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24.5.2024 - Mona Fendri

Slow Fashion für Gentlemen

Innenstadt im Wandel

Die Herrenmaßschneiderei tepeMEN setzt auf qualitativ hochwertige, individualisierte Herrenmode

Ein Mann steht neben einer Schaufensterpuppe mit Jacket
Ein wahrer Connaisseur: Henning Tepe ist mit Mode großgeworden. © WFB / Jan Rathke

Die Arme sind zu lang, die Beine zu kurz oder die Schultern zu breit – bei der Wahl eines Anzugs kommen viele Männer spätestens bei der Anprobe in die Bredouille. Doch gerade bei der eigenen Hochzeit oder bei einem wichtigen Geschäftstreffen sollte der Anzug bestens sitzen. Henning Tepe weiß Abhilfe zu schaffen: Vom Hemd bis zum Schuh – bei tepeMEN kann sich der Herr von Welt passgenau ankleiden.

Mit Mode großgeworden

Individuell, stilsicher und passgenau gekleidet ist auch Henning Tepe, der Inhaber von tepeMEN, wenn er seine Kunden in seinem neuen Ladengeschäft in der Bremer Knochenhauer Straße mit einem sympathischen Lächeln und einem festen Händedruck begrüßt. Ein kurzes Gespräch mit ihm genügt, um sich bewusst zu werden: Der Mann kennt sich mit Herrenmode und Stoffen aus. Kein Wunder, denn Mode liegt in der Familien-DNA.

„Meine Großmutter hat 1960 in Osnabrück angefangen, Herrenhemden umzuschneidern und zu reinigen“, erzählt Tepe stolz. „Ihr ist dann aufgefallen, dass hauptsächlich Frauen in ihren Laden kamen. Daraufhin hat sie angefangen, Damenmode zu verkaufen und hat sich mit der Zeit zu einer ziemlich guten Händlerin entwickelt.“ Zusammen mit ihren zwei Söhnen baute sie ein Unternehmen für Damenmode auf. 2005 stieg Henning Tepe kurzzeitig in die Firma ein, bevor er für eine bekannte Bremer Modemarke tätig wurde. 2013 machte er sich schließlich selbstständig und gründete die Marke tepeMEN, die sich fast ausschließlich auf klassische Herrenmode fokussiert. „Meiner Meinung nach wird der klassische Anzug immer Bestandteil des Kleiderschranks eines Mannes bleiben“, erklärt er. „Das sind Basics, auch der schwarze Schuh. Und das findet man hier!“

„Slow Fashion bedeutet nachdenken“

Henning Tepe etablierte sich mit seinem Konzept zunächst in seiner Heimat Osnabrück, bevor er mit seiner Marke in Bielefeld und Leipzig expandierte. Das Alleinstellungsmerkmal dabei: tepeMEN macht hochwertige Slow Fashion für den Herren.

„Slow Fashion bedeutet für mich in erster Linie nachdenken und nicht sofort losrennen“, verrät der Unternehmer. „Wir schauen uns mit dem Kunden zusammen an, welche Stoffe passen und suchen welche aus, die nachhaltig und langlebig sind. Und darüber hinaus produzieren wir nicht Kleidung in großen Mengen, sondern individuelle Produkte nach Bedarf. Dies braucht auch seine Zeit.“

Detailansicht von Stoffen
tepeMEN bietet nachhaltige und hochwertige Stoffe an. © WFB / Jan Rathke

Mit bis zu acht Wochen sollte der Kunde mit der Fertigung seines Anzugs rechnen. Beim ersten Vermessungstermin, den Interessierte unter anderem über die Website vereinbaren können, geht es erst einmal um die Bedürfnisse des Kunden. „Das Gespräch dauert in etwa 20 bis 30 Minuten“, so der Modeexperte. „Ich zeige ihm Stoffe, bespreche mit ihm die Qualität und die Preise und stelle ihm individuelle Fragen. Ich möchte zum Beispiel von ihm wissen, was er normalerweise trägt und worin er sich wohlfühlt.“ Dieses Gespräch helfe Tepe dabei, sich ein erstes Bild zu machen und gebe dem Kunden die Bestätigung, in kompetenten Händen zu sein. „Individualität spielt bei uns eine ungemein wichtige Rolle, wir können für jeden ein absolut einzigartiges, passgenaues Outfit erstellen – sogar Schuhe können wir maßkonfektionieren.“

Wenn Schnitt und Stoff ausgewählt sind und die Maße genommen wurden, geht es in die Produktion. Hierfür arbeitet Tepe mit mehreren Schneidereien in Europa zusammen. Nach circa sechs Wochen kommt der Kunde wieder zur Anprobe. Anschließend werden letzte Änderungen vorgenommen, bevor der Käufer seinen neuen Maßanzug abholen kann. „Die Herren freuen sich dann richtig. Sie haben etwas Individuelles, das perfekt passt und wirklich gut aussieht.“ Das ist besonders wichtig, denn ein großer Teil der Anzüge werden für Hochzeiten konfektioniert: Ob Bräutigam, Vater der Braut oder Trauzeuge – an diesem einen speziellen Tag muss der Anzug perfekt sitzen.

Neben dem guten Aussehen und der genauen Passform spielt Nachhaltigkeit für den Gründer von tepeMen eine entscheidende Rolle. „Wir benutzen nur Naturprodukte“, verrät er. „Viele unserer Stoffe sind GOTS zertifiziert.“ Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist ein internationales Textilsiegel für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern.

Ein Mann steht hinter einem Tresen, neben ihm ein Computer. Im Hintergrund der Schriftzug tepe
Henning Tepe berät seine Kunden persönlich und individuell. © WFB / Jan Rathke

Mit der „City UpTrade“-Förderung in Bremen etabliert

Das Konzept von Henning Tepe scheint aufzugehen, denn neben Geschäften in Osnabrück, Bielefeld und Leipzig hat sich tepeMEN im Februar 2024 nun auch in Bremen etabliert – in der Knochenhauer Straße, im Herzen der Innenstadt. „Neben einigen anderen Städten stand Bremen als Standort bei mir schon länger auf dem Plan“, so der Inhaber. „Ich habe ja schon früher in Bremen gearbeitet und fühle mich hierher hingezogen. Bremen hat ein entsprechendes Einzugsgebiet, die Nachfrage ist auf jeden Fall da.“

Als er dann von der Ansiedlungsförderung „City UpTrade – Anschubfinanzierung für dein Business in Bremen“ erfuhr, die die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH im Rahmen des Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen umsetzt, war die Entscheidung endgültig gefasst. Gefördert wird dabei die Ansiedlung von Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen oder Handwerk, um die Belebung, Vielfalt und Aufenthaltsqualität in der Bremer City zu sichern und einen Anreiz zur Ansiedlung zu schaffen. „Die Kaltmiete für meine Location in der Knochenhauer Straße wird erstmal über die City UpTrade-Förderung gezahlt, das ist wirklich eine große Erleichterung, wenn man sich gerade etabliert,“ freut sich Tepe.

Die Fläche für Kunst und Networking nutzen

Noch befindet sich die neue Ladenfläche von Henning Tepe im Aufbau, doch der Inhaber schmiedet bereits Zukunftspläne. „Alles, was hier steht, ist mit zwei Handgriffen zur Seite geschoben – dann kann man die Fläche anderweitig nutzen“, erläutert er. „Warum dann nicht auch für Kunst? Wir denken darüber nach, lokale Künstlerinnen und Künstler hier ausstellen zu lassen. Das passt sehr gut zu uns, denn Mode ist ja auch ein Stück weit Kreativarbeit.“ Auch über Networking-Events in seinem Geschäft denkt Tepe nach. Der Nebeneffekt, den solche Veranstaltungen mit sich bringen würde, ist ihm dabei durchaus bewusst: „Wenn sich hier Leute branchenübergreifend treffen, dann profitieren wir als Herrenausstatter natürlich von der Sichtbarkeit.“

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