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2.12.2021 - Jann Raveling

And the winner is … das sind die drei Bremer Sozialunternehmen des Jahres 2021

Social Entrepreneurship

Preis der WFB würdigt gesellschaftliches Engagement

Jugendlichen einen Ausbildungsplatz vermitteln, Geflüchtete über Arbeit integrieren oder nachhaltige Alltagsprodukte verkaufen – die drei Erstplatzierten des Preises zum ersten „Bremer Sozialunternehmen des Jahres“ bereichern die Stadtgesellschaft auf ihre jeweils ganz eigene Art.

„Hier entstehen werthaltige Produkte, die auch andere Unternehmen und Menschen inspirieren, mehr für unsere Gesellschaft zu tun“, sagte Thorsten Tendahl, Leiter der Abteilung Akquisition und Projekte der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH anlässlich der Preisverleihung im November 2021. Als eine der ersten Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Deutschland nimmt die WFB Sozialunternehmen in den Fokus ihrer Aktivitäten.

Gesellschaft und Wirtschaft profitieren gleichermaßen von Sozialunternehmen

Sozialunternehmen wollen mit neuartigen Ideen gesellschaftliche Herausforderungen angehen. Sie nutzen betriebswirtschaftliche Methoden – und schaffen damit Mehrwerte, die in Arbeitsplätzen, aber auch einer sozialeren und ökologischeren Gesellschaft resultieren. Ihr Ziel ist es, positive Wirkung zu erreichen, nicht maximalen Profit zu herauszuschlagen.

Ihnen gelingt das, indem sie benachteiligte Kinder und Jugendliche ausbilden, Mittellose weiterbilden oder umweltfreundliche Produkte herstellen und verkaufen. „Sie schaffen dadurch auch monetäre Vorteile für den Staat, dieser spart zum Beispiel Transferleistungen. Gleichzeitig machen sie unsere Wirtschaft widerstandsfähiger, indem sie mehr Menschen an ihr teilhaben lassen“, bestätigt auch Hans-Georg Tschupke, Leiter der Abteilung Innovation, Industrie, Digitalisierung der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa das große Potenzial sozialunternehmerischer Initiativen.

Der erste Bremer Sozialunternehmenspreis spiegelt genau das wider. Unter 25 Bewerbungen wählte eine Fachjury im November 2021 die drei erstplatzierten Unternehmen aus. Die freuten sich über Preisgelder in Höhe von insgesamt 26.500 Euro. Der Preis wurde initiiert von der WFB mit dem Ziel, Aufmerksamkeit für alternative Wirtschaftsformen zu schaffen und Sozialunternehmen in Bremen finanziell zu unterstützen.

Die drei erstplatzierten Sozialunternehmen im Kurzporträt:

1. Platz. Joblinge gAg (12.000 Euro)

Siegerehrung
Der erste Preis ging an Joblinge, v.l.n.r.: Hans Georg Tschupke, Abteilungsleiter Innovation, Industrie, Digitalisierung bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tamara Kassow, Projektleiterin nationale Ansiedlung der WFB, Elias Wührmann, Verena Lenzen, Edda Pohl, Lara Krone und Julia Sollbusch von der JOBLINGE gAG und Thorsten Tendahl, Abteilungsleiter Akquisition und Projekte bei der WFB © WFB/Rathke

Seit 2018 sind die Joblinge in Bremen aktiv. Die Münchener Organisation mit 30 bundesweiten Standorten arbeitet mit sozial benachteiligten Jugendlichen. Das Ziel: Sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt vermitteln. Dazu führen die Joblinge Bewerbungstrainings, Präsentationsworkshops oder Zeitmanagementseminare durch und geben Jugendlichen die Chance, sich einen Praktikumsplatz zu erarbeiten. Das Team in Bremen steht dazu in engem Kontakt mit zahlreichen Unternehmen, Institutionen und Verbänden aus der Hansestadt. Sie konnten bereits über 200 Jugendliche in 76 verschiedene Berufe erfolgreich vermitteln.

