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17.9.2021 - Jann Raveling

Vom PS-starken Stadtflitzer zum Elektro-Offroader

Automotive

Autohaus Wandscher öffnet in Bremen

14 Marken zählt der Stellantis-Konzern und ist damit der sechstgrößte Autohersteller der Welt
14 Marken zählt der Stellantis-Konzern und ist damit der sechstgrößte Autohersteller der Welt © WFB/Lehmkühler

Mit den Marken des Stellantis-Konzerns startete die Autohaus-Wandscher-Gruppe im Sommer 2021 in Bremen. Geschäftsführerin Christina Wandscher hat große Erwartungen an den neuen Standort – ihre neue Wahlheimat an der Weser.

Was darfs sein? Ein kleiner Stadtflitzer mit Extrapower oder doch der smarte Offroader für die Fahrt ins Grüne? Bei Wandscher liegen dazwischen nur wenige Meter – vom ikonischen Fiat 500 zum coolen Jeep Wrangler ist es kein weiter Weg im neuen Autohaus. Alfa Romeo, Opel und noch zahlreiche weitere Marken des Stellantis-Konzerns sind nicht weit, insgesamt über 100 Fahrzeuge stehen bereits im neuen Verkaufsraum. „Unser ständiger Bestand wird bei circa 200 Fahrzeugen am Standort Bremen liegen“, schätzt Christina Wandscher, Geschäftsführerin des Bremer Autohauses.

Zufällig die ideale Immobilie gefunden

Nach Zusammenschluss der beiden Autokonzerne PSA und FCA im Januar 2021 vereint Stellantis einen bunten Strauß aus über 14 Marken – und Wandscher ist im Nordwesten strategischer Partner des Automobilgiganten. „Bremen ist eine sinnvolle Ergänzung für unsere Gruppe und erweitert die bisherigen Häuser in Oldenburg, Aurich und Wilhelmshaven um ein nochmals deutlich größeres Einzugsgebiet“, erklärt die Tochter von Firmengründer Thomas Wandscher, der 1986 in Oldenburg mit einer freien Werkstatt startete.

Eine passende Immobilie zu finden, so Wandscher, sei in Bremen alles andere als einfach gewesen. In der Steubenstraße stand zufällig ein ehemaliges Autohaus leer, wie gemacht für die Wandscher-Gruppe. „Die Zusammenarbeit mit der WFB und dem Immobilienmakler Robert C. Spies bei der Ansiedlung gelang wunderbar, wir haben sehr kompetente Ansprechpartner hier vor Ort“, resümiert sie.

Aus alt wird neu: Die Immobilie wurde kernsaniert und präsentiert sich frisch und modern
Aus alt wird neu: Die Immobilie wurde kernsaniert und präsentiert sich frisch und modern © WFB/Lehmkühler

Der Plan: 40 Arbeitsplätze schaffen

Die Geschäftsführerin schnuppert seit Kurzem auch selbst Weserluft: Mit der Ansiedlung verlegte sie ihren Wohnsitz in die Hansestadt: „Das Autohaus hier ist so groß, dass es wichtig ist, jemanden vor Ort zu haben, auch für die Teamleitung“. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte sie bereits gewinnen, weitere 15 sollen folgen. Sie arbeiten im vom Grund auf kernsaniertem Verkaufsraum und den acht Hebebühnen in der hauseigenen Werkstatt.

Die sind für modernste Fahrzeugtechnik ausgelegt. „Einer unserer Renner ist der Fiat 500, von dem wir im ersten halben Jahr 2021 deutlich mehr Elektro-Versionen als Verbrenner verkauft haben. Unsere Mechanikerinnen und Mechaniker sind für die E-Mobilität bestens geschult“, führt sie aus.

Automobilwelt im Wandel

Das Automobilgeschäft wandelt sich derzeit rasant. Einerseits durch den Wechsel auf klimafreundliche Elektro-Modelle und andererseits durch die Digitalisierung, die Kundenwünsche und -erwartungen verändert. Wer heute ins Autohaus kommt, weiß sehr genau, welchen Wagen er oder sie sich ansehen will. „80 bis 90 Prozent unserer Kundinnen und Kunden schauen sich die Fahrzeuge vorher im Internet an. Deshalb legen wir hohen Wert darauf, uns auf allen Plattformen ansprechend zu präsentieren.“ Den Sonntagsausflug mit der Familie ins Autohaus, „nur, um mal zu gucken“, den gäbe es heute eigentlich nicht mehr, so Wandscher.

Die Werkstatt gehört zu den wichtigsten Bereichen eines jeden Autohauses
Die Werkstatt gehört zu den wichtigsten Bereichen eines jeden Autohauses © WFB/Lehmkühler

Heute kommt die Käuferin oder der Käufer auch schonmal aus München – Autoportale mit günstigem Überführungsservice machen es möglich. Warum also nicht ganz auf den Showroom verzichten und nur aufs Internet setzen? „Wenn Kundinnen und Kunden das Fahrzeug abholen, möchten sie ein Erlebnis“, verrät die gelernte Automobilkauffrau, die nebenher noch ein Studium absolviert. „Wir inszenieren die Übergabe feierlich mit Enthüllung, besonderer Lichtstimmung, einer Flasche Sekt, es soll einen Wow-Effekt geben.“

Ausgezeichneter Service sei heute das Alleinstellungsmerkmal, welches die Kundinnen und Kunden langfristig binde – besonders in der Werkstatt, den Mittelpunkt eines jeden Autohauses. Neben Mietfahrzeugen hat das Team um Christina Wandscher eine kleine Cafélounge mit kostenlosem WLAN-Zugang eingerichtet, falls die Kundin oder der Kunde auf Reparaturen warten möchte.

Veränderung motiviert

Auch in der Werkstatt selbst ist der Wandel allgegenwärtig – statt zum Schraubenschlüssel greifen Mechanikerinnen und Mechaniker längst zum Laptop, um den Blechkisten auf den Zahn zu fühlen. Die Elektromobilität verändere die Anforderungen nochmals deutlich. „Der klassische Ölwechsel fällt weg, das Fahrzeug nutzt weniger bewegliche Teile, gleichzeitig kommen neue Aufgaben rund um die elektrische Verkabelung und die Hochvoltsysteme hinzu“, erklärt sie. Hier gelte es, das Personal entsprechend zu schulen, denn der Umgang mit den Starkströmen sei nicht ungefährlich.

Dieser Wandel motiviere sie auch persönlich jeden Tag aufs Neue. „Ich arbeite gern mit Menschen. Es ist spannend zu sehen, wie ein frisches Team zusammenwächst, Kundinnen und Kunden begeistert und sich neuen Herausforderungen stellt. Immer in Bewegung zu bleiben begeistert mich – und natürlich positives Feedback zu erhalten“, so die Geschäftsführerin.

Geschäftsführerin Christina Wanscher vor dem Jeep Wrangler 4XE
Geschäftsführerin Christina Wanscher vor dem Jeep Wrangler 4XE © WFB/Lehmkühler

Kraftvoll und umweltfreundlich an der Ampel davongleiten

Bleibt zum Schluss nur eine Frage – mit welchem Auto sie denn am Liebsten abends den Hof verlasse? „Momentan begeistert mich der Jeep Wrangler 4XE. Ein klassischer Offroad-Geländewagen, der jetzt elektrifiziert wurde – dadurch ist er noch besser geworden. Mit seinen 381 kombinierten PS ist er ein richtiger Sportler, der an der Ampel allen davonzieht, das macht wirklich Spaß! Man kann ihn emissionslos auf Kurzstrecken in der Stadt fahren, aber auch den Pferdetransporter oder Wohnwagen ziehen. Das wird mit anderen Elektrofahrzeugen schwierig“, gerät sie ins Schwärmen.

Auch wenn sie sich in ihrer Jugend, damals als 16-jähriges Mädchen, noch nicht vorstellen konnte im Autohaus zu arbeiten, heute hat sie eindeutig Benzin – oder viel mehr Strom – im Blut. Und will damit auch weiterhin Angestellte wie Kundinnen und Kunden begeistern.

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