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3.5.2017 - Jann Raveling

Filmförderung in Bremen – Klappe zu, Film ab mit der nordmedia

Kreativwirtschaft

Filme finanzieren mit Förderung aus Bremen

Der Film Paula war ein Erfolg an den deutschen Kinokassen
Der Film Paula war ein Erfolg an den deutschen Kinokassen © Pandora Film / Martin Menke

Die nordmedia ist die Medien-Fördereinrichtung für Niedersachsen und Bremen. Sie unterstützt Filme- und Medienmacher mit finanziellen Mitteln und Know-how, Weiterbildungen und Beratung. Das Budget der Initiative liegt bei ungefähr zehn Millionen Euro im Jahr.

„Grandios“, „Ein fesselndes Künstlerporträt“, „Einer der ganz großen Filme in diesem Jahr“ – wenn Kai Stührenberg diese Pressestimmen hört, ist er zufrieden, denn er hat seine Arbeit erfolgreich getan. So wie bei „Paula“. Der Film über die Malerin Paula-Modersohn-Becker aus dem Künstlerdorf Worpswede nahe Bremen begeisterte: Über 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen zum Jahreswechsel 2016/2017 den Film, er führte die Programmkino-Charts an. Mitte Januar erhielt der Kameramann Frank Lamm den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Kamera“. Außerdem ist „Paula“ in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2017.

Kai Stührenberg ist für das Land Bremen Mitglied im Vergabeausschuss der nordmedia und damit Teil des niedersächsisch-bremischen Gemeinschaftsprojekts. Er stimmt mit seinen Kolleginnen und Kollegen unter anderem darüber ab, welche Filme mit wieviel Mitteln gefördert werden. „Das Erfolgspotenzial der Produktion ist natürlich ein wichtiges Kriterium, aber natürlich nicht das einzige. Die künstlerische Qualität ist ein wichtiger Faktor, genauso wie die Professionalität des Teams. Um erfolgreich zu sein, muss ein Antrag auf Förderung bei der nordmedia eine klare Vorstellung von der wirtschaftlichen Verwertung aufzeigen. Selbstverständlich müssen in der Bremer Filmszene positive wirtschaftliche und kulturelle Effekte entstehen. Uns ist wichtig, dass Bremer Unternehmen profitieren und dabei auch gute überregionale Netzwerke entstehen“, so Stührenberg.

Szene aus dem Film Paula
Szene aus dem Film Paula © Pandora Film / Martin Menke

Die Medienfördereinrichtung der Länder Bremen und Niedersachsen schüttete 2016 fast 10 Millionen Euro an über 200 Projekte aus. Die Förderbereiche sind dabei sehr breit gefächert und beschränken sich nicht allein auf den Dreh: Dazu kommt alles rund um die Produktion, wie Verleih, Vertrieb, Drehbuch- und Projektentwicklung. Die nordmedia unterstützt außerdem junge Talente, Kinos und auch die Entwicklung von Computerspielen oder anderen interaktiven Medienprojekten.

Mehr zu den geförderten Bereichen gibt es bei der nordmedia

Bewerbung bei der nordmedia Filmförderung

„Bewerben kann sich jeder mit einer guten Idee und einer klaren Verwertungsperspektive“, sagt Stührenberg. Auch ohne jahrelange Praxiserfahrung oder die in der Filmbranche oft benötigten guten Kontakten kann ein Antrag Erfolg haben, wenn gemeinsam mit den Kollegen von nordmedia die richtigen Partner gefunden werden. Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden sich auf der Webseite.

Dreimal im Jahr tagt das Gremium und entscheidet über neue Anträge. Für Kai Stührenberg sind das lange Tage und kurze Nächte: „Wir müssen sehr viele Drehbücher, Treatments und Anträge lesen und machen uns zu jedem Fall viele Gedanken. Der Auswahlprozess ist hart, denn es gibt viele gute Einreichungen und ein beschränktes Budget von circa 600.000 Euro pro Jahr für Bremen.”

Interessierte können sich jederzeit bewerben – alle Anträge werden bis zur nächsten Förderperiode gesammelt und dann gemeinsam ausgewertet.

Mit dem „HANDS ON 360°"-Wettbewerb förderte die nordmedia erste Schritte in die Virtuelle Realität
Mit dem „HANDS ON 360°"-Wettbewerb förderte die nordmedia erste Schritte in die Virtuelle Realität © nordmedia

Workshops und Weiterbildung sind Aufgabe der nordmedia

Neben der Filmförderung mit Investitionen werden Regisseure, Schauspieler und Medienentwickler auch mit Know-how unterstützt, ganz nach dem Motto „Fördern – Vernetzen – Entwickeln“.

So gibt es Workshops zu den verschiedensten Themen rund um Filme, Medien und Wettbewerbe, in denen junge Talente sich regelmäßig messen können. Ein Beispiel dafür ist der „HANDS ON 360° VIDEOWETTBEWERB“, der das junge Medium Virtual Reality fördert. Begleitet von einer Konferenz und Workshops, können hier Filmemachende die ersten Schritte in Richtung der virtuellen Realität unternehmen. Weitere Beispiel sind die Workshops „Games&Recht“, der 24HACKATHON oder die nordmedia talk & night.

Auch für Nachwuchs-Filmemacher ist gesorgt. Mit dem Projekt Filmstart kooperiert die Nordmedia mit dem Filmbüro Bremen. Der Verein unterstützt und berät Künstler und vernetzt Filmschaffende in Bremen.

Feiern, wie die Festivals fallen

Auch Filmfestivals werden gefördert. In Bremen gehört dazu das Filmfest Bremen, das 2016 zum zweiten Mal veranstaltet wurde und 25 Filme mit Bremer Bezug zeigte. „Filmfestivals sind für uns wichtig, weil sie ein Schaufenster der jungen Szene sind, die Vernetzung fördern und eine Öffentlichkeit für die Akteure herstellen. Hierzu gehört neben dem Filmfest Bremen auch das Favourites Film Festival“, so Stührenberg.

Mehr Infos: www.nordmedia.de

Näheres zu den Filmfesten:

Favourites Film Festival Bremen, 24.05 - 28.05.

Filmfest Bremen, 22.09. - 24.09.


Weitere Informationen zur Kreativwirtschaft und zu Unternehmensgründungen von Kreativen gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 361-32173, kai.stuehrenberg@wah.bremen.de


Was Kreative in Bremen sonst noch so machen, erfahrt Ihr auf der Übersichtsseite Kreativwirtschaft

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