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25.7.2023 - Kira Bialek

Wissenschaft zum Anfassen in Bremen

Standortmarketing

Bremen macht dem Titel „Stadt der Wissenschaft“ alle Ehre

Mädchen guckt in Mikroskop
Schon die Kleinen forschen in Bremen wie die Großen. © WFB

Im kleinsten Bundesland Bremen ist Wissenschaft eine große Nummer: in den Laboren der Universität, an einem der über 50 Institute wie dem Alfred-Wegener-Institut, im riesigen Areal des Bremer Standortes für Luft- und Raumfahrttechnik oder in der grünen Botanika. Auch wenn Wissenschaft häufig hinter verschlossenen Labortüren geschieht, gibt es in Bremen viele Angebote, damit Touristinnen und Touristen sowie Einheimische sie hautnah und zum Anfassen erleben können.

Für die außerordentliche Verzahnung zwischen Wissenschaft und Stadtleben wurde die Stadt Bremen zusammen mit Bremerhaven 2005 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als die erste „Stadt der Wissenschaft“ ausgezeichnet. Zudem zählte die Universität Bremen als einzige der norddeutschen Bundesländer von 2012 bis 2019 zu den Exzellenz-Universitäten Deutschlands und wird noch heute in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert. Wissenschaft findet in Bremen im Dialog mit und zugänglich für die Bürgerinnen und Bürger statt. Wie das funktioniert zeigen vielfältige Angebote der Hansestadt im Bereich der Wissenschaft.

Wissenswelten

Drei außerschulische Lernorte laden Jung und Alt zum Forschen und Entdecken in Bremen ein:

Universum Bremen

Das Universum Bremen
With its special whale shape, the Universum in Bremen stands out and attracts science enthusiasts to its interior. © Universum Bremen

Auch wenn es nicht direkt um Raumfahrt oder das Sonnensystem geht, hält das Mitmachmuseum Universum ein nahezu unendliches Spektrum an greifbarer Wissenschaft bereit. Auf einer Entdeckertour in der Welt der Wissenschaft werden Besucherinnen und Besucher selbst zu Forschenden. Über 300 Exponate, wie zum Beispiel ein Sandmagnet, eine Veranschaulichung der Herzleistung oder eine Plasmakugel, machen naturwissenschaftliche Phänomene hautnah und mit allen Sinnen erlebbar. Blitze mit den bloßen Händen stoppen, ein Erdbeben am eigenen Körper erfahren oder die Schwerkraft überwinden – all das ist hier möglich. Das walförmige Science Center macht in den Themenbereichen Mensch, Natur und Technik die Wissenschaft zugänglich. Im Kinderbereich „Milchstraße“ arbeiten schon die Kleinen wie die ganz großen Wissenschaftler:innen.

Übersee-Museum

Kinder im Übersee-Museum
Bei ihrer Weltreise im Übersee-Museum dürfen die Kinder sogar nachgestellte Tiere bestaunen, wie hier die Löwen in Afrika. © Matthias Haase/Übersee-Museum Bremen

Ferne Länder und ihre faszinierenden Kulturen mit allen Sinnen erleben und dazu einzigartige Exponate aus aller Welt bestaunen. Im Übersee-Museum vereint sich die Vielfalt der Welt unter einem Dach. Auf einer Weltreise präsentieren sich die Natur- und Kulturräume Asien, Afrika und Amerika hautnah. Einzigartige Exponate, Tierdioramen und echte Pflanzen untermalen das Erlebnis und laden Groß und Klein zum Staunen ein. Immer wieder finden spannende Sonderausstellungen statt, die regelmäßig wechseln. Die Dauerausstellung Ozeanien wird nach ihrem Umbau das Leben und die Kultur im Pazifikraum präsentieren. Verschiedene Veranstaltungen und Begleitprogramme sorgen dabei für Abwechslung.

Bei einem Qigong- Kurs auf chinesische Art meditieren oder die tropischen Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum erkunden, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Schaumagazin „Übermaxx“, einer begehbaren Sammlung, ist ein Großteil der über eine Million Exponate des Museums ausgestellt. Von Tafelsilber des Norddeutschen Lloyd bis zum Fischhautanorak und einem flugunfähigen Papagei gibt es auch hier eine große Vielfalt an Schätzen zu bestaunen.

botanika – Bremens große Entdeckerwelt

Tee-Pavillon in der botanika
Am Rande des Himalaya-Hauses steht versteckt zwischen vielen heimischen Pflanzen ein Tee-Pavillon aus der Region Himalayas. © botanika

Eintauchen in die Welt asiatischer Landschaften und dabei Themen wie Artenvielfalt und Pflanzenökologie auf den Grund gehen: Mitten im Rhododendronpark liegt die botanika Bremen. Mehrere Schaugewächshäuser stellen mit einer gewaltigen Pflanzenvielfalt, zu der auch unzählige Rhododendronarten gehören, unterschiedliche Orte und Klimazonen Asiens dar, wie zum Beispiel Borneo oder Himalaya. Dazu bringen besondere Exponate und Darstellungen, wie beispielsweise eine riesige Gebetsmühle, spannende Details über die beheimateten Kulturen des Buddhismus und Hinduismus näher. Außerdem hält sich in der botanika eine echte Berühmtheit auf: der Friedens-Buddha für Europa. Er gilt als Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung und ist ein Geschenk Seiner Heiligkeit des Dalai Lama.

