projekt von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF), die inhaltliche Fachaufsicht innehat. Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH stellt als Dienstleisterin eine Koordinatorin aus ihrer Online-Abteilung zur Verfügung und übernimmt den technischen Support der Seite.

Frau Cesar
Anne-Catherine Caesar steht in ihrem Geschäft im Bremer Viertel. © WFB/Lehmkühler

Anne-Catherine Caesar – Haushaltswaren und Mini-Baumarkt in der nächsten Generation

Ob Töpfe, Eierbecher, Schraubenziehen, Mörtel oder Geschirr: Das Fachgeschäft Caesar im Bremer Viertel bietet eine einzigartige Mischung aus Haushaltswaren und Mini-Baumarkt, die es zu einem der letzten seiner Art macht. Anne-Catherine Caesar ist bereits seit 2016 in der Geschäftsführung tätig und repräsentiert die nächste Generation des Familienbetriebs. Mit einer breiten Auswahl an Utensilien für den Haushalt und DIY-Bedarf sowie persönlicher Beratung und wertvollen Tipps für ihre Kundinnen und Kunden hat sich das Geschäft einen festen Platz in Bremen erarbeitet. Die Kombination aus Tradition, Kundinnen- und Kundennähe und Wandlungsfähigkeit hat Caesar über die Jahre so erfolgreich gemacht.

Neele Buchholz in ihrem WG-Zimmer.
Neele Buchholz in ihrem WG-Zimmer. © WFB/Björn Hake

Neele Buchholz – Tänzerin und Schauspielerin

Neele Buchholz spielte bereits an der Seite bekannter TV-Stars wie Frederick Lau, modelte für Werbekampagnen und stand im Januar 2024 für die Theaterproduktion „T4. Ophelias Garten“ in Bremen auf der Bühne. Das Besondere: Die 32-jährige Schauspielerin und Tänzerin hat Down-Syndrom. Trotz aller Widerstände erfüllte sie sich ihren Traum von der Schauspielerei und vom Profitanz. Nachdem sie bereits mit drei Jahren in einer inklusiven Tanztheatergruppe tanzte, entschied sie sich nach diversen Praktika und gegen den Rat ihres Berufsberaters, professionell zu tanzen. Sie setzte sich durch und wurde als erste Bremerin mit Behinderung fest im Verein Tanzbar Bremen angestellt. Inzwischen ist Neele Buchholz als Tänzerin und Schauspielerin selbstständig tätig und arbeitet daran, sich künftig weiter in ihrem Beruf zu etablieren.

Drei Gründer:innen vom Designstudio
Haben gemeinsam koralle gegründet: Anselm Stählin, Tanja Engel und Paula Süveges © Wenzel Stählin

Tanja Engel und Paula Süveges – Unternehmerinnen mit Purpose

Wer im Internet nach einer Übersetzung des Begriffs „Purpose“ sucht, findet „Zweck“ und „Sinn“ ganz oben in der Liste – zusammen mit dem Hinweis, dass Purpose inzwischen in der Unternehmenswelt eine bedeutsame Rolle spielt. Tanja Engel und Paula Süveges gründeten zusammen mit Diplomdesigner Anselm Stählin das Sozialunternehmen koralle, um Prozesse zu gestalten und Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln. „In Bezug auf Unternehmen bedeutet Purpose, eine Existenzberechtigung jenseits von Gewinnmaximierung zu haben“, erläutert Tanja Engel. Unternehmen mit Purpose seien zukunftsfähiger und könnten Mitarbeitende besser gewinnen und halten, ist sie sich sicher. Sozialunternehmen bieten gute Anknüpfungspunkte für klassische Unternehmen auf der Suche nach Purpose – diese könnten von Sozialunternehmen lernen, indem sie auf Kooperation setzen, flexibel bleiben, alte Muster überwinden und Strukturen verändern.

Eine Frau mit blauem Blaser steht vor Geräten
Verantwortlich für das Kompetenzfeld Wasserstoffanwendungen im ttz Bremerhaven: Sara Hritz-Hagenah © SWHT / Jan Rathke

Sara Hritz-Hagenah – Wasserstoffexpertin aus Bremerhaven

Ein Testzentrum für Wasserstoff vor der Haustür, das große Ganze im Blick: Sara Hritz-Hagenah ist Kompetenzfeldleiterin im Bereich Wasserstoff im ttz Bremerhaven. Sie ist davon überzeugt, dass diese Technologie entscheidend dazu beitragen kann, die Energiewende voranzutreiben und den Klimawandel zu bekämpfen. Besonders stolz ist sie darauf, das Kompetenzfeld für Wasserstoffanwendungen ins Leben gerufen zu haben und arbeitet seither an wegweisenden Projekten wie der Entwicklung einer Methanol-Produktionsanlage für den deutschen Forschungskutter Uthörn. Ein weiteres Projekt an dem sie im Rahmen des ttz arbeitet ist die Schaffung eines Wasserstoff-Testzentrums, eine Anlaufstelle, die es kleineren und mittelständischen Unternehmen ermöglichen soll, Wasserstoffanwendungen zu testen.

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