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14.12.2022 - Mona Fendri

„Wir wollen mit BoConcept eine neue Art des Einrichtungseinzelhandels schaffen“

Bremen wird neu

Das Möbelhaus BoConcept gehört zu den Gewiner:innen des Bestandskunden-Wettbewerbs „Neu gedacht – neu gemacht“

Ein Mann steht hinter einem Tresen und zeigt einer Frau etwas auf einem Bildschirm
Das Möbelhaus BoConcept in der Bremer Innenstadt legt großen Wert auf persönliche Beratung. © WFB / Jan Rathke

Die Marke BoConcept wurde 1952 in Dänemark gegründet und spezialisiert sich seither auf moderne und urbane Möbel- und Einrichtungslösungen für Wohn-, Schlaf-, Arbeits- und Essbereiche. Seit 2013 gibt es BoConcept mittlerweile auch in der Bremer Innenstadt. Nach knapp 10 Jahren war für den Geschäftsführer der Bremer Filiale, Stefan Brockmann, die Zeit gekommen, den Laden zu modernisieren und ein neues Einkaufserlebnis zu schaffen. Der Gewinn von 35.000 Euro aus dem Bestandskundenwettbewerb „Neu gedacht – neu gemacht“, den die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH 2021 im Rahmen des Aktionsprogramms Innenstadt (API) und im Auftrag der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa ins Leben rief, unterstützt Brockmann und sein Team dabei, neue Ansätze zu schaffen.

Nähe zur Kundschaft durch Digitalisierung

Wer das Möbelgeschäft BoConcept in der Knochenhauer Straße / Wegesende in der Bremer City zum ersten Mal besucht, hat sofort das Gefühl, eine moderne, gemütliche Wohnung betreten zu haben. An einem langen Esstisch sitzt eine Mitarbeiterin und bereitet einen Kaufvertrag am Laptop vor. Auf einer eleganten Couch unterhält sich ein Berater mit einer Kundin. Beide blicken auf einen Fernsehbildschirm und richten dabei virtuell ein Wohnzimmer ein. Diese ungezwungene Atmosphäre gehört zum neuen Ansatz von BoConcept: digitaler werden und dabei die Nähe zur Kundschaft beibehalten.
„Wir versuchen eine entspannte, vertrauensvolle Atmosphäre zu kreieren“, erklärt Stefan Brockmann das Konzept. „Die Grenzen zwischen online- und offline-Shopping sollen verwischen, sodass wir den Kundinnen und Kunden ein Erlebnis bieten können, das an den individuellen Bedürfnissen, am eigenen Zuhause sehr nah dran ist. Wir wollen mit BoConcept eine neue Art des Einrichtungshandels schaffen.“

Ein Mann sitzt an einem Computer, eine frau guckt sich Stoffmuster an
Dank eines 3D-Planungsprogramms können die Mitarbeitenden von BoConcept ganze Wohnräume virtuell einrichten. © WFB / Jan Rathke

Um den digitalen Aspekt voranzutreiben, wurden alle Mitarbeitenden des Möbelhauses mit eigenen Laptops und Tablets ausgestattet, auf denen sich mittlerweile der gesamte Kaufprozess abspielt: Beratungstermine können bei Bedarf online stattfinden, die Raum- und Möbelplanung erfolgt direkt am Computer und Kaufverträge werden digital abgewickelt und unterschrieben. „Mit Hilfe unseres 3D-Planungsprogramms können wir ganze Räume am Laptop gestalten – und die virtuelle Einrichtung auf Wunsch auch auf einen großen Fernsehbildschirm übertragen, von denen mehrere im Laden stehen“, berichtet Brockmann.

Persönliche Beratung bleibt das A und O

Doch auch wenn die Digitalisierung eine zunehmende Bedeutung einnimmt, die persönliche Beratung bleibt weiterhin das Leitmotiv von BoConcept. Das Vertrauen zum Gegenüber aufzubauen sei dabei ein essenzielles Element. “Zuhören ist ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit“, so der langjährige Kaufmann. „Wir stellen unseren Kundinnen und Kunden gezielte Fragen, um herauszufinden, was ihrer Persönlichkeit entspricht und was sie sich vorstellen. Daraus entwickeln wir dann Konzepte. Wir glauben, dass die Möbel erst aus einer Wohnung ein Zuhause machen.“

Hierzu entschied sich das Team von BoConcept für eine ungewöhnliche Methode: Die klassische Verkaufstheke wurde aufgehoben und die Beratungsplätze wurden auf ein Minimum reduziert. Die Beratungsgespräche finden inzwischen direkt auf den zu verkaufenden Möbeln statt. „Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin schließt dann den Laptop an den Fernsehbildschirm an und Verkäufer:in und Käufer:in planen gemeinsam auf der Couch oder am Esstisch, wie die Wohneinrichtung aussehen soll.“

Impuls zur Digitalisierung kam durch Corona-Lockdown

Dass Digitalisierung auch für ein Möbelgeschäft eine wichtige Rolle spielen könnte, stellte Brockmann während der Corona-Pandemie fest. „Die Corona-Pandemie war für uns, wie auch für andere Einzelhändler:innen, eine wirtschaftlich schwierige Zeit“, erinnert er sich. „Trotz Lockdown kamen bei uns immer wieder telefonische Anfragen an und da haben wir gemerkt, dass die Nachfrage trotz allem noch da war. Dementsprechend mussten wir uns dahinbewegen, Alternativen zu Besuchen vor Ort zu finden.“

Nach dem ersten Lockdown wurden die Mitarbeitenden für die Arbeit von zuhause ausgestattet und vorbereitet. Darüber hinaus hatte Brockmann die Idee, einen virtuellen Rundgang auf der Homepage anzubieten. „Beim zweiten Lockdown, der viel länger dauerte als der erste, waren die Mitarbeitenden zuhause und konnten unsere Kundinnen und Kunden online beraten. Das war für uns ein Impuls, weiter digitalisieren zu müssen“, so Brockmann weiter.

