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16.3.2017 - Corinna Laubach

Farbige 3D-Bilder unter Wasser

Internationales

Spin-Off Kraken Robotik GmbH bringt neuartige Sensortechnik auf den Markt

3D-Bilder im Millimeterbereich für den industriellen Unterwasserbereich und die Tiefseeforschung - das Ziel von Gründer Jakob Schwendner ist klar gesteckt. Der erste Prototyp einer Kamera mit neuartiger Sensortechnik wird derzeit in Kanada gebaut und im April der Fachwelt auf der „Ocean Business“ in South Hampton, Großbritannien, vorgestellt. „Die ersten Bilder sehen gut aus“, zeigt sich Schwendner zufrieden.

Kraken Robitik GmbH Logo
Kraken Robitik GmbH – Deutsche Niederlassung des kanadischen Unternehmens Kraken Sonar Inc. und Spin-Off vom DFKI © WFB/Frank Pusch

Jakob Schwendner kommt aus der Wissenschaft. Er hat in Bremen und London studiert - Informatik sowie Computer Science, Electronics und Robotics - und später in Bremen zu Robotik promoviert. Die vergangenen zehn Jahre arbeitete er am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Technologiepark an der Universität. Nur wenige hundert Meter vom renommierten Forschungsinstitut entfernt, richtete der 39-Jährige mit Partner Alexander Duda die deutsche Niederlassung des kanadischen Unternehmens Kraken Sonar Inc. ein. Mittlerweile sitzt das Unternehmen am Hohentorshaven. Mit extremen Umgebungen und ihren Anforderungen kennt sich der Robotik-Experte - viele Jahre forschte er im Feld Space Robotics - aus.

Es herrscht ein starkes Interesse, Allianzen zu schmieden und themenorientiert zusammenzuarbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Jacob Schwendner

Die kanadische Firma lernte er über seine Arbeit am Institut kennen. Eine klassische Win-Win-Situation. „In der Unterwasserrobotik ist noch viel Potenzial zu heben. Ich wollte weiter anwendungsorientiert Technologien vorantreiben und auf den Markt bringen, die Kanadier wollten Fuß in Deutschland fassen“, umreißt Jakob Schwendner. Und so wurde aus einer ersten Idee im Biergarten eine handfeste Gründung. Im Januar 2017 ist das Spin-Off des DFKI offiziell an den Start gegangen und Schwendner vom Wissenschaftler zusätzlich zum Geschäftsführer geworden. „Es ist eine spannende Herausforderung und ich lerne derzeit viel“, sagt er und ergänzt: „Als Start-Up können wir agil und flexibel handeln.“

Jakob Schwendner ist Geschäftsführer von Kraken Robitik
Jakob Schwendner ist Geschäftsführer von Kraken Robitik © WFB/Frank Pusch

Tools für die Unterwasserindustrie

Der Weltraum und die Unterwasserwelt, das seien zwei sich sehr ähnelnde Bereiche. Während Space-Anwendungen sich hingegen bereits etabliert hätten, gäbe es im maritimen Bereich noch reichlich Entwicklungsmöglichkeiten. „Das ist nach wie vor ein sehr kostspieliges Feld“, umreißt Schwendner. Mit einer neuartigen 3D-Kamera und einem Lasersystem will Kraken Robotik jetzt der Unterwasserindustrie ein innovatives Produkt bieten. Der Markt sei groß. „Unsere Sensortechnik kann überall dort zum Einsatz kommen, wo man mit optischen Methoden von 3D-Bildern im Millimeterbereich profitiert. Denkbar sind Offshoreanlagen, Öl- und Gasinstallationen oder die Inspektion von Seekabeln.“ Unterwasserkameras gäbe es bereits viele, aber die Nachfrage nach 3D-Bildern werde immer größer. „Hier kommen wir mit einem hilfreichen Tool auf den Markt.“

Aktive Forschungsszene

Zentrale Felder von Kraken Robotik sind die Entwicklung von 3D-Bildgebungssensoren sowie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz für Unterwasser-Roboterplattformen. „Neu ist, dass wir mit unserer Entwicklung farbige Bilder erzeugen können. Und das auch bei bewegbaren Plattformen, sei es ferngesteuert oder selbstfahrend“, erläutert Schwendner.

Mit neuartiger 3D-Kamera und Lasersystem will Kraken Robotik jetzt der Unterwasserindustrie ein innovatives Produkt bieten.
Mit neuartiger 3D-Kamera und Lasersystem will Kraken Robotik jetzt der Unterwasserindustrie ein innovatives Produkt bieten. © WFB/Frank Pusch

In einer weiteren Linie will das Unternehmen eine Software entwickeln, um Unterwasserroboter autonom zu machen. Bremen ist für ihn das perfekte Umfeld, um hier auch als Unternehmer durchzustarten. Anwendungsorientierte Forschung, Know-how-Transfer und Produktentwicklung haben für Jakob Schwendner einen hohen Stellenwert. Und auch der rege Austausch unter Kollegen beflügle innovative Vorhaben. „In Bremen gibt es hochrangige Forschungsinstitute, die Universitäten, sehr aktive Unternehmen. Es herrscht ein starkes Interesse, Allianzen zu schmieden und themenorientiert zusammenzuarbeiten.“

Wachstum ist bereits geplant

Kraken Robotik will ein aktiver Part in der Robotikszene werden. Dazu gehört für Jakob Schwendner nicht nur, Technologien und internationale Kooperationen voranzutreiben. Auch hochqualifizierte Teams aufzubauen und schlaue Köpfe nach Bremen zu holen, zählt dazu. Noch bis Ende des Jahres soll das Team auf acht Mitarbeiter wachsen. Innerhalb der nächsten vier Jahre sind 30 Stellen geplant. „Viel größer wollen wir nicht werden. Es soll bei einer kleinen übersichtlichen Firma mit schlanken Prozessen bleiben. Wichtig ist uns, dass wir Innovationen und deren Potenzial ausprobieren können.“


Mehr Informationen zum Thema „Bremen international“ finden Sie hier.

Wenn Sie sich für eine Ansiedlung aus dem Ausland in Bremen interessieren, kontaktieren Sie:

Andreas Gerber, Teamleiter Internationale Ansiedlung,  Tel. +49 421 9600 123, andreas.gerber@wfb-bremen.de


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