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23.5.2016 - Maike Bialek

So schmeckt Bremen

Tourismus
Essen serviert im Bremer Ratskeller
© Maike Bialek

Ja, ich gebe es zu: Wenn man zum ersten Mal über die typisch bremischen Spezialitäten liest und dabei Namen fallen wie Kohl und Pinkel, Labskaus oder Knipp, dann hält sich die Begeisterung der meisten Menschen in Grenzen. Auf der anderen Seite machen Bezeichnungen wie Hochzeitssuppe, Kaffeebrot oder Backfisch vielleicht aber auch Lust aufs Ausprobieren.

Als gebürtige Bremerin und langjärige Verkosterin der nordischen kulinarischen Spezialitäten kann ich sagen: Es lohnt sich.

Und aus diesem Grund folgt hier nun auch endlich der Blogbeitrag, der schon lange überfällig war und die Frage beantwortet: Wo kann man denn in der Stadt mal so richtig typisch bremisch futtern?

Die Auswahl fällt nicht leicht, denn wir haben eine ziemlich große Zahl von richtig tollen Restaurants. Also habe ich mir zunächst ein paar Kriterien zurechtgelegt, die die von mir dargestellten Häuser auszeichnen sollten: eine große Auswahl an typisch bremischen Gerichten, eine schöne Lage (entweder historisch, zentral oder an besonderen Plätzen, wie zum Beispiel direkt an der Weser) und ein schönes Ambiente. Ausgenommen habe ich außerdem Gastronomien, die sich auf Fisch spezialisiert haben (hierzu mache ich noch mal einen gesonderten Beitrag). Und schließlich sollte es bevorzugt um Hauptspeisen gehen, so dass ihr hier auch keine Cafés oder Kneipen finden werden (Kaffee, Bier und Wein gehören elementar zu Bremen, aber darüber lest ihr in unseren anderen Blogbeiträgen auch noch eine Menge).

Also dann: Guten Appetit beim Lesen ;-)

Bremer Ratskeller

Collage: Gewölbehalle im Ratskeller, Essen serviert, Maike Bialek im Ratskeller
© Maike Bialek

Im Bremer Ratskeller schenkte der Kellermeister bereits seit 1409 edle Tropfen aus. Mit 650 verschiedenen Sorten beherbergt er die größte Sammlung deutschen Weins. In der großen Gewölbehalle, zwischen Säulen und Prunkfässern mundete es auch schon Berühmtheiten wie Heinrich Heine, Siegmund Freud oder Wilhelm Hauff.

  • Auszug aus der Karte: Bremer Kartoffelsuppe mit krossem Speck, Bremer Brotzeit vom Brett, Traditionelles Bremer Seemannslabskaus, Knipp, Oma´s Sonntagsbraten, Bremer Pannfisch, Bremer Rote Grütze mit Vanillesauce
  • Adresse: Am Markt, 28195 Bremen,
  • Mein persönlicher Tipp: Unbedingt die Pumpernickelmousse mit Zimt-Zucker-Kaffeebrot als Nachtisch (zu sehen im Titelbild dieses Blogbeitrags) probieren, falls sie gerade auf der Karte ist. Und natürlich ein Glas erlesenen Wein zur Mahlzeit.

Bratwurstglöck’l Stockhinger vs. Martin Kiefert

Collage: Bratwürste serviert und Gebäude
© Maike Bialek

Der Streit, wer in Bremen die beste Bratwurst macht, ist wohl letzten Endes Geschmackssache und nicht aufzulösen. Direkt nebeneinander liegen direkt neben dem Rathaus die beiden favorisierten Konkurrenten. Lieber Stockhinger Rostbrat mit Brötchen oder Kieferts Bratwurst mit Hausmacher Kartoffelsalat? Ich lege mich da lieber nicht fest … einfach beide genießen.

  • Adresse: Liebfrauenkirchhof, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Wer etwas anderes als Bratwurst möchte, kann ja mal das wunderbar gnitschige Eibrötchen bei Kiefert testen. Dafür bin ich als Kind durchs Feuer gegangen!

Becks in ‘n Snoor

Collage: Restaurantgebäude, Speisekarte und Schild von Becks in Schnoor
© Maike Bialek

Mitten im Schnoorviertel liegt das traditionsreiche Restaurant. Typisch bremische Gerichte und rustikale Hausmannskost im historischen Ambiente.

  • Auszug aus der Karte: Bremer Hochzeitssuppe, grüne Krabbensuppe, Bremer Matjesbrot, Kutterscholle, Hausmacher Sülze, Kohl und Pinkel (nach Saison), Rote Grütze
  • Adresse: Schnoor 34/36, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Vor oder nach dem Essen gemütlich durch das historische Schnoor-Viertel bummeln und ne tüchtige Portion Bremer Geschichte einatmen.

Grauer Esel

Collage: Restaurant von außen und innen, Vorspeisenteller Grauer Esel
© Maike Bialek

Hier am Utkiek in Bremen-Vegesack lebt das maritime Herz der Hansestadt. Direkt am alten Museumshaven (dem ersten künstlichen Hafen Deutschlands) liegt das historische und stets der Sturmflut ausgesetzte Haus. Gebaut 1777 als Viehstall, diente es bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Schenke. Das älteste Bauensemble Vegesacks.

  • Auszug aus der Karte: Kartoffelschaumsuppe mit Nordseekrabben, Vorspeisenteller „Grauer Esel“ mit viel Fisch und Meeresfrüchten, Labskaus, Bremer Knipp – kross gebraten, heiße Zwetschgen nach altem Hausrezept
  • Adresse: Am Vegesacker Hafen 10, 28757 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Ein Spaziergang an der Maritimen Meile macht Appetit, denn hier ist der Ort, wo „der Fluss das Meer schon schmeckt“, Abstecher zum Schulschiff Deutschland, zum Museumshaven oder dem Alten Hafenspeicher.

Schüttinger Gasthausbrauerei

Collage: Schüttinger Gasthausbrauerei Speisekarte, Restaurant von innen, Zitat
© Maike Bialek

Die alte Bremer Tradition der Hausbrauerei wurde durch die Schüttinger Gasthausbrauerei seit 1990 wieder zum Leben erweckt. Sie ist damit die älteste Gasthausbrauerei in der Hansestadt Bremen. Es geht rustikal zu: Auf langen Bänken rückt man gern zusammen. Und wenn man sich noch nicht kennt, kommt man sich schnell näher.

  • Auszug aus der Karte: Elbe-Weser-Platte mit den typischen Spezialitäte wie Knipp oder Labskaus, Nordischer Backfisch, Brathering süß-sauer, Schüttinger Treberschnaps, Werder-Schluck (grün-weiß)
  • Adresse: Hinter dem Schütting 12-13, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Im Schüttinger wird noch selbst gebraut. Also darf ein Glas süffiges, untergäriges Schüttinger-Bier nicht zur Mahlzeit fehlen. Wie wär’s: Das 10-Liter-Fass wird direkt am Tisch serviert …

Gasthof zum Kaiser Friedrich

Collage: Gasthof zum Kaiser Friedrich: Außenansicht und Speisekarte
© Maike Bialek

Der Gasthof zum Kaiser Friedrich liegt direkt im Bremer Schnoorviertel und ist eines der ältesten Restaurants in Bremen. Erbaut wurde das denkmalgeschützte Haus um 1630 im barocken Stil. Klassisch gemütlich eingerichtet mit zusätzlichen 40 Außenplätzen im Sommer.

  • Auszug aus der Karte: Hackepeterbrot, Bauernfrühstück, Rote Grütze, große Auswahl an belegten Broten mit Schinken, Matjes, Krabben oder Knipp, Strammer Max
  • Adresse: Lange Wieren 13, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Warum immer aufwändig, wenn es auch simpel total lecker schmeckt? Hier gibt’s tolle belegte Brote – mit hausgemachtem Sauerfleisch: Unbedingt probieren!

 

Und? Appetit bekommen? Dann mal schnell einen Tisch reservieren! Und weil ich hier noch lange nicht alle tollen Restaurants erwähnen konnte, folgen demnächst noch weitere Blogbeiträge, zum Beispiel zum Thema „Fischspezialitäten“ oder „Bremisch kaffeesieren“. Ich freue mich natürlich auch über eure Restaurant-Tipps und -Empfehlungen  in den Kommentaren!

Ach, und noch ein kleiner Tipp:  wenn ihr mal eine Kleinigkeit „Auf die Hand“ oder für liebe Freunde und Verwandte mitnehmen wollt, dann schaut doch mal in der Schnoorbäckerei vorbei. Ich könnte euch jetzt ganz viel erzählen von Kaffeebrot, Klaben und Kluntjes, aber das ist eine andere Geschichte …

Bremer Klaben im Schaufenster der Bäckerei im Schnoor
© Maike Bialek

Und wenn ihr jetzt noch immer Lust habt, mehr über bremisches Essen zu erfahren, dann schaut doch mal in unsere Blogrubrik “Essen und Trinken” und hier ein paar weitere Linktipps:

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