Ein Mann steht vor einer Filiale von BoConcept
Stefan Brockmann ist der Geschäftsführer der Bremer Filiale von BoConcept. © WFB / Jan Rathke

Ein neues Beleuchtungskonzept

Neben der online-Ausstattung der Mitarbeitenden und dem 3D-Planungsprogramm, war auch die Implementierung eines digitalen Lichtsystems ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Digital gesteuert, sorgt es für eine optimale Ausleuchtung, passend zum Stil und zur Tageszeit. „Wir können jede Leuchte vom iPad aus individuell steuern“, berichtet der Einzelunternehmer stolz. „Damit können wir die Möbelstücke ganz anders darstellen und ihnen eine andere Anmutung geben. Wir bieten den Kundinnen und Kunden eine Simulation an, um ihnen zu zeigen, wie das Möbelstück bei ihnen je nach Wetter und Jahresszeit zuhause wirkt.“  Um Strom zu sparen, verwendet das Unternehmen ausschließlich LED-Leuchten und legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit.

Der Innenraum von BoConcept
Mit dem Gewinn aus dem Wettbewerb „Neu gedacht – neu gemacht“ hat Stefan Brockmann unter anderem ein neues, digitales Lichtsystem eingeführt. © WFB / Jan Rathke

Teilnahme am Wettbewerb „Neu gedacht – neu gemacht“

Erst durch die Teilnahme am Wettbewerb „Neu gedacht – neu gemacht“ war es BoConcept möglich, das Konzept so schnell und unkompliziert umzusetzen. Besonders das Lichtsystem und die moderne Thekenlösung wurden durch den Gewinn abgedeckt. „Die klassische Verkaufstheke und Beratungsplätze haben wir aufgehoben“, erklärt der Bremer Geschäftsführer. „Jede Ecke ist nun ein Beratungsplatz.“ Auch die Abtrennung des Planungsbereichs durch elegante Stoffrückwände war Teil des Gewinns.

Als er auf den Wettbewerb aufmerksam wurde, war Brockmann sofort Feuer und Flamme. „Wir planten sowieso umzubauen und unser Konzept stand weitestgehend“, erinnert er sich. „Aber dass wir so schnell und in dieser Form wichtige Bausteine umsetzen konnten, haben wir dem Wettbewerb zu verdanken.“

Generell sei es laut Brockmann für den Einzelhandel in der Bremer Innenstadt wichtig, Innovation zu wagen – dabei würden Wettbewerbe wie dieser helfen. „Durch solche Impulse können wir den Kundinnen und Kunden in der Bremer Innenstadt das Signal geben, dass es hier auch gut aufgestellte Läden gibt. Es ist ein Gewinn für alle!“

Der Wettbewerb „Neu gedacht – neu gemacht“ geht in die nächste Runde! Bis zum 31. Januar 2023 können sich Einzelhandel- und Gastronomieunternehmen aus der Bremer Innenstadt mit ihren innovativen Konzepten bewerben. Alle Informationen rund um den Wettbewerb finden sich hier.

Das Aktionsprogramm Innenstadt & der Zukunftsfonds Innenstadt

Das Aktionsprogramm Innenstadt wurde am 25. August 2020 vom Senat beschlossen, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Senatskanzlei, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, der Senatorin für Klima, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und dem Senator für Kultur – unter der Federführung von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte und finanziert über den Bremen-Fonds. Das Aktionsprogramm Innenstadt umfasst insgesamt über 30 Einzelmaßnahmen, die bis Ende 2021 schnell und unkompliziert umgesetzt werden und die Bremer City nachhaltig stärken sollen. Der Zukunftsfonds Innenstadt schließt an das Aktionsprogramm Innenstadt an und fördert spannende touristische Angebote, kulturelle Impulse, neue Nutzungsangebote und vieles mehr. Weitere Informationen unter www.bremenwirdneu.de.

Wettbewerb „Neu gedacht, neu gemacht – Einzelhandel & Gastronomie innovativ, vielfältig, zukunftsfähig“

Um bestehende Betriebe dabei zu begleiten, sich auf diese veränderte, herausfordernde Situation einzustellen und sich mit innovativen Bausteinen für die Zukunft aufzustellen, fördert der Wettbewerb Investitionen in die Zukunft. Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH lobt als Veranstalterin den Wettbewerb „Neu gedacht, neu gemacht – Einzelhandel & Gastronomie innovativ, vielfältig, zukunftsfähig“ aus, mit dem Ziel innovative Handels- und Gastronomieideen in bereits bestehende Flächen zu integrieren und sich somit für die Zukunft neu aufzustellen. Hierdurch soll zur Belebung der Innenstadt, zur Verbesserung der Angebotsvielfalt und somit auch zur Steigerung der Aufenthaltsqualität beigetragen werden. Gesucht werden Konzepte, welche möglichst neue, innovative und nachhaltige Handelsideen in das bestehende Handelskonzept bringen. Der Wettbewerb richtet sich an interessierte Händler:innen und Gastronom:innen aus der Innenstadt. Die Gewinner:innen des Wettbewerbs bekommen die Möglichkeit, ihre Investition gefördert zu bekommen. Es gibt insgesamt acht Wettbewerbspreise: 1. Preis 50.000 €; 2. Preis 45.000 €; 3. Preis 40.000 €; 4. Preis 35.000 €; 5. Preis 30.000 €; 6. Preis 20.000 €; 7. Preis 15.000 €; 8. Preis 10.000 €.

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