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6.10.2016 - Merle Burghart

Leela Cotton: mit Nachhaltigkeit nachhaltig erfolgreich

Internationales
Deutsch-türkische Fair-Trade-Kleidung mit Auszeichnung

Seit 1993 nachhaltig im Textilgewerbe unterwegs: Kemal Bektas, Geschäftsführer Leela Cotton
Seit 1993 nachhaltig im Textilgewerbe unterwegs: Kemal Bektas, Geschäftsführer Leela Cotton © WFB/Frank Pusch

Umweltfreundliche Herstellung und ethische Grundsätze sind die Prinzipien von Fair-Trade-Kleidung. Dass biologisch hergestellte Kleidung wie ein grauer Kartoffelsack aussieht, stimmt längst nicht mehr. Das deutsch-türkische Textilunternehmen Leela Cotton produziert Mode für Jung und Alt und leistet seinen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt – mit Erfolg.

Öffnet sich die Tür zu Leela Cotton, strahlen einem warme Farben und Gemütlichkeit entgegen. Buntgestreifte Kinderkleidung in Holzregalen, Bilder an den Wänden, zwei Klaviere und ein Saxophon. Die Büro- und Arbeitsräume sehen viel mehr wie eine Wohnung aus: Hier kann man sich bei der Arbeit wohlfühlen. Und Geschäftsführer Kemal Bektas beginnt entspannt, seine Erfolgsgeschichte zu erzählen.


Bio-Mode als Beitrag für die Umwelt

Seit 1993 vertreibt das  Bremer Textilunternehmen Leela Cotton Baumwollartikel aus kontrolliert biologischem Anbau: Kinder- und Yogakleidung, Nachtwäsche, Handtücher. Leela Cotton – hinter dem Namen stehen Kemal und seine Frau Susanne Bektas. Und der Name der Firma, woher kommt der? „Leela bedeutet auf Sanskrit ‚göttliches Spiel‘. Meine Oma hieß Leyla und meine älteste Tochter heißt ebenfalls so“, erklärt der Unternehmer.

Seit 1976 lebt der Textilproduzent in Deutschland. Zunächst in Köln, wo er 1984 sein Studium der Architektur abschloss. Über ein Jobangebot kam er nach Bremen. Hier lernte er seine zukünftige Frau kennen und verliebte sich augenblicklich in die Stadt:

Ich ging in der Abenddämmerung durch die Straßen und war fasziniert von den Bremer Häusern.


                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Kemal Bektas, Geschäftsführer Leela Cotton

Über die Produktion von T-Shirts für Greenpeace hat das Ehepaar sein Interesse für die Textilbranche für sich entdeckt. „Wir wollten gerne etwas Nachhaltiges machen.“ So gründeten Susanne und Kemal Bektas 1993 eine eigene kleine Produktionsfirma. Als inhaltliche Verbindung zu seinem Architekturstudium sieht der Geschäftsführer die gestalterische Komponente und das Zusammenspiel von Farben und Formen. Das Designen übernimmt Kemal Bektas, vornehmlich in der Türkei. Dort befindet sich die Produktionsstätte von Leela Cotton. Vor Ort begutachtet er die neuen Stoffe. Mit den Jahren sammelte er Erfahrungen, welche Designs und Materialien bei den Kundinnen und Kunden gut ankommen.


Kurze Wege führen zum Ziel: GOTS-Zertifikat

Die gesamte Produktion der ökologisch bewussten Mode findet im türkischen Izmir statt. Nach Bremen gelangen die fertigen Hemden, Pullover und Bettbezüge anschließend mit dem Lastwagen.

Anbau, Verarbeitung und Konfektionierung – alles spielt sich innerhalb von 100 Quadratkilometern ab. Ohne die kurzen Wege wäre die nachhaltige Produktion nicht gegeben. „Es gibt mittlerweile viele Anbieter, die Produkte aus Biobaumwolle zu extrem günstigen Preisen verkaufen. Dies ist nur möglich, wenn an den Herstellungskosten gespart wird“, erklärt Kemal Bektas. Häufig gelange die Baumwolle per Flugzeug in ein anderes Land, wo die Arbeiter gegen geringe Bezahlung arbeiten. „Schon der Flug innerhalb der Produktionskette spricht gegen die Nachhaltigkeit und deshalb findet bei uns alles nah beieinander statt“, begründet Bektas die kurzen Wege in seinem Unternehmen.

Uns geht es nicht nur darum, gut davon zu leben, sondern dass wir dahinter stehen und ein gutes Gefühl haben.

Leela Cotton ist nach den Global Organic Textile Standards (GOTS) zertifiziert. Die Produktion unterliegt somit strengen Richtlinien, die jährlich neu überprüft werden – begonnen beim Anbau der Baumwolle bis hin zum fertigen Sweatshirt. Soziale und ökologische Standards, wie existenzsichernde Löhne und der Verzicht auf Pestizide, gehören zu den Kriterien, die ein GOTS-zertifiziertes Unternehmen erfüllen muss. „Es ist eine vernünftige Arbeit. Hier weiß ich, dass ich eine vernünftige Sache mache. Auch für meine kleine Umwelt“, sagt Bektas stolz.

