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29.1.2020 - Jann Raveling

Warum der klassische Manager heute ausgedient hat

Start-ups

Innovationsprozesse nachhaltig gestalten

Gründerin und Gründer von FUNKEBERGSTRA Innovation: Kathrin Funke-Bergstra und ihr Mann Gerben N. Bergstra © FunkeBergstra

Mit der Innovation ist das so eine Sache. Alle reden darüber – aber trotzdem bleibt sie schwer zu fassen. Kreativer sollen alle werden, irgendwie hat die Digitalisierung auch damit zu tun, aber wie das Ganze konkret funktionieren kann, das ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Viele Firmen setzen auf Innovationslabore. Offene Orte, in denen es möglich ist, kreativer zu denken und aus dem Alltag herauszukommen. Aber die größte Herausforderung sind nicht die neuen Ideen selbst; es ist die Integration in das Bestehende. Allzu schnell verpuffen neue Ansätze, wenn sie auf den Alltag treffen.

„Dabei müssen Organisation fähig sein sich zu wandeln, um mit der sich verändernden Umgebung schrittzuhalten“, sagt Kathrin Funke-Bergstra, Gründerin von FUNKEBERGSTRA Innovationsentwicklung. „Früher wurden neue Ideen und Wege von oben vorgegeben – gearbeitet wurde nach Ansage. Das ist heute kaum mehr möglich“, so die 44-jährige.

Denn einerseits wird die Welt komplex. Die Digitalisierung erhöht den Druck, quasi unendlich viele Informationen könnten berücksichtigt werden, das ist nicht mehr zu leisten von einzelnen Rudelführern. Gleichzeitig haben jüngere Generationen andere Erwartungen an Führung und Zusammenarbeit als bisher, der Wunsch nach Beteiligung und Eigenständigkeit nimmt zu.

Mit eigenem Ansatz in die Beratunsgswelt

Dem müssen Organisationen Rechnung tragen. Weshalb es Innovationlabs gibt – und Expertinnen und Experten wie FUNKEBERGSTRA. Zusammen mit ihren Mann hat Kathrin Funke-Bergstra das junge Unternehmen 2016 gegründet, noch direkt aus dem Studium heraus.

„Damals wurde unsere Neugier auf systemische Organisationsberatung geweckt und daraus haben wir ein Geschäftsmodell entwickelt, das einen Nerv trifft“, so Funke-Bergstra. Heute beraten sie Unternehmen und Verwaltungen, Innovationsprozesse neu anzugehen, abseits herkömmlicher Top-Down-Entscheidungswege und gemeinsam mit den Mitarbeitern.

FUNKEBERGSTRA geht Innovationsprozesse neu an.
FUNKEBERGSTRA geht Innovationsprozesse neu an. © Pixabay

Die Landkarte im Kopf

Ihr Ansatz: Das Unternehmen als Ganzes betrachten, seine Kultur berücksichtigen und auf Basis dessen zusammen mit den Beschäftigten arbeiten. Das geht über Workshops und Kreativmethoden wie Design Thinking hinaus. „Jedes Unternehmen tickt anders. Und oftmals gibt es innerhalb eines Unternehmens – sogar innerhalb eines Teams – sehr unterschiedliche Blickweisen auf ein Thema“, führt der gebürtige Niederländer und Mitgründer Gerben N. Bergstra aus. „Jeder hat seine eigene Landkarte zu einem Thema.“

Um Kreativität und Innovation zu fördern, sei es deswegen mit kreativen Methoden allein nicht getan. Die beiden versuchen, die Kommunikation in einer Organisation zu verändern, implizites Wissen nutzbar zu machen und gegenseitiges Verständnis für Bedürfnisse zu schaffen. „Darum nennen wir es systemisch – weil Innovation das gesamte System der Organisation betrifft. Damit lehnen wir uns an bekannte Wissenschaftler wie den Soziologen Niklas Luhmann und seine Theorien an.“

Sie begleiten Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitsmethoden im Zuge des „New Work“, wie zum Beispiel agiles Arbeiten. Oder bei der Schaffung einer neuen Organisationsstruktur, die besser zur modernen Zeit passt. Oder auf der Suche nach neuen Ideen für das Geschäftsmodell der Zukunft. Dabei ist ihnen stets wichtig: Die Ideen, die müssen vom Unternehmen, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst kommen – denn nur so entsteht Engagement und Nachhaltigkeit.

