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25.4.2016 - Marlis Torka/Silke Albrecht

Flugzeugbau hautnah – hinter den Kulissen der Airbus Group

Luft- und Raumfahrt

Luftfahrt "Made in Bremen"

Was bringt ein Flugzeug zum Fliegen? Nicht nur Fachleute dürfte interessieren, wie es hinter den Toren eines der größten Flugzeugbauunternehmen der Welt aussieht. Bei der Airbus Group in Bremen wird der Traum vom Fliegen Realität, und wir sind Zeuge. Wir hatten die einmalige Gelegenheit, den Ingenieuren, Mechanikern und Technikern im Werk Bremen über die Schulter zu schauen.

Unser Rundgang beginnt vor dem Werk. Schnell die Sicherheitsschranken im Hauptgebäude passiert, treten wir ein in die große, weite Airbus-Welt – und das ist wortwörtlich zu verstehen. Die rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Bremen auf 450.000 Quadratmetern. Straßenzüge, Fahrradwege, unzählige Gebäude – das Areal erscheint riesig und ist mit bloßem Auge kaum zu überblicken. So unaufgeregt das Treiben auf dem Gelände wirkt, so beeindruckender ist das, was wir hier vorfinden: Industrieleistungen auf Spitzenniveau.

Dank Bremen geht es hoch hinaus – und sicher wieder runter

Bremen ist der zweitgrößte Airbus-Standort in Deutschland, beheimatet in der Airport-Stadt auf dem Gelände der früheren Focke-Wulf-Flugzeugbau AG (später Vereinigte Flugtechnische Werke), die schon 1923 gegründet wurde.

Als erste Station erwartet uns die Landeklappen-Fertigung. Die Landeklappen befinden sich an den Tragflächen eines Flugzeuges. Sie sorgen für mehr Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten, also bei Start und Landung. Hier reiht sich eine Landeklappe an die nächste. In Bremen werden sie für alle Airbus-Flugzeugmodelle gefertigt. Was auffällt: Für einen Industriebetrieb ist es in der großen Halle ungewöhnlich ruhig. Valeska Tramp, aus der Kommunikationsabteilung von Airbus in Bremen und eine unserer Begleiterinnen an diesem Tag erklärt, wie die Produktion abläuft:

Jedes Teil hat hier seinen Platz. Die Produktion erfolgt systematisiert und just-in-time. Einige Arbeitsschritte sind noch echte Handarbeit.

      

                                                                                                                                                                                                                                                                                    – Valeska Tramp, Kommunikationsabteilung Airbus

„In diesem Bereich setzen wir Bohrroboter dort ein, wo es sich rentiert: Bei der A380 wegen ihrer Größe und bei der A320-Familie wegen der hohen Stückzahl. Ab Frühjahr 2017 werden wir allein 50 Flugzeuge von diesem Typ monatlich ausliefern.“

Pro Monat werden in Bremen rund 160 Landeklappen verschiedener Typen produziert. Während die innere Landeklappe der A320, des kleinsten Flugzeugtyps von Airbus, „nur“ 4,4 Meter lang und 1,2 Meter breit ist, messen wir bei der A380, mit bis zu 800 Plätzen immerhin das größte Passagierflugzeug der Welt, eine Länge von 7,5 Metern und eine Breite von 3 Metern. Ein Größenunterschied, der schon mit bloßem Auge gewaltig erscheint.

Von den Landeklappen zu den Flügeln

Noch „gewaltiger“ geht es in der nächsten Halle, der Flügelausrüstung, zu. An fünf Stationen werden in Bremen rund 80 Großbauteile, 300 Geräte, 390 Meter Hydraulikleitungen und 23 Kilometer Elektrikleitungen in die Tragflächen der Langstreckenflugzeuge A330 und A350 XWB eingebaut. Kommen die A330-Flügel noch im leeren Zustand mit einem Gewicht von circa 13 Tonnen aus England in Bremen an, verlassen sie die Hansestadt Richtung Toulouse ausgerüstet mit rund drei Tonnen mehr. Drei Tonnen, die in Detailarbeit montiert und die dann in den voll ausgerüsteten Flügeln per Airbus-eigenem Frachtflugzeug, der „Beluga“, zur Endmontage geflogen werden.

Groß, größer - A400M

Weiter geht es zur A400M, dem modernsten Militärtransportflugzeug der Airbus Group, und damit in die dritte Halle unserer heutigen Tour. In Bremen ist die Entwicklung und Montage des Rumpfes der A400M angesiedelt. Und sogleich empfängt uns auch der riesig erscheinende Rumpf einer A400M. Wir fragen nach, ob sich die Produktionsstandorte der A400M nicht untereinander Konkurrenz machen. Tramp verneint die Frage ohne zu zögern: „Das Gute innerhalb der Airbus Group ist, dass sich alle Standorte ergänzen und aufgrund ihrer Kompetenzen und gesetzten Schwerpunkte ein funktionierendes und aufeinander abgestimmtes Netzwerk bilden.“

Ebenfalls keine Spur von Konkurrenz oder ehrgeizigen Rivalitäten gibt es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Luft- und Raumfahrt am Bremer Standort. Das Gelände wird übergreifend für beide Bereiche genutzt. Auch von den hier erlangten Forschungsergebnissen profitieren alle.


Weitere Informationen zum Unternehmen Airbus erhalten Sie bei Andreas Eickhoff Tel.: 0421 361-32179, andreas.eickhoff@wah.bremen.de

Informationen zu Bremen als Luft- und Raumfahrtstandort finden Sie außerdem auf der Übersichtsseite Luft- und Raumfahrt

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