 Donnerstags besteht die Chance auf Schnäppchen. Der Lagerverkauf von Leela Cotton findet wöchtentlich von 9 bis 15 Uhr statt.
Donnerstags besteht die Chance auf Schnäppchen. Der Lagerverkauf von Leela Cotton findet wöchtentlich von 9 bis 15 Uhr statt. © WFB/Merle Burghart

Zwischen steigender Nachfrage und Work-Life-Balance

Seit den 1980er Jahren sei die Nachfrage an Bio-Kleidung extrem gestiegen. Der Wahlbremer nutzte den Aufschwung, um sein Unternehmen zu vergrößern: Circa 1.000 Quadratmeter Lager- und Bürofläche betreibt er mittlerweile. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen, die Produkte, die mittlerweile international vertrieben werden, zu versenden. Etwa 60 Prozent der Ware geht nach Deutschland. Aber auch in Schweden, Frankreich oder der Schweiz hat Leela Cotton Abnehmer. Selbst in Japan und Australien erwerben Menschen die nachhaltige Mode aus der Hansestadt.

„Wir hätten uns im Zuge der Bio- und Fairtrade-Welle auch noch stärker vergrößern können.“ Doch Kemal Bektas entschied sich dagegen. „Dann könnte ich kein Saxophon mehr spielen.“ Stolz deutet er auf ein Poster an der Wand, das den Musiker mit seiner Saxophongruppe Bremer Saxen zeigt.


Die Freude am Kundenkontakt

Am meisten an seiner Arbeit gefällt Kemal Bektas der Kontakt zu seinen Kunden. „Mit denen stehen wir auf freundschaftlicher Ebene. Man bekommt immer eine Rückmeldung über die Reaktion der Endverbraucher. Das ist sehr schön.“

Einen Onlineshop gibt es bislang noch nicht. „Das ist ein Projekt für die nächste Generation“, sagt er schmunzelnd. Mode direkt vor Ort zu kaufen, ist dennoch möglich: Jeden Donnerstag von 9 bis 15 Uhr öffnet Leela Cotton in der Georg-Wulff-Straße 15 die Türen für den Lagerverkauf. Dort finden Auslaufmodelle und Produkte mit kleinen Nahtfehlern zu reduzierten Preisen neue Besitzer. Wer die aktuellen Kollektionen erwerben möchte, hat im Bremer Einzelhandel die Chance zuzuschlagen. Fairtragen, Naturzwerg oder  Prinzlinie bieten die nachhaltige Mode in ihrem Sortiment an.



Die Wirtschaftsförderung Bremen betreibt Bremeninvest Büros in ihren Schwerpunktländern China, Türkei und USA. Die Kolleginnen und Kollegen beraten Sie vor Ort in allen ansiedlungsrelevanten Belangen und unterstützen Sie bei Kooperationen mit Bremer Unternehmen.


Wenn Sie sich für eine Ansiedlung aus der Türkei interessieren, kontaktieren Sie Kolja Umland, kolja.umland@wfb-bremen.de, Tel.: 0421 9600 339.

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Stadtentwicklung, Gewerbeflächen, Immobilien
11.03.2016
Die Überseestadt: Wie aus einer 400 Meter langen Keimzelle Bremens neuester Ortsteil wurde

Sie ist eine Mischung aus alt und neu, aus Freizeitstätte und Arbeitsplatz, aus Kreativszene und Großunternehmen: die Bremer Überseestadt.

Kreativwirtschaft
11.03.2016
Die gute Gestaltung im Blick: Fritz Haase und Sibylle Haase-Knels prägen seit über 50 Jahren Bremen mit ihren Entwürfen

Verpackungen, Corporate Design, Plakate und Briefmarken – das Atelier für Gestaltung Haase & Knels ist weit über Bremen hinaus bekannt. Das liebste Stück des Ehepaars ist aber nur zu Fuß zu erreichen.

Stadtentwicklung, Gewerbeflächen, Immobilien
09.03.2016
Von 0 auf 546 in fünf Jahren: Wie mit der Marina Europahafen die Schiffe wieder Einzug in die Überseestadt hielten.

Seit ihrer Eröffnung im Sommer 2011 erweitert Betreiber Jens Wirdemann die Steganlage der Marina Europahafen fast jährlich. Mittlerweile bietet er 546 Meter Anlegefläche für Hobbyskipper und ihre Boote an. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht…

Internationales
09.03.2016
Sigma Textil GmbH: Wie Muhammad-Farhan Aslam erfolgreich das Unternehmen seines Vaters umkrempelte

Ein Handschlag reicht in Deutschland nicht - das lernte Muhammad-Farhan Aslam schnell. Jetzt ist er in Bremen auf Wachstumskurs.

Internationales
24.02.2016
Chinesische Unternehmen investieren in Bremen

Bremen ist in China als einer der größten Hafenstandorte bekannt. Doch das ist nur einer der Gründe, warum sich die Konzerne in der Hansestadt niederlassen.

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