Kleine Schritte gehen, um große Wege zu beschreiten

Das hört sich nicht nur anstrengend an – für manche Beteiligte ist so ein Organisationsprozess auch herausfordernd. „Es gibt immer Vorbehalte gegen Veränderung. Das ist ganz natürlich – und man muss sie in die Lösungssuche mit einbeziehen. Wir gehen aktiv mit Widerständen um, indem wir alle mit einbeziehen und die Menschen ihr eigenes Tempo bestimmen lassen, anstatt alles auf den Kopf zu werfen“, so Bergstra. Wichtig sei, dass die Führungsebene hinter einem Veränderungsprojekt stehe.

Die beiden können schon auf mehrere gemeinsame Projekte zurückblicken, sowohl in Bremen, als auch im ganzen Nordwesten und sogar bis nach Berlin und in die Niederlande. „Wir beherrschen beide Sprachen und können deshalb grenzüberschreitende Prozesse begleiten“, so Funke-Bergstra. Derzeit betreuen sie etwa ein deutsch-niederländisches Gemeinschaftsprojekt.

FUNKEBERGSTRA hat Innovationsprojekte für Kunden aus Deutschland und den Niederlanden erfolgreich realisiert.
FUNKEBERGSTRA hat Innovationsprojekte für Kunden aus Deutschland und den Niederlanden erfolgreich realisiert.

Gemeinsam stärker

Auch die Tatsache, dass die beiden verheiratet sind, hilft ihnen. „Zunächst hatten wir Vorbehalte, das unseren Kunden mitzuteilen. Aber die sind unbegründet: Uns wird immer wieder zurückgemeldet, dass so eine angenehme Atmosphäre für die Beteiligten entsteht“, so der Niederländer: „Wir ergänzen uns.“ Untereinander haben sie Aufgaben nach ihren Stärken verteilt. Geben Bergstra ist der Netzwerker und Kreativkopf, während Kathrin Funke-Bergstra sich um Strategie, Konzeption und die Zahlen kümmert. „Wenn es dann ins Unternehmen geht, sind wir aber beide da und führen auch die Workshops zusammen durch“, ergänzt Funke-Bergstra, die, wie ihr Mann, in Bremen Kulturmanagement studiert hat.

Start ins Berufsleben mit dem Starthaus

Aber nicht nur die enge Beziehung – privat wie geschäftlich – half den beiden auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit, von 2015 bis 2016 nahmen sie zudem am Coachingprogramm des Starthauses teil. „Das Programm hat uns in mehrfacher Hinsicht enorm weitergeholfen“, fasst Bergstra es zusammen. „Es hat unsere Idee auf den Prüfstand gestellt und uns die Chance gegeben, sie auf eine solide Grundlage zu stellen. Die Trainings haben uns praktisches Wissen vermittelt und wir haben zahlreiche Kontakte gewonnen, die uns ein Netzwerk eröffnet haben.“ In Zukunft möchten sie ihren systemischen Ansatz ausbauen. Denn vielversprechend ist das Konzept, dessen ist sich Gerben Bergstra sicher: „Das tollste Gefühl bei der Arbeit ist es, wenn die Teilnehmenden am Ende eines Workshops selbst ganz überrascht davon sind, was sie alles erreicht haben und zu was sie fähig sind. Denn jeder ist kreativ – wenn die Voraussetzungen stimmen.“


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