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28.2.2018 - Jann Raveling

Dem Ideenklau einen Riegel vorschieben

Kreativwirtschaft
Geistiges Eigentum sichern - Plattform zum Schutz nutzen

Frische Ideen aus Bremen: Madeby zeigt das Können Bremer Designer
Frische Ideen aus Bremen: Madeby zeigt das Können Bremer Designer © WFB

Geistiges Eigentum schützen - eigene Ideen lassen sich vor dem Diebstahl sichern. Jeder kann seine eigenen Ideen schützen. Das ist einfach, wenn man weiß, wie. madeby HfK ist eine deutschlandweit einzigartige Plattform, die Ideen und Designentwürfe rechtlich abgesichert dokumentiert. Nutzen können sie Studierende und das Lehrpersonal der Bremer Hochschule für Künste. Aber es gibt noch weitere Wege.

„Eine gute Idee erkennt man daran, dass sie geklaut wird“, stellte einst Rudi Carell humorvoll fest. Was nur wenige wissen: Genau wie Patente sind aber auch Ideen und Entwürfe schützbar und damit vor Ideendiebstahl ein klein wenig sicherer. Um das geistige Eigentum zu bewahren, gibt es das eingetragene Gemeinschaftsgeschmacksmuster der Europäischen Union, das Entwürfe europaweit schützt. Auf nationaler Ebene gilt äquivalent der sogenannte Designschutz. Nachteil beider Methoden: Die Eintragung ist teuer und mit Aufwand verbunden.

Geistiges Eigentum schützen: Rechtsweg für Studierende oft zu teuer

Denn 350 Euro Gebühr auf europäischer und 60 Euro auf nationaler Ebene sind für viele Studierende ein hoher Betrag. „In unseren Kursen und Abschlussarbeiten entstehen immer wieder tolle, schützenswerte Produkte, deren zugrundeliegende Idee das ein oder andere Mal gestohlen wurde“, erzählt Andreas Kramer, Professor für Produktdesign / CAD an der Bremer Hochschule für Künste (HfK).

Zusammen mit seiner HfK-Kollegin Bettina Pelz kam ihm der Gedanke, ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, das drei Anforderungen genügen sollte: schnell, einfach und kostengünstig. Anfang 2018 setzten sie diese Idee zusammen mit der bremischen Bremer Technologiepark sitzt. madeby HfK heißt die neue Internet-Plattform, die Entwürfe dokumentiert und so das geistige Eigentum der Studierenden schützt.

Rechtlich zugrunde liegt ihr das so genannte „nicht eingetragene europäische Gemeinschaftsgeschmacksmuster“. Im Gegensatz zum eingetragenen Geschmacksmuster entsteht das Schutzrecht bereits durch Benutzung und Bekanntmachung – etwa im Internet. Wichtig: Der Gestaltungsentwurf muss neu und kreativen Ursprungs sein.

Einfach, schnell und verbindlich die eigenen Entwürfe dokumentieren

Im Gegensatz zum EU-Verfahren kostet der Vorgang für die Studierenden nichts. Sie müssen lediglich ein Bild des Entwurfs, Kontaktdaten sowie eine kurze Beschreibung einreichen. Nach kurzer Prüfung durch InnoWi erscheint das Material dann auf der Webseite und ist damit rechtssicher dokumentiert.

Kühlkörper für HiFi-Anlagen, ein Entwurf von Joris Wegner
Kühlkörper für HiFi-Anlagen, ein Entwurf von Joris Wegner © Joris Wegner

Wie etwa „Kühlkörper als Gestaltungsmittel im HiFi-Bereich“ – so heißt der Entwurf von Joris Wegner, der im 5. Semester Integriertes Design an der HfK studiert. Wegner hat 3D-gedruckte Aluminiumstrukturen entworfen, die sowohl formschön als auch nützlich sind: Sie dienen als Kühlelemente für hochwertige Elektronikbauteile in Verstärkern oder anderen HiFi-Geräten. Die Idee ist im Kurs „Innovative Designkonzepte für das individuelle Handwerksprodukte“ entstanden, ein echtes Produkt ist sie noch nicht. Jetzt steht sie auf der Webseite und kann von jedem entdeckt werden.

Ein Schaufenster Bremer Ideen

Und damit eröffnet sich auch gleich ein weiterer Nutzen der Plattform. „Wir wollen mit madeby der Öffentlichkeit zeigen, welche einzigartigen Produkte und Erfindungen hier in der HfK entstehen. Wir schaffen hier ein breites Angebot an verwertbaren Ideen, die für viele Unternehmen, für Modedesigner oder sogar Tonstudios wertvoll sein könnten, aber bisher nicht wahrgenommen wurden“, so Professor Kramer. Als „Spiegel der Hochschule“ bezeichnet er die Plattform und freut sich, dass sie die hohe Qualität der akademischen Lehre zeigt, ein Aushängeschild für Bremen.

Kramer erwartet im Jahr zwischen 100 und 200 neue Entwürfe auf der Plattform, aus allen kreativen Bereichen: Vom Modedesign über Haushaltsgegenstände, Möbel, Computerspiele, elektronische Geräte bis hin zu neuen Technologien oder Entwicklungen im musikalischen Bereich. „Wir erhoffen uns viele Anfragen von Unternehmen und Institutionen“, wünscht sich Kramer.