2021 wurde die botanika um das Tropenhaus erweitert. Es hält, was der Name verspricht, denn das tropische Klima sorgt dafür, dass Besucher:innen Jacke oder Weste gleich ausziehen. Verschiedene frei herumfliegende Schmetterlinge begrüßen die Besucherinnen und Besucher am Eingang und begleiten sie bei ihrem Weg durch die tropische Landschaft, die neben vielen beheimateten Pflanzen wie der Titanenwurz auch echte Menschenaffen präsentiert. Das Entdeckerzentrum erklärt wissenschaftliche Themen und Phänomene der Tier- und Pflanzenwelt spielerisch leicht und lässt die Besucher:innen sie selbst erkunden. Ob Klassen-, Familienausflug oder einfach mal ein bisschen Urlaubsfeeling im Alltag – die botanika Bremen hält für jede und jeden etwas Spannendes bereit.

Weitere wissenschaftliche Erlebnisse

Das inoffizielle Wahrzeichen der Wissenschaftsstadt Bremen ist der 146 Meter hohe Fallturm. Er lädt zu einer Führung durch das herausragendste Labor des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) ein. In dem europaweit einzigartigen Forschungslabor gehören spannende Experimente in der Schwerelosigkeit zum Alltag, dafür kommen Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt nach Bremen. Hauptsächlich wird hier in den Bereichen Strömungsmechanik, Weltraumwissenschaft und Raumfahrttechnologie geforscht.

Die Expertinnen und Experten gehen verschiedenen Phänomenen auf den Grund, die unter normalen Gravitationsbedingungen nicht erkennbar sind. Es werden Experimente durchgeführt, die direkt der Raumfahrt und ihren Technologien dienen. Die Bedingungen ohne Erdanziehungskraft können aber auch zur Grundlagenforschung genutzt werden, denn Forscher:innen können Schlüsse aus Abläufen ziehen, die kurzzeitig nicht dem „Störfaktor Gravitation“ unterworfen sind. Was den Fallturm ganz besonders macht: In der Fallturmspitze kann man heiraten oder andere Events veranstalten.

Olbers-Planetarium
Einfach mal abtauchen in die weite Ferne unseres Sternenhimmels. © Olbers-Planetarium

Wer gerne mal auf dem Rücken liegend in den weiten Sternenhimmel schaut und sich fragt, was da oben eigentlich los ist, findet im Olbers-Planetarium Antworten. Mehr tun als zurücklehnen, in den Sternenhimmel schauen und zuhören braucht man hier nicht. Vorträge, Shows oder spezielle Familien- oder Schulprogramme vermitteln spannendes Wissen über unseren Sternenhimmel.

Von Heinrich Focke vor etwa 60 Jahren als Fluglabor gebaut und heute für wissenschaftliche Versuche genutzt – der Focke-Windkanal. Interessierte können bei einer Führung die abwechslungsreiche Geschichte rund um den Luftfahrtpionier kennenlernen.

Im Haus der Wissenschaft informieren jeden Samstag um 11 Uhr spannende Vorträge über ein bestimmtes wissenschaftliches Thema. Hier wird Wissenschaft verständlich und greifbar gemacht, ob in Ausstellungen, Vorträgen oder Diskussionen, für Schulklassen oder Privatpersonen. Hier kommt man der Wissenschaft ein Stück näher und taucht in ein spannendes Thema ein, wie zum Beispiel den Ozeanboden, Elektroautos oder die deutsche Sprache.

Schon die Kleinen können in Bremen an der Wissenschaft teilhaben: einmal im Jahr findet die Bremer Kinder-Uni statt. Die Universität Bremen lädt ganze Schulklassen ein, sich von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in verschiedene Themenbereiche einführen zu lassen und auch aktiv mitzuwirken.

Wissenschaft persönlich

Wissenschaft im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürger – dafür steht Bremen. Mit der Portrait-Reihe „Wissenschaft persönlich“ macht die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH genau das möglich. Einmal im Monat stellt sich eine Bremer Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler bestimmten Fragen wie beispielsweise: Was lieben Sie an Ihrer Arbeit und warum ist der Standort Bremen genau richtig? Auf dem Stadtportal bremen.de wird das Portrait veröffentlicht und so kommt zum Vorschein, wer hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft steckt.

Science goes Public!

