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13.11.2020 - Jann Raveling

13 Reedereien in Bremen

Maritime Wirtschaft und Logistik

Container-, Massengut- und Break-Bulk-Schifffahrt in Bremen

Bremerhaven: Die zwei größten Containerreedereien der Welt, Maersk und MSC, im Bild die MSC Gülsün, mit fast 24.000 TEU eine der größten Containerriesen
Bremerhaven: Die zwei größten Containerreedereien der Welt, Maersk und MSC, im Bild die MSC Gülsün, mit fast 24.000 TEU eine der größten Containerriesen © bremenports GmbH & Co. KG

Reedereien bilden das Rückgrat der globalen Logistik. Zahlreiche von ihnen sitzen an den traditionellen Hafenstandorten Bremen und Bremerhaven oder betreiben hier eine Niederlassung.

In Deutschland stehen rund 2.000 Handelsschiffe bei 316 Reedereien im Dienst. Ein Großteil (80 Prozent) der Flotten bestehen dabei aus weniger als zehn Schiffen, die Branche ist stark mittelständisch geprägt. Die deutsche Handelsflotte nimmt Platz 5 in der Weltrangliste ein, auch wenn die Zahl der Schiffe seit Jahren rückläufig ist. Mit seiner langen maritimen Tradition ist auch das Land Bremen Standort zahlreicher Reedereien. Bereits im Mittelalter starteten Reeder von der Hansestadt aus in die Nord- und Ostsee. Viele der heutigen Reedereien sind Mitglied im Bremer Rhederverein, der die Interessen der Branche vertritt.

13 Reedereien aus Bremen
Ebenfalls mit Bremer Niederlassung: Die OOCL-Reederei aus Hongkong, hier die OOCL Germany mit 400 Metern Länge
Ebenfalls mit Bremer Niederlassung: Die OOCL-Reederei aus Hongkong, hier die OOCL Germany mit 400 Metern Länge © bremenports GmbH & Co. KG

  1. B. Dettmer Reederei GmbH & Co. KG
    Die Dettmer Reederei ist Teil der gleichnamigen Unternehmensgruppe, die in zahlreichen Bereichen der Logistikkette aktiv ist. Seit 70 Jahren spezialisiert sich die Reederei-Sparte auf die Binnenschifffahrt. Dabei gehören sowohl der Tank- als auch der Trockentransport zum Leistungsspektrum.
  2. Carl Büttner GmbH & Co. KG (CB KG)
    Ursprünglich im ostfriesischen Reeder-Mekka Leer gegründet, ist Carl Büttner heute eine bremische Reederei mit Öl-, Produkten- und Chemikalien-Tankern, die vorwiegend im europäischen Raum unterwegs sind. Zur Flotte zählen zehn Schiffe. Das Unternehmen setzt auf moderne Technologien und ist zum Beispiel eine der ersten deutschen Reedereien, welche Abgasreinigungsanlagen, sogenannte Scrubber, in ihren Schiffen installiert hat.
  3. Sloman Neptun AG
    Wohl kaum eine deutsche Reederei kann auf eine so lange Geschichte zurückblicken wie Sloman Neptun. Fusioniert aus der bremischen Neptun, 1873 gegründet, und der hamburgischen Sloman, 1793 gegründet, operiert die Aktiengesellschaft heute rund 50 Chemikalien- und Trockengutschiffe sowie Gas- und Öltanker, davon rund die Hälfte in Eigenbesitz. Das Unternehmen beschäftigt knapp über 460 Angestellte, davon 420 Seeleute.
  4. F.A. Vinnen & Co.
    Mit Gründungsdatum 1819 eine der ältesten rein Bremer Reedereien. Das Unternehmen betreibt neun Schiffe mit bis zu jeweils 5.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, zu deutsch Zwanzig-Fuß-Standardcontainer) Kapazität. Sie werden hauptsächlich bei großen Linienreedereien eingesetzt, welche die Schiffe von Vinnen chartern. Zusätzlich übernimmt es neben der Bereederung eigener Schiffe auch den Betrieb dritter Schiffe (Schiffsmanagement) und über eine weitere Firma das Bemannen der Ozeanriesen mit Seeleuten (Crewing).
  5. Bremer Bereederungsgesellschaft mbH & Co. KG
    Die BBG bietet Dienste in zahlreichen Bereichen der kommerziellen Schifffahrt, dazu gehören nach eigenen Angaben technisches und operatives Management, Crewmanagement, die Bauaufsicht bei Neu- und Umbauten sowie Reparaturen und Beratungstätigkeiten in der Schifffahrt. Zur Flotte zählen 15 Schiffe bis hin zur Postpanamax-Klasse (größer als die Panamakanal-Schleusen), überwiegend Bulkcarrier (Massengutfrachter).
  6. Harren Shipping Services GmbH & Co. KG
    Auch Harren ist in vielen Sparten der internationalen Seeschifffahrt aktiv, neben Betrieb und Crewing technische Inspektionen, Begleitung bei Neubauten, Kauf und Verkauf von Schiffen und auch IT-Services. Zum Kerngeschäft zählen der Betrieb von rund 75 eigenen oder gecharterten Schiffen in einer erstaunlichen Bandbreite: Diese reichen von Containerschiffen und Tankern über Massengutfrachter, Dockschiffe und Mehrzweckschiffe bis hin zu Schwerlastschiffen, Offshore-Konstruktionsschiffen oder Schleppern. Das Unternehmen beschäftigt 250 Personen an Land und rund 2.300 Seeleute.
Weltweite Nr.1: Maersk aus Dänemark, hier mit der knapp 400 Meter langen Maribo Maersk aus 2014
Weltweite Nr.1: Maersk aus Dänemark, hier mit der knapp 400 Meter langen Maribo Maersk aus 2014 © bremenports GmbH & Co. KG

