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13.12.2022 - Jann Raveling

Bildergalerie: So sieht die künstliche Intelligenz Bremen

Digitalisierung / Industrie 4.0

Neue Möglichkeiten für die KI

Katze und Huhn
"Houston - we have a problem, we're out of milk and corn"

Künstliche Intelligenzen (KI) werden immer raffinierter und dabei einfacher zu bedienen. Das haben wir einmal als Anlass genommen, um eine KI zu fragen: Wie siehst du Bremen?

Die künstliche Intelligenz macht rasante Fortschritte. Während sie in manchen Bereichen Alltag ist – etwa in Sprachassistenten wie Alexa oder Siri – stehen andere Bereiche noch am Anfang ihrer Entwicklung.

Bekanntheit haben in den letzten Jahren KIs erlangt, die selbstständig Bilder und Grafiken erstellen können, sogenannte Text-to-Image-AIs. Hier gibt die Nutzerin oder der Nutzer einen Satz an Anweisungen in Textform ein und die KI erstellt daraus selbstständig ein Bild.

Am bekanntesten sind dabei die drei KI’s DALL-EStable Diffusion und Midjourney. Besonderes mediales Aufsehen erregte Midjourney im September 2022, als ein Künstler mit einem KI-generierten Bild einen Kunstwettbewerb gewann und damit Fragen darüber aufwarf, was Kunst eigentlich ist.

Wie sieht die KI Bremen?

Wir haben unseren Test mit DALL-E durchgeführt. Die KI lässt sich über ein einfaches Webinterface bedienen – Programmierwissen ist dafür unnötig. Beim Austesten zeigt sich, dass es gar nicht so einfach ist, ein brauchbares Bild mit der KI zu erzeugen. Die Texteingabe sollte möglichst präzise sein, wenig Spielraum zur Interpretation lassen und nicht zu viele Bildinhalte enthalten. Verschiedene KI erreichen dabei sehr unterschiedliche Ergebnisse. Besonders beeindruckend sind die Bilder von Midjourney. Auch diese KI lässt sich selbst ausprobieren.

Sechs Beispiel für KI-Motive zu Themen aus Bremen:

Beispiel 1: Bild einer Katze, eines Hundes, eines Hahns und eines Esels im Raumanzug

Stadtmusikanten
Droppen bald ihr erstes Album "Bremen Days"

Den Anfang machen vier Motive der Stadtmusikanten in Verbindung mit einer der Bremer Kernbranchen: der Luft- und Raumfahrt. Beim Esel ließ sich die KI nur auf die Ohren ein.

Da die KIs mit Millionen bis Milliarden frei zugänglichen Bildern aus dem Internet trainiert werden, bezieht sich die Bildausgabe auch auf das, was online verfügbar ist. Je konkreter echte Orte, Gebäude oder Personen abgebildet werden sollen, desto schwerer fällt es der KI, daraus Bilder zu erzeugen.

Beispiel 2: Gemälde von der Bremer Stadtmusikantenstatue im Stil von Salvador Dalí

Tanzender Hund auf Esel
Are you ok?

Die KI ist hervorragend darin, Bildstile von bekannten Künstler:innen, Zeitepochen oder bestimmten Zeichenarten auf neue Inhalte anzuwenden. Ob es tatsächlich den Stil des oder der jeweiligen Kunstschaffenden trifft, ist dabei eine andere Frage.

Beispiel 3: Stillleben-Gemälde einer Flasche Beck’s Bier

Beck's Flasche
Erfrischung aus dem Spiegeluniversum

Wie die KI bei vielen Details ins Schwimmen kommt, zeigt der folgende Textprompt. Während die Szene auf den ersten Blick wie ein Foto aussieht, zeigen sich bei genauerer Betrachtung seltsame Details und geometrische Verformungen wie etwa beim Fahrrad rechts im Bild:

Beispiel 4: Menschen genießen einen sonnigen Tag an der Weser, im Stil von Georges Seurat gemalt

Ufer
Ist das wirklich das Bremer Weserufer?

Ohnehin scheint die KI bei Fahrrädern einen wunden Punkt zu haben - schade, wo doch Bremen eine der deutschen Fahrradhauptstädte ist.

Beispiel 5: High-Quality-Foto eines Fahrrads, bemalt in den Farben der Bremer Flagge (weiß-rot)

Fahrrad
Ich würde nicht damit fahren wollen, ich sags ja nur.

Im letzten Motiv haben wir uns mit einer der wichtigsten Bremer Branchen, der Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft auseinandergesetzt. Das Bundesland gehört zu den weltweit wichtigsten Produzenten von Fischstäbchen – da liegt es nahe, die KI zu Fragen, wo denn die Fischstäbchen eigentlich herkommen:

Beispiel 6: Ein Fisch mit Fischstäbchen anstelle der Flossen

 

Fisch
Und was passiert mit dem Rest vom Fisch?

Bild-KIs mehr als eine Spielerei?

So amüsant und interessant die Ergebnisse von DALL-E sein mögen, stellt sich doch die Frage: Sind die Bilder auch nützlich oder liegen die Ergebnisse noch zu weit von praktischer Anwendbarkeit entfernt?

Sirko Straube, Research and Administrative Manager am Bremer Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI in Bremen und Host des Think Reactor-KI-Podcasts sieht in ihnen viel Potenzial:

„Solche KI-Anwendungen regen unsere Fantasie an und zeigen Möglichkeiten auf, wie KI selbst in Bereichen nutzbar wird, die wir bisher vielleicht eher dem Menschen allein zugerechnet hätten. Es zeigt auf beeindruckende Weise, dass wir KI-Systeme so trainieren können, dass Texte dechiffriert und in Bezug zu bildlicher Darstellung gesetzt werden. Durch den aktuell vielleicht noch spielerischen Umgang mit dieser Methodik werden sich zukünftig neue Anwendungsfälle ergeben und vielleicht auch Berufszweige verändern. Es ist dabei enorm wichtig zu verstehen, dass die KI hier etwas abbildet, auf das sie trainiert worden ist. So sind auch die Ergebnisse eine Transformation dessen, was der Algorithmus an Daten gesehen hat. Die KI versteht nicht den Text und sie kennt nicht den Kontext ihres Outputs. Für uns Menschen ist es dennoch wertvoll, denn wir können Texte plötzlich sehr reichhaltig visualisieren und uns darüber hinaus noch von dem Ergebnis der KI inspirieren lassen und eventuell sogar darüber streiten, ob es sich dabei um Kunst handelt.“

Bremen gilt als ein Hotspot für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in Europa - jedoch weniger im Bereich von bildgebenden KIs, sondern mehr im Feld der robotischen KI. In den letzten Jahren hat sich ein Ökosystem aus Instituten, Unternehmen und mehr und mehr Start-ups entwickelt, die in viele Bereiche der Technologie vordringen.

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