Wissenschaft in der Stammkneipe? Das ist das Konzept von „Science goes Public!“, einer Präsentationsreihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zweimal jährlich in unterschiedlichen Kneipen in Bremen stattfindet. Mit einem großen Bier oder einem Glas Wein in der Hand können Wissensdurstige spannenden und abwechslungsreichen Vorträgen von Wissenschaftler:innen zuhören und so ihren Durst stillen.

Die Referentinnen und Referenten bringen den Gästen originelle Wissenschaftsthemen verständlich näher und ermöglichen einen Austausch sowie direkte Gespräche, ganz auf Augenhöhe. Schon seit 2017 gibt es diese Reihe in Bremen, die nächste Ausgabe findet im Herbst vom 12. Oktober bis 16. November statt.

Bremen als Luft- und Raumfahrtstandort

Luft und Raumfahrt
Innovative Wissenschaft und neueste Technologien sind im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Bremen zu Hause. © Andreas Caspari/DLR

Der herausragende Standort für europäische Luft- und Raumfahrt Bremen umfasst über 140 Unternehmen, 20 Institute und 12.000 Beschäftigte. Bremens Arbeit in dem Bereich ist weltweit gefragt und steht für Innovation, Qualität und Zuverlässigkeit. Betriebe wie die Airbus Group, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ArianeGroup oder OHB SE sind hier zu Hause.

Airbus Bremen ist das weltweit führende industrielle Raumfahrtzentrum für Raumtransporte, bemannte Raumfahrt und Weltraumrobotik und wesentlich beteiligt an bedeutenden Projekten wie der ISS, den Weltraumlaboren Spacelab und Columbus sowie den Trägerraketenprogrammen „Europa“ und „Ariane“. Auch in der weltweiten Luftfahrt ist Airbus Bremen nicht wegzudenken: Hier werden die Flügel für alle Airbusflugzeuge ausgerüstet und dann in weitere Airbus-Werke zur Endmontage am Flugzeug versandt.  

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist in Bremen an gleich zwei Standorten vertreten: im Technologiepark direkt neben der Universität und in der Airport-Stadt, dem Standort von Airbus. Das DLR forscht in enger Kooperation mit Wissenschaft und Industrie in Bremen unter anderem an der maritimen Sicherheit und der Luft- und Raumfahrt.

Nicht mehr wegzudenken vom Luft- und Raumfahrtstandort Bremen ist das Forschungs- und Technologiezentrum ECOMAT, ein Projekt der Freien Hansestadt Bremen, gebaut und betrieben von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Die Abkürzung steht für „Center for Eco-efficient Materials & Technologies“. Es liegt ebenfalls in der Airport-Stadt und ist ein Meilenstein für Leichtbau in der Anwendung. Rund 500 Forscher:innen und Wissenschaftler:innen arbeiten hier gemeinsam und interdisziplinär an Leichtbau, innovativen Materialien und neuen Oberflächentechnologien. Das ECOMAT steht für enge Kooperation, kurze Abstimmungswege und eine schnellere Einführung neuer Materialien in der Luft- und Raumfahrt.
Besucher:innen und Bremer:innen können diesen großen Wissenschaftsbereich hautnah und zum Anfassen erleben, das ermöglichen viele Angebote.

Raumfahrtführung

Raumfahrtführung
Im Columbus-Modul erfahren die Besucher:innen, wie es sich im All lebt und forscht. © WFB / Jonas Ginter

Einen Einblick in die Forschung und Entwicklung rund um das Weltall bekommen – das ist bei der Raumfahrtführung von Airbus möglich. Die Teilnehmer:innen schauen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Schulter und erleben die Kommunikation des Boden- mit dem Weltall-Teams. Teil der Führung ist nicht nur ein Modell des Weltraumlabors Columbus, sondern auch das originale Spacelab, ein Raumlabor für wissenschaftliche Untersuchungen in der Schwerelosigkeit. Wie die Gegebenheiten im Weltall sind, kann hier selbst erforscht werden, beispielsweise hat Milch im All ein anderes Gewicht als auf der Erde.

Raumfahrt persönlich

Bei „Raumfahrt persönlich“ beantworten Raumfahrtexpert:innen und Wissenschaftler:innen interessante Fragen und geben einen Einblick in ihre Arbeit am Raumfahrtstandort Bremen. Ob Entwicklung von Raketenantrieben, Forschung in der Raumfahrtrobotik oder Arbeit an der Temperaturbeständigkeit der neuen Rakete Ariane-6. Sie alle haben außergewöhnliche Berufe und erzählen uns spannende Details darüber.

Übrigens: Wen Luft- und Raumfahrt besonders interessiert, kann das in Bremen sogar studieren. Durch den bedeutenden Luft- und Raumfahrtstandort sind die Berufsaussichten sicher und vielfältig.

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Dr. rer. nat. Sirko Straube ist Research & Administrative Manager im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (dfki) und beschäftigt sich dort mit Künstlicher Intelligenz und Robotik. Was Dr. Straube an seiner Arbeit besonders begeistert und warum er an seinem Freimarkt-Stand einen offenen Podcast anbieten würde, verrät er im Interview.

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