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11.4.2018 - Corinna Laubach

Nicht von Pappe

Stadtentwicklung
Thimm Packaging Systems ist im Bremer Güterverkehrszentrum mit komplexen Verpackungssystemen auf Wachstumskurs
Thimm Packaging Systems - Produktionshalle
Blick in die Produktionshalle und Lagerflächen im Werk Bremen. © Thimm

Verpackungen, die sich ihrem Inhalt anpassen und selbst dem empfindlichsten Bauteil einen sicheren Transport versprechen - bei Thimm Packaging Systems ist auch das eine alltägliche Herausforderung, für die das Unternehmen die passende Lösung parat hält. Ob Wellpappe, Holz, dem natürlichen Rohstoff Faserguss, Schaum- oder Kunststoff, für jeden Kunden und jede Ware kann die Firma das passende Verpackungssystem anbieten.

Der Verpackungsspezialist verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz von der Verpackungsentwicklung bis zu Logistiklösungen. Geht nicht, das gibt es nicht. „Wir arbeiten materialunabhängig und können daher immer die für die Kundenanforderungen am besten geeigneten Rohstoffe einsetzen“, erläutert Jürgen Düvel, Geschäftsführer Thimm Packaging Systems, „was nicht selber produziert werden kann, wird von qualifizierten Partnern bezogen.“ Produkte optimal schützen, Prozesse effizienter gestalten, aber auch Kosten und Umweltverträglichkeit sind für das Unternehmen bereits bei der Entwicklung der teils komplexen Verpackungssysteme entscheidende Kriterien. Ganz gleich ob es um Einzelanfertigungen oder Verpackungsgroßaufträge geht. Das Geschäft ist äußerst dynamisch, Innovationsgeist gefragt. „Neuartige Einweg-und Mehrweg- Konzepte, 3D-Druck, Elektromobilität, neue Formen der Mobilität wie Car-Sharing und autonomes Fahren, das sind allesamt Themen, die auch maßgeblichen Einfluss auf die dazugehörigen Verpackungskonzepte haben“, umschreibt Düvel die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen an seine Produkte.

Kurze Wege, gute Anbindung

Im Bremer Werk im Güterverkehrszentrum liegt der Fokus auf der Verarbeitung verschiedener Schaumstoffarten, darunter beispielsweise leitfähiger Schaumstoff, der sich insbesondere für den Transport empfindlicher elektronischer Bauteile eignet. Gut 20.000 Quadratmeter Gewerbefläche hat Thimm Packaging Systems hier für Fertigung und Logistik zur Verfügung. Mit der Ansiedlung im GVZ als bedeutender nordeuropäischer Warenumschlagplatz erschließt sich das Unternehmen seit 2013 insbesondere den norddeutschen Markt. Der Standort punktet vor allem mit seiner Lage und guten Infrastruktur. „Gerade regional ansässigen Firmen bieten wir den Vorteil kürzester Transportwege“, verdeutlicht der Bremer Werksleiter Jörg Struß. Der Jade-Weser-Port und auch Hamburg und Bremerhaven mit ihren Häfen sind über das Straßen- und Schienennetz optimal angebunden.

Gerade regional ansässigen Firmen bieten wir den Vorteil kürzester Transportwege.

Jörg Struß, Werkleiter Bremen Thimm Packaging Systems

Partner der Automotivindustrie

Am Firmenstandort Bremen sind derzeit rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Noch in diesem Jahr sollen es über 100, mittelfristig 200 sein. Bremen konnte bei der Ansiedlung als starker Wirtschaftsstandort überzeugen. Die gute Infrastruktur und passende Gewerbeflächen in einem agilen Umfeld haben seinerzeit den Ausschlag gegeben. Die hier schlagkräftig beheimatete Automotive- und Zulieferindustrie bildet auch für Thimm Packaging Systems ein wichtiges Marktsegment. Entsprechende Kundenbeziehungen ließen sich an der Weser auf- und ausbauen. Bei einem Bremer Automobilhersteller fährt so beispielsweise mehrmals am Tag ein Lkw mit Verpackungen für Autoteile vor. Bauteile, die dann über die Bremer Häfen aus Deutschland nach Übersee verschifft werden - und nicht selten in komplexen Schaumstoffverpackungen bestens geschützt nahezu schwebend den Transportweg antreten. Die kurzen Wege machen große Flexibilität möglich: Innerhalb von 24 Stunden können neue Verpackungen vom Kunden bestellt und auch abgerufen werden. Für einen anderen regionalen Kunden, der Firma Rehau, einem führenden Hersteller polymerbasierter Lösungen für Mobilität, Energiemanagement und Bau, liefert Thimm Multimaterialverpackungen. In den Verpackungen aus Paletten-, Schaum- und Pappenkomponenten werden hauptsächlich vorkonfektionierte Automobilteile vom deutschen Hauptwerk in Brake/Bremen zur weiteren Verarbeitung in die Auslandsniederlassungen von Rehau versendet.

