+49 (0) 421 9600-10
19.11.2020 - Ein Gastbeitrag von Phillip Petzold, energiekonsens

E-Mobilität in Bremer Unternehmen – mit kreativen Lösungen klimafreundlich unterwegs

Automotive
WFB-Gewerbegebietsmanagerin Kathrin Kruse unterwegs mit dem Volkswagen e-up!
WFB-Gewerbegebietsmanagerin Kathrin Kruse unterwegs mit dem Volkswagen e-up! © energiekonsens

Der Saft geht aus, keine Ahnung, wo die nächste Ladesäule ist und wie sie funktioniert. Die E-Mobilität gilt zwar als zentraler Baustein, wenn es um Fortbewegungsmittel der Zukunft geht, dennoch gibt es immer noch Bedenken und Berührungsängste mit Stromern – ob auf zwei oder vier Rädern. Auch Unternehmen, die ihren Fuhrpark umrüsten wollen, stoßen bisweilen auf Hindernisse – die lassen sich jedoch mit Unterstützung von außen und etwas Kreativität beseitigen.

Bremer Unternehmen gehen mit Beispiel voran

Bei den Kreativen der Kommunikations- und Designagentur GfG/Gruppe für Gestaltung sollte es den Mitarbeitenden leichtgemacht werden, sich emissionsarm fortzubewegen: Das Buchungstool für Dienstfahrzeuge zeigte bevorzugt Pedelecs und E-Autos an. Doch der Funke sprang nicht gleich über, konventionelle Dienstwagen waren gefragter. Das änderte sich aber nach einem Ausprobiertag mit Rallye. Die Mitarbeitenden konnten die Fahrzeuge einfach mal spielerisch testen und merkten: Elektromobilität ist kein Hexenwerk. Der Verbrenner bleibt nun immer öfter in der Garage.

Auch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH setzt ein E-Auto als Firmenfahrzeug ein. „Das Fahrzeug wird sehr positiv aufgenommen. Kolleginnen und Kollegen nutzen es hauptsächlich für Wege innerhalb Bremens – für Fahrten zu Kundinnen und Kunden, Baustellen oder Grundstücksbesichtigungen“, so Andreas Heyer, Vorsitzender der WFB-Geschäftsführung. Das Fahrzeug wird als leise, wendig und übersichtlich geschätzt, zudem entfällt lästiges Tanken, da am Stellplatz in der Tiefgarage eine Ladevorrichtung genutzt wird.

Anfängliche Bedenken bestanden vornehmlich in der möglicherweise nicht ausreichenden Kilometer-Leistung. Das Unternehmen musste sein Fuhrparkmanagement geringfügig anpassen, sodass zwischen einzelnen Fahrtzeiten genügend Ladezeit für das E-Auto zur Verfügung stand. Um sich mit dem Betrieb des E-Fahrzeugs vertraut zu machen, organisierte die WFB zudem eine Einführung, an der Kolleginnen und Kollegen mit Interesse am Thema freiwillig teilnehmen konnten.

Bedenken aus dem Weg räumen

Innovation, Umweltfreundlichkeit und ein besseres Image sind laut einer nicht repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint die wichtigsten Gründe für die Umstellung auf Elektromobilität. Die größten Hürden lagen für rund drei Viertel der 36 befragten Fuhrparkmanagerinnen- und -manager in hohen Investitionskosten sowie der Komplexität der Umsetzung. Auch Bedenken hinsichtlich der Reichweiten von Stromern und der Ladeinfrastruktur treibt die Menschen um.

„Viele Unternehmen stehen der Elektromobilität sehr aufgeschlossen gegenüber“, berichtet Stella Reulecke von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens. „Doch wenn es konkret darum geht, elektrisch betriebene Dienstwagen anzuschaffen, stoßen sie oft an Grenzen.“

Darum bietet energiekonsens kostenlose Beratungen an, bei denen Experten sich unter anderem anschauen, was in Sachen Elektromobilität vor Ort möglich ist und wie die Umsetzung günstiger bzw. einfacher ablaufen kann – auch in Kooperation mit Nachbarn. „Unternehmen können beispielsweise über externe Car-Sharing-Anbieter ihren Fuhrpark verkleinern und zusammen auf E-Fahrzeuge zugreifen. Als Ergänzung können die Parkflächen gemeinsam genutzt werden.“, so Reulecke.

Eine Grundvoraussetzung für eine klimafreundliche E-Mobilität ist die Nutzung von Ökostrom. Dies kann über externe Anbieter oder die eigene Photovoltaik-Anlage umgesetzt werden. Somit gehen auch die verschiedenen Sektoren Hand in Hand.


Interessieren Sie sich für weitere News und Informationen zur Bremer Wirtschaft? Melden Sie sich hier an:

Erfolgsgeschichten


Digitalisierung / Industrie 4.0
11.05.2022
Wie der Mittelstand den Sprung in die Industrie 4.0 schafft

Industrie 4.0 – ein Schlagwort, das jede Unternehmerin und jeder Unternehmer kennt. Aber gerade dem Mittelstand fällt es oft schwer, sie in die Praxis umzusetzen. Am Beispiel einer Kleinwindkraftanlage veranschaulicht ein Bremer Forschungsprojekt den Weg des Mittelstands in die digitale Zukunft.

zur BAB-Webseite
Windenergie
08.04.2022
Was Bremer Unternehmen vom beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien erwarten

Bundeswirtschaftsminister Habeck möchte bis 2035 in Deutschland klimaneutral Strom erzeugen. Dafür bringt er drei neue Gesetze ein. Aber ist das überhaupt ein realistisches Ziel? Und wie kann die Bremer Wirtschaft davon profitieren? Wir haben nachgefragt.

Mehr erfahren
BAB
21.03.2022
Diese Maschine ist weltweit einzigartig – und kommt aus Bremen

Mit bis zu 5.000 Grad fertigt eine neue Bremer Schmelzanlage aus hochfestem Titan weltweit gefragte Legierungen. Für das Unternehmen dahinter ein langjähriges Wagnis, das jetzt aufgeht.

zur BAB