Die internationalen Container-Schwergewichte

Als Teil der globalen Lieferkette sind die Häfen in Bremerhaven regelmäßige Anlaufpunkte der größten Containerriesen. Diese werden meist von internationalen Konzernen betrieben, die für die lokale Abwicklung von Geschäften Niederlassungen im Bundesland eröffnet haben. Dazu zählen:

  1. Maersk Deutschland GmbH
    Die größte Containerreederei der Welt zählt 687 Schiffe zu ihrer Flotte. Sie haben zusammengenommen genügend Kapazität, um 53 Pyramiden von Gizeh auf einmal zu transportieren. Der Konzern sitzt in Dänemark.
  2. MSC Germany S.A. & Co. KG
    Trotz ihrer relativ geringen Bedeutung in der internationalen Hafenlandschaft schafft es die Schweiz, die zweitgrößte Containerreederei der Welt zu stellen, die Mediterranean Shipping Company. Einen Heimathafen im eigenen Land haben die Ozeanriesen freilich nicht.
  3. CMA-CGM (Deutschland) GmbH Shipping Agency
    Die französische Reederei nimmt mit rund 500 Schiffen den dritten Platz der größten Containerreedereien ein. In den vergangenen Jahren ging die Krone des größten Containerschiffes der Welt regelmäßig an CMA-CGM. Und auch derzeit baut das Unternehmen Schiffe in Rekordgröße, die bis zu 24.000 TEU aufnehmen können.
  4. Orient Overseas Container Line Ltd. (OOCL)
    In Asien liegen die größten Umschlaghäfen der Welt. Zu ihnen gesellt sich mit der OOCL aus Hongkong auch einer der Reederei-Riesen. Das Geschäft für Deutschland, Österreich und Osteuropa wird über die Bremer Niederlassung betrieben.
Spezialisiert auf Fahrzeugtransporte: Die Reederei KESS
Spezialisiert auf Fahrzeugtransporte: Die Reederei KESS © bremenports GmbH & Co. KG

Internationale Spezialreedereien

  1. "K" Line European Sea Highway Services (KESS)
    Aus Japan stammt die international tätige K-Line. Deren deutsche Tochter KESS sitzt in Bremen und betreibt eine Flotte von elf RoRo-Carriern (Roll on Roll off = Transport beweglicher Güter wie Autos, LKWs). Nach eigenen Angaben bewegt das Unternehmen damit eine Million Fahrzeuge im Jahr, vorrangig in der Nord- und Ostseeregion.
  2. Wallenius Wilhelmsen
    Die norwegisch-schwedische Reederei ist ein globales Schwergewicht im RoRo-Geschäft. Zur Flotte zählen 125 Schiffe. Bremerhaven ist ein regelmäßiger Anlaufpunkt der Reederei, das Autoterminal der BLG Logistics ist die größte europäische Autodrehscheibe. Aus diesem Grund betreibt der Konzern hier auch eine Niederlassung.
  3. SACO Shipping GmbH
    Mit Ursprung in Hamburg nutzt das Unternehmen heute neben Bremen Standorte in Österreich, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. SACO ist ein sogenannter NVOCC-Dienstleister (Non-Vessel Operating Common Carrier). Einfach ausgedrückt ist es eine Reederei, die über keine Schiffe verfügt, sondern Transporte in Sammelladungen zusammenfasst und über fremde Schiffe organisiert. Das Unternehmen ist einer der größten Anbieter im NVOCC-Bereich.

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