Stark in Kommissionierung

Thimm Packaging Systems hat nicht nur maßgeschneiderte Verpackungen im Angebot, das Unternehmen versteht sich auch - auf durchaus komplexe - Verpackungs-Kommissionierungen. „Für unseren Kunden Overath haben wir beispielsweise über 500.000 Sets mit Fitnessbällen und -rollen konfektioniert“, erklärt Werkleiter Jörg Struß. Ein knifflige Herausforderung. „Da die Ware für eine Handels-Aktion von Discountern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Portugal bestimmt war und alle diese Länder unterschiedliche Packvorschriften haben, sind wir letztendlich auf über 50 Set-Typen gekommen“, umschreibt Strauß und erläutert weiter: „Die Einheiten wurden dann in einer Export-Verpackung zusammengeführt, palettiert und an die Logistikzentren von Overath verschickt oder direkt von den Logistikzentren der Handelsketten abgeholt.“

Thimm Packaging Systems - Konfektionierung
Mitarbeiter bei der Konfektionierung einer Verpackung aus Wellpappen- und Schaumstoffkomponenten © Thimm

Dynamisches Wachstum

In einem starken wirtschaftlichen Umfeld konnte sich Thimm Packaging Systems in den vergangenen vier Jahren in Bremen gut entwickeln. Die Zeichen stehen deutlich auf dynamisches und strategisches Wachstum. Neben dem norddeutschen Werk eröffnete die Sparte seit 2013 drei weitere neue Fertigungsstandorte, darunter im Duisburger Hafen. Das Ziel: Kunden durch eine starke Marktpräsenz so flexibel wie möglich zu beliefern. „Mit unserer hohen Lagerkapazität können Pufferlager eingerichtet werden, aus denen die Kunden auch extrem kurzfristig die benötigten Verpackungen abrufen können“, erläutert Jörg Struß. Das Bremer Werk mache Thimm Packaging Systems noch leistungsfähiger. Der Maschinenpark ist nahezu komplett an zwei anderen Standorten gespiegelt. Das garantiert die Belieferung auch in Notfällen. „Diese Struktur ist einzigartig in unserer Branche“, erklärt Geschäftsführer Düvel und verweist auf die Zugehörigkeit zu einem starken Unternehmensverbund; auch für die norddeutschen Standorte ein klarer Wettbewerbsvorteil. „Das heißt, dass wir Kunden auch industriellen Rollenvordruck, Verkaufsverpackungen und Displays sowie Verpackungsberatung anbieten können“, umreißt Düvel das umfangreiche Portfolio. Seit 2007 firmiert die Thimm Gruppe unter der Dachmarke „Thimm - The Highpack Group“ und setzt sich aus den Geschäftsbereichen Thimm Verpackung, Thimm Packaging Systems, Thimm Display, Thimm Consulting sowie  Christiansen Print zusammen.

Jürgen Düvel, Geschäftsführer Thimm Packaging Systems
Jürgen Düvel, Geschäftsführer Thimm Packaging Systems © Thimm

Gewachsene Kompetenz

Hinter der heute international aktiven Thimm Gruppe steht eine erfolgreiche Gründergeschichte deutscher Familienunternehmen. 1949 macht sich Walter Felix Thimm in Herzberg am Harz selbstständig und legt zehn Jahre später mit dem Start einer eigenen Wellpappenproduktion die Basis für den Erfolg. Seither wachsen Verpackungs-Know-how und Kompetenz kontinuierlich. Heute zählt das Unternehmen mit über 3.000 Mitarbeitern an 19 Standorten in Deutschland, Polen, Rumänien, Tschechien, Frankreich und Mexiko zum führenden Lösungsanbieter für Verpackung und Distribution von Waren. Der Umsatz der Gruppe belief sich 2016 auf gut 568 Millionen Euro.


Bei Fragen rund um eine Ansiedlung in Bremen helfen Ihnen Thorsten Tendahl, Tel. 0421 9600-121, thorsten.tendahl@wfb-bremen.de, und Thomas Hofhans, Tel. 0421 9600-251, thomas.hofhans@wfb-bremen.de weiter.

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