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7.9.2016 - Jann Raveling

Das sind die ungewöhnlichsten Bremen-Bilder der Nordaufnahme

Kreativwirtschaft

Norddeutsche Profi-Fotografen zeigen ihr Können

Fashionshoot im Steintor
Fashionshoot im Steintor © StudioB Detmar Scholl

Individuelle, authentische Bilder schaffen Identifikation. Die Nordaufnahme ist ein Zusammenschluss von Fotografen aus Bremen, dem Umland und dem Oldenburger Raum, die sich austauschen und gemeinsam ihre Stärken zeigen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – ein Sprichwort, dass heute auf den Prüfstand muss. Denn viele Webseiten, Flyer oder Broschüren greifen auf Stockphotos zurück, Bildmaterial, das online für wenig Geld zu kaufen ist. Die Fotos sehen ansprechend aus, sind qualitativ hervorragend aufbereitet, wirken jedoch schnell beliebig. Hat man eins gesehen, hat man alle gesehen. „Wie schaffen es Unternehmen oder Institutionen, den Leser visuell anzusprechen und ihm Authentisches zu liefern?“, fragt der Bremer Fotograf Frank Pusch. Er ist sich sicher, nur originelle und individuell passende Bilder erzählen eine Geschichte, die den Leser erreicht. Bilder, die zur Region passen. Sie schaffen einen Mehrwert für Unternehmen – den lokal vernetzte Fotografen liefern, denn sie kennen sich vor Ort aus.

Nordaufnahme zeigt alle Facetten der Fotografie

In der Nordaufnahme haben sich 2004 circa 50 Fotografen aus dem Nordwesten zusammengefunden. „Die Bremer Medienlandschaft veränderte sich. Da dachten wir uns, dass wir das gesamte fotografische Potenzial in der Region sichtbar machen“, erklärt Frank Pusch. Heute sind alle wichtigen Disziplinen der Fotografie in der Nordaufnahme vertreten, Reportage- und Pressefotografie, Werbung, Architektur, Unternehmenskommunikation bis hin zu Reise- und Foodfotografie.

Stadtmusikanten
Stadtmusikanten © Ingo Wagner

Kein Verein – aber eng verbunden

Mit Organisationen ist das bei den Kreativen ja immer so eine Sache. Als Freiberufler unterwegs, sind sie häufig Einzelkämpfer. Mit der Nordaufnahme als Zusammenschluss ohne Zwang, ohne Verpflichtung, fand sich eine einfache Plattform zum Austausch, so Pusch: „Wir Fotografen sehen uns zum Beispiel auf Presseterminen, sprechen aber eher selten miteinander. Miteinander zu reden ist aber wichtig, wir brauchen Austausch untereinander, wir sitzen ja im selben Boot.“ Die Mitglieder treffen sich, mal öfters, mal seltener, um gemeinsam über die Fotografie im Nordwesten zu diskutieren. Geredet wird, wenn Bedarf besteht.

Über die Jahre gaben die Fotografen die zwei Bildbände „nordaufnahme“ im Bremer Schünemann Verlag sowie mehrere Ausstellungskataloge heraus. Nach einer Reihe von Ausstellungen in Bremen, Worpswede, Oldenburg, Delmenhorst und Emden entstand 2012 die Ausstellung „Imagefaktor – Das Bild der Wirtschaft“ im Bremer Wilhelm Wagenfeld Haus. Sie ging der Frage nach, wie Unternehmen mit ihren Kunden erfolgreich visuell kommunizieren. „Uns war ein didaktischer Ansatz wichtig, wir zeigten, was wertvoll in den Unternehmen der Region ist. Wie wir zu jedem wirtschaftlichen Thema neue, spannende Ansätze finden“, erklärt Frank Pusch. Denn da sind regionale Fotografen deutlich im Vorteil: „Wir wissen, wann das Licht richtig steht, welches Motiv funktioniert, um etwa die Bremer Bürgerschaft zu fotografieren“. Wichtiger als der gemeinsame Auftritt nach außen ist den Mitgliedern der Zusammenhalt untereinander: Die Fotografen helfen sich gegenseitig aus, wenn sie bestimmte Locations oder Equipment suchen.

Und wo kann ich jetzt Fotos der Nordaufnahme-Fotografen bestaunen? Wir haben ungewöhnliche Fotos zum Thema „Bremen“ zusammengetragen und in dieser Bildergalerie ausgestellt - persönliche Blicke auf Bremen, abseits von Auftragsarbeiten.

Bildergalerie Nordaufnahme

Weitere Informationen zu Förderprogrammen der Kreativwirtschaft und zu Unternehmensgründungen von Kreativen gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 361-32173, kai.stuehrenberg@wah.bremen.de

Was Kreative in Bremen sonst noch so machen, erfahren Sie auf der Übersichtsseite Kreativwirtschaft.

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