2.2.2026 - Jann Raveling

Von Logistik bis Leckereien – Bremen zieht internationale Investitionen an

Internationales

60 Millionen an Foreign Direct Investments (FDI) 2025 investiert

Lagerhalle und WIndkraft
Logistik und Erneuerbare Energien standen 2025 bei den Investor:innen hoch im Kurs © WFB/Koch

Deutschlands kleinstes Bundesland kann 2025 auf ein hohes Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro an ausländischen Direktinvestitionen (FDI = Foreign Direct Investments) zurückblicken. Hochtechnologie und attraktive Standortbedingungen wirken zusammen und begeistern Investorinnen und Investoren aus aller Welt.

Ein herausragendes FDI-Beispiel ist der australische Projektentwickler Arrow Capital Partners, der im Areal der Bremer Industriehäfen investierte. Der Ort liegt strategisch günstig an den Hauptverkehrsachsen des Landverkehrs und bietet Zugang zu den bremischen Hafenanlagen sowie internationalen Seeverkehrsverbindungen. Hier errichtete das Unternehmen einen Logistikpark mit drei Lagerhallen auf einem 90.000 Quadratmeter großen Areal.

Der Logