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25.4.2024 - Jann Raveling

Warum diese Bremerinnen und Bremer gemeinsam ins Silicon Valley aufgebrochen sind

Internationales

Delegationsreise KI ins Silicon Valley

Gruppenbild Delgationsreise Silicon Valley
Gemeinsam unterwegs im Silicon Valley und in San Francisco: Die Teilnehmenden der Delgationsreise © SWHT

Mit einer Delegationsreise zum Thema KI in der Produktion und Fertigung ging es für eine Gruppe Unternehmer:innen, Wissenschaftler:innen und Software-Expert:innen im Februar 2024 nach Kalifornien. Die Reise wurde geleitet vom NGIO, dem Northern Germany Innovation Office.

Das NGIO ist ein Zusammenschluss der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit dem Ziel, Innovation und Technologietransfer zwischen Norddeutschland und dem Silicon Valley zu ermöglichen. Unternehmen können von Kontakten profitieren oder über das NGIO gemeinsame Projekte anbahnen.

Regelmäßig finden zudem Reisen ins Silicon Valley statt, die einen direkten Einblick in die Arbeitsabläufe der Techgiganten ermöglichen. Aus ihrer vergangenen Reise ins High-Tech-Mekka berichten diese sechs Bremerinnen und Bremer:

Was den Delegationsreisenden in Erinnerung geblieben ist:

Mitja Echim
Ein Erinnerungsfoto, das man kaum auslassen darf: Dr. Mitja Echim vor der Golden Gate Bridge © Mitja Echim/TOPAS

Dr. Mitja Echim, Geschäftsführer TOPAS Industriemathematik Innovation gGmbH. Das Start-up nutzt industriemathematische Algorithmen, die in die Entwicklung intelligenter Systeme einfließen, darunter fallen auch KI. Besonders engagiert sich das Team für intelligente Entscheidungsfindungsprozesse, Sensorfusion und die Optimierung von Pfad- und Trajektorienplanungen.

„Die Besichtigung von Stanford war für mich ein herausragendes Erlebnis. Diese Universität ist ein pulsierendes Zentrum der Innovation, das eng mit der Industrie verbunden ist. Das dortige Ökosystem, welches Forschung und praktische Anwendung nahtlos miteinander verbindet, hat mich tief beeindruckt und verdeutlicht, wie fruchtbare Transferaktivitäten einen bedeutenden Unterschied in der Technologiewelt machen können.

Die Erfahrungen haben mich inspiriert, die Brücke zwischen Forschung und Industrie in unserem Bereich der Industriemathematik noch stärker zu festigen. Diese positive Fehlerkultur, die ich im Valley erlebt habe, möchte ich als wertvollen Input in unsere Arbeitsweise bei TOPAS einfließen lassen.“

René Kessler, KI-Consultant, abat AG. Das Bremer Unternehmen setzt moderne KI-Algorithmen und -Modelle ein, um Mehrwerte in der Praxis zu schaffen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von Large Language Modellen und Computer Vision.

„Beeindruckt haben mich zwei Stationen: einerseits das Nvidia Research Lab. Die vorgestellten Demos und Infos waren wirklich extrem spannend! Andererseits der Besuch der Stanford University. Absolut beeindruckende Atmosphäre. Mitgenommen habe ich auf jeden Fall jede Menge Bestätigung: Wir sind absolut auf dem richtigen Weg und beschäftigen uns mit den richtigen Themen!“

Nachtreffen Delegationsreise Silicon Valley
Beim Nachtreffen in Bremen im April 2024 ließen die Teilnehmenden ihre Erinnerungen Revue passieren und schmiedeten gemeinsam neue Pläne für mögliche Kooperationen. © WFB/Jan Raveling

Dr. Anastasiya Tönjes, Abteilungsleiterin Leichtbauwerkstoffe, Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT. Das IWT nutzt KI bei der Legierungsentwicklung oder auch für die Vorhersage der Eigenschaften anhand der Bilder von Mikrostruktur. Auch im Bereich Defektanalyse und -vorhersage wird KI angewendet.

„Die autonomen Fahrzeuge waren natürlich ein Highlight der Reise. Nicht, weil es möglich ist, sondern weil es dort bereits ein Teil des Alltages ist. Die neuesten Entwicklungen stoßen oft auf viel Widerstand. Daher hat es mich beeindruckt, mit welchem Tempo die Umsetzung dort erfolgte. Als Dozentin an der Universität sehe ich die Lehre als einen wichtigen Teil meiner Tätigkeiten. Ein Teil der Inhalte der Vorträge, die wir während der Reise gehört haben, werde ich sicherlich in die Lehre integrieren.“

Mirko Denecke, Gründer UAV-DEV GmbH. Das junge Start-up nutzt KI bei der Klassifizierung von Kamerabildern zur Optimierung der Routenplanung bei autonomen Systemen.

„Die Fahrt mit einem fahrerlosen Taxi durch San Francisco hat mich sehr beeindruckt. Die Technologie des vollautonomen Fahrens ist hier bereits Realität im Alltag. Ich hoffe, dass die Technik hierzulande schnell eine Chance für den realen Einsatz bekommt, um den technologischen Anschluss nicht zu verlieren. Alle Firmen haben vermittelt, dass sie neuen Technologien aufgeschlossen gegenüberstehen, sie nutzen und weiterentwickeln. Durch die Reise bin ich bestärkt, eigene Entwicklungen weiter voranzutreiben und dabei auch neue Wege zu gehen.“

Tim Jöhnk
Tim Ole Jöhnk ist bestens vernetzt im Silicon Valley © WFB/Raveling

Sebastian Behnen, Mitglied der Geschäftsleitung, encoway GmbH. Encoway setzt bereits seit der Jahrtausendwende symbolische KI ein. Mit dem Innovationslabor DOCK ONE forscht das Unternehmen seit über einem Jahr an sinnvollen Einsatzszenarien von Large Language Models und Chatbots.

„Für mich war der Besuch in Stanford nachhaltig beeindruckend. Der Geist, der dort in der Luft liegt, hat mich völlig mitgenommen. Allgegenwärtig war bei allen Terminen der unbedingte Fokus auf das Kundenproblem, das mit einer Technologie gelöst werden soll. Diesen Fokus habe ich in meinem Arbeitsalltag bereits vor der Reise integriert, habe aber mein Repertoire zur Kommunikation dieser Herangehensweise erweitern können. Die Überzeugung, dass dies der einzig sinnvolle Weg ist, ist nochmals gewachsen.“

Frank Patz-Brockmann, Director Research + Development, CONTACT Software GmbH. Das Bremer IT-Unternehmen erforscht KI in einer eigenen Arbeitsgruppe, um neue Verfahren zu bewerten und Anwendungsfälle zu entwickeln.
„Mich hat die Investitionslandschaft im Silicon Valley beeindruckt, die Mittel, die jungen Start-ups etwa zur Verfügung stehen. Die einmalige Dichte von führenden Unternehmen im Silicon Valley ist zudem schon unglaublich. Aus der Reise habe ich vor allem wertvolle Kontakte mitgenommen zu anderen Unternehmen und Organisationen hier in Bremen. Wir können uns gut vorstellen, in Zukunft die Zusammenarbeit mit dem NGIO weiter zu verfolgen.“ 

Haben auch Sie Interesse an den Möglichkeiten, die das NGIO bietet oder wollen sich einfach einmal zu den Potenzialen austauschen? Dann sprechen Sie Andreas Gerber an:

Andreas Gerber

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