Aus der Jurybegründung:

„Der erste Platz geht in diesem Jahr an ein Sozialunternehmen, dass sich einer besonderen Zielgruppe widmet und versucht, dieser den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Sie sind ein Teil einer bundesweit agierenden Sozialunternehmensorganisation und bereichern die Bremer Sozialunternehmens-Landschaft mit ihrem Engagement. Die Jury ist begeistert von der Wirkung, die das Unternehmen mit seiner Arbeit mit den Jugendlichen und jungen Leuten erreicht. Sie will die gesellschaftlich relevante Arbeit der Joblinge gAG würdigen und gratuliert zum ersten Platz.“

2. Platz: weserholz (8.500 Euro)

Siegerehrung
Der zweite Preis ging an Weserholz, v.l.n.r.: Hans Georg Tschupke, Abteilungsleiter Innovation, Industrie, Digitalisierung bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tamara Kassow, Projektleiterin nationale Ansiedlung der WFB, Armando Cornejo Chávez, Paula Süveges, Anselm Stählin, Tanja Engel, Co-Gründerinnen und -Gründer von Weserholz, Thorsten Tendahl, Abteilungsleiter Akquisition und Projekte bei der WFB © WFB/Rathke

Das Designstudio legt in seiner Arbeit großen Wert auf Partizipation – auf Teilhabe aller Gesellschaftsgruppen. Die vier Gründerinnen und Gründer wollen mit Institutionen, mit Unternehmen oder Personengruppen gemeinsam Produkte, Orte und Bildungskonzepte gestalten. Ein Designstudio, das Wert auf Partizipation und Co-Kreation legt, wie sie es ausdrücken.

In einem mehrfach ausgezeichneten Projekt hat das Gründungsteam jährlich einer Gruppe an Menschen mit Fluchterfahrung neue Perspektiven gegeben. Die jungen Erwachsenen lernten in einer kleinen Werkstatt nebst Unterrichtsraum im Bremer Stadtteil Walle vormittags Deutsch und Mathe und nachmittags das Tischlern und Gestalten von Möbeln. Zudem durchliefen sie eine individuelle Berufsorientierung und erhielten eine enge Begleitung auf ihrem Weg in die Ausbildung, Einstiegsqualifizierung, Arbeit oder auch Schule.

Aus der Jurybegründung:

"Mit dem zweiten Platz wird ein Sozialunternehmen gekürt, das nicht nur Werder Bremen von seiner Arbeit überzeugen konnte. Sie verbinden auf sehr erfolgreiche Art und Weise Design und Handwerk und runden ihr Angebot mit der Integration von Geflüchteten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus ab. Ihre Arbeit wird von der Jury als besonders innovativ bewertet. Das Team mit seiner Bewerbung einen mehr als positiven Gesamteindruck hinterlassen."

3. Platz Glückswinkel (6.000 Euro)

Siegerehrung
Dritter Preis für "Glückswinkel", v.l.n.r.: Hans Georg Tschupke, Abteilungsleiter Innovation, Industrie, Digitalisierung bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Thorsten Tendahl, Abteilungsleiter Akquisition und Projekte der WFB, Fiona Brinker und Anne Bink, Gründerinnen der „Glückswinkel“ Bink Brinker GbR und Tamara Kassow, Projektleiterin nationale Ansiedlung der WFB © WFB/Rathke

Der „Glückswinkel“ ist ein Einzelhandelsgeschäft in Bremerhaven mit nachhaltigen und verpackungsfreien Waren. Neben Lebensmitteln führen die beiden Gründerinnen Anne Bink und Fiona Brinker dort Produkte aus den Bereichen Haushalt, Spielzeug, Bücher und Kleidung sowie Kleinkindbedarf. Zudem sind sie mit einem eigenen Unverpackt-Truck auf Wochenmärkten im Bremerhavener Umland unterwegs. Sie engagieren sich darüber hinaus für die Stadtgesellschaft, bieten etwa einen kostenfreien Lastenradverleih und planen weitere nachhaltige Projekte mit Kitas oder Schulen.

Aus der Jurybegründung:

"Ein wahres Sozialunternehmen durch und durch gewinnt heute den dritten Platz beim „Bremer Sozialunternehmen des Jahres 2021“. Den Nerv der Zeit treffend, betreiben die Sozialunternehmerinnen aus Bremerhaven einen kleinen, aber sehr feinen Unverpacktladen in der Alten Bürger in der Seestadt. Die Jury honoriert den Mut und Kreativität der Gründerinnen 2018, den ersten Laden seiner Art in Bremerhaven eröffnet zu haben. Heute ist er nicht mehr aus der Stadt wegzudenken und wir wünschen alles Gute für die Zukunft und gratulieren dem Glückswinkel ganz herzlich." 

Der Wettbewerb fand im Rahmen des von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa geförderten Projekts „Förderung der Solidarischen Wirtschaft, Genossenschaften und Social Entrepreneurship“ statt. Unter dem gemeinsamen Projekt vereinen sich Maßnahmen des Starthauses Bremen, der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) sowie der Wirtschaftsförderung Bremen. Alle haben das gemeinsame Ziel, Bremen als Standort für Sozialunternehmen attraktiver zu machen und die Gründung sowie Ansiedlung dieser Unternehmen zu fördern.

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