Erfindungen, Patente und Ideen sind Geigerzähler von Innovation

Die Bremer Patentverwertungsagentur InnoWi übernimmt die Dokumentation und den Betrieb von „madeby“. „Außerdem prüfen wir jeden Entwurf auf seine Patentierbarkeit“, erklärt Jens Hoheisel, Geschäftsführer von InnoWi. Ist eine Idee patentierbar, landet sie nicht auf der Plattform, sondern wird zuerst zum Patenten angemeldet.

Durch die Plattform erhofft er sich noch mehr Erfindungen aus Bremen, um so den Innovationsstandort zu stärken. „Wir wollen Innovationen erleichtern, dazu gehört es auch, Schutzrechte anzuzeigen und die Rechte am geistigen Eigentum zu sichern. Mit der Plattform dokumentieren wir die vielen spannenden Ideen an der HfK systematisch“, so Hoheisel weiter.

Kreativwirtschaft als Ideengeber für die Industrie etablieren

„Die Bremer Kreativwirtschaft spielt eine wichtige Rolle dabei, Innovationen in Industrie und Handel anzustoßen“, sagt Kai Stührenberg, Referatsleiter Innovation, Digitalisierung und neue Themen beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Das bremische Ressort hat die Realisierung der Plattform im Rahmen der Stärkung des Wissens- und Technologietransfers mit Fördermitteln ermöglicht. „Wie wollen den Wissens- und Ideenaustausch zwischen Kreativen und der Industrie vereinfachen. Kreative Ideen zu schützen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen, ist ein wichtiger Schritt dabei.“

Die Initiatoren arbeiten derweil an neuen Vermarktungswegen, an Videobeiträgen und einem regelmäßigen Newsletter. Damit alle Welt erfährt, welche Ideen und Entwürfe in Bremen entstehen. Vielleicht heißt es dann bald öfter in den Regalen von Möbelhäusern und Boutiquen „madeby HfK in Bremen“.

Zur Plattform: madeby.hfk-bremen.de


Eine Gute Idee, aber noch keinen Plan, wie daraus ein Geschäft werden soll? Infos zur Existenzgründung in Bremen gibt das Bremer Starthaus: Unter der Telefonnummer 0421 9600 – 372 und unter der E-mail: starthaus@bab-bremen.de. Eine Liste aller Ansprechpersonen gibt es hier: www.starthaus-bremen.de/ueber-uns

Weitere Informationen zur Kreativwirtschaft und zu Unternehmensgründungen von Kreativen gibt es bei Ole Bast, Innovationsmanager, Freie Hansestadt Bremen, Tel.: 0421 9600 - 334, ole.bast@wah.bremen.de,

Kreativwirtschaft
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Kreativwirtschaft
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Kreativwirtschaft
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Nils Schröder ist passionierter Drummer und einer der wenigen Trommelstimm-Experten in Deutschland. Als "Trommelstimmer" hat er sich selbstständig gemacht und gibt Workshops, bringt eigene Bücher heraus und reist durch die gesamte Bundesrepublik - immer im Dienst des perfekten Klangs.

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Bela B., Bernd Begemann, Die Sterne - alle diese Bands haben Alben oder Singles im Studio Nord in Bremen Oberneuland aufgenommen. Das Tonstudio wurde von einst vom Schlagersänger und Komponist Wolfgang „Ronny“ Roloff gegründet. Bis heute ist es für seine hohe Qualität bekannt.

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Die Graffiti- und Airbrush-Agentur LuckyWalls ist mit Fassadengestaltung über Bremen hinaus bekannt. Das Unternehmen hat aber noch viel mehr in petto: Die Kreativen produzieren Filme oder auch Lichtinstallationen. Und dem Gründer Peter Stöcker ist noch etwas anderes sehr wichtig.

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Kreativwirtschaft
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Kreativwirtschaft
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Die kulturelle Landschaft einer Stadt lebt unter anderem von ihrer Theaterszene. Die ist in Bremen ausgeprägter als man zunächst meinen mag. Neben den großen Häusern gibt es nämlich zahlreiche kleine Privattheater mit fester Spielstätte, die sich im letzten Jahr zu einer Interessengemeinschaft verbunden haben.

Kreativwirtschaft
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Der chinesische Designer Haoyu Li verbindet deutsche Design-Ausbildung mit chinesischer Geschäftstüchtigkeit. In Bremen eröffnet er jetzt ein Gestaltungsbüro. So will er chinesischen Produkten den Eintritt in den deutschen Markt erleichtern und deutsche Marken nach China bringen.

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Das Musikfest Bremen ist wie ein bunter Gemischtwarenladen. Aber nur mit dem Besten bestückt. 22 Spieltage Klassik vom Feinsten, für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Wir stellen Ihnen einige der Highlights aus diesem Jahr vor.

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Schon nach einem halben Jahr alle Hände voll zu tun: Die beiden jungen Neustädter Lars Klimmeck und Christoph Neumeier haben mit ihrer Agentur Jung&Billig den richtigen Riecher fürs digitale Werbe-Business.

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Julia von Wild und Kathrin Bahr haben sich mit ihrem Büro für kulturelle Dienstleistungen, zweifellos.net, erfolgreich selbstständig gemacht. Gemeinsam organisieren sie das größte deutsche Straßentheaterfestival in Rastatt mit jährlich 200.000 Besuchern. Wie man das schafft, erzählen die beiden im Interview.

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