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19.10.2020 - Jann Raveling

Einzelhandel: Wie er die zwei Welten analog und digital vereinen kann

Einzelhandel

Digitalisierung des traditionellen Ladengeschäfts als Chance begreifen

Wie sieht die Zukunft des Einzelhandels aus?
Wie sieht die Zukunft des Einzelhandels aus? © Prolog Innovation

Die Coronapandemie beschleunigt die Digitalisierung. Der Online-Einkauf nimmt stark zu, das spürt der traditionelle Einzelhandel besonders. Mit den richtigen Ansätzen und Ideen kann aus der Bedrohung aber auch eine große Chance werden, wie unsere Beispiele und unsere Veranstaltungsreihe im Oktober zeigen.

Eine Umfrage des Digital-Lotsen Bremen und des Beratungsunternehmens ProLog Innovation im Spätsommer 2020 im Bremer Einzelhandel zeichnet ein eindeutiges Bild: Neben dem Umsatzrückgang durch die Coronakrise sind die Konkurrenz durch den Onlinehandel sowie der Aufbau eigener Online-Vertriebskanäle die größten aktuellen Herausforderungen. Rund 60 Prozent der rund 100 Befragten gehen davon aus, dass sich Einkaufsverhalten und Bedürfnisse in Zukunft stark ändern. Rund ein Drittel gibt dabei zu, die eigenen Kundinnen und Kunden nur „befriedigend“ zu kennen.

„Die Coronakrise hat den Druck auf den Einzelhandel immens erhöht“, deutet Malte Breford, Bremer Digital-Lotse der Wirtschaftsförderung Bremen die Ergebnisse. „Im Handel gibt es das Bewusstsein um nötige Veränderungen, aber vielen fehlen noch das Wissen, die Werkzeuge und die Kompetenz.“

Sich digital wie im Laden geben - Digitalisierung im Einzelhandel
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Eine junge Generation an Gewerbetreibenden im klassischen Handel, wie in unserem Video, lebt in Bremen vor, wofür der Einzelhandel in Zukunft stehen kann. Es geht nicht darum, zum nächsten Amazon zu werden. Denn preislich ist es nahezu unmöglich, einen Milliardenkonzern zu schlagen. Im Gegenteil: Künftig überlebt nur, wer die Präsenz vor Ort, den Laden, geschickt mit den neuen Kundenbedürfnissen vereint.

„Jede Händlerin und jeder Händler hat ihren oder seinen ganz eigenen Stil. Ziel muss es sein, diese Authentizität auch im Digitalen auszuspielen, die eigene Geschichte weiterzuerzählen“, so Sarah Hoff, Einzelhandels-Expertin. Soziale Medien wie Instagram oder Facebook sind wichtige Kommunikationskanäle und der Einzelhandel sucht hier vermehrt den Kontakt zu den Kundinnen und Kunden, das bestätigte auch die Umfrage. „Der Laden wird zum Showroom und Begegnungsort – Kommunikation und Kauf finden sowohl online als auch offline statt.“

Kundinnen und Kunden finden und verstehen
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Das Digitale wird zum zusätzlichen Kanal, aber offline wie online bleibt es wichtig, die eigene Zielgruppe zu kennen, ihre Wünsche zu erahnen und sie mit dem zu überzeugen, was sie online nur selten erhalten: persönliche Beratung, mitdenkenden Service und ein überzeugendes Einkaufserlebnis. Da sind sich Digital-Lotse Breford und Expertin Hoff einig.

„Es gibt dafür kein Muster, kein Patentrezept. Für manche kann es sinnvoll bleiben, auch künftig rein offline zu agieren. Ich bin aber überzeugt, dass für die Mehrheit der Bremer Einzelhändlerinnen und Einzelhändler ein Mix zu besseren Ergebnissen führt“, so Breford.

Gemeinsam stärker – der Einzelhandel vernetzt sich
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Der Einzelhandel ist kein Einzelkampf. In vielen Stadtteilen, in vielen Städten geht es Inhaberinnen und Inhabern derzeit ähnlich, wenn auch die Produkte und Dienstleistungen sehr verschieden sind. „Wer sich zusammenschließt, kann von gegenseitigen Erfahrungen profitieren, gemeinsame Aktionen planen und so Kundinnen und Kunden auf den jeweils anderen aufmerksam machen. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber dem Onlinehandel“, weiß Breford.

Das sieht der Einzelhandel auch selbst so: Die Umfrage in Bremen ergab starke Wünsche nach mehr Vernetzung und Kooperation unter den einzelnen Geschäften. Meist auf sehr lokaler Ebene – in einer Einkaufsstraße oder im Quartier.

Selbstbestimmt und mit neuer Motivation
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Zu neuen Kundenverhalten und neuen Kommunikationswegen kommt auch ein neues Selbstverständnis im Einzelhandel, sei es von Angestellten oder Inhaberinnen und Inhabern. „Führung, Mitbestimmung, Selbstverwirklichung – Themen, die bei vielen auf Resonanz stoßen und zur neuen Arbeitswelt, dem New Work, passen“, so Hoff. „Die Umfrageergebnisse zeigen sehr klar das Interesse des Einzelhandels an der Themenpalette für neues Arbeiten“, ergänzt Sven Hermann, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens ProLog Innovation.

Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Arbeit im Einzelhandel

Online-Kommunikation, Storytelling, Kundenzentrierung, New Work, gemeinsames Handeln – viele komplexe Begriffe gehören zur neuen Einzelhandels-Realität. Da kann man sich schon mal überfordert fühlen.

Aus diesem Grund bieten die Bremer Digital-Lotsen und das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen unterstützt durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa ab dem 26. Oktober eine vierteilige, kostenlose Online-Veranstaltungsreihe für den Einzelhandel, veranstaltet vom Beratungsunternehmen ProLog Innovation. Diese verdeutlicht, wie das Zusammenspiel zwischen stationärem Verkauf und Onlinegeschäft gelingen, und welche wichtige Rolle New Work dabei spielen kann. Mit dabei: Die Frauen und Männer aus dieser Videoreihe, die über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten und zum Diskutieren einladen.

Anmeldung: https://digitallotsen-bremen.de/events/new_work_lab1/
Los geht es am 26. Oktober, 19.30 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos. Auch wer nicht am ersten Termin teilgenommen hat, ist herzlich zu den Folgeterminen eingeladen. Plätze stehen ausreichend zur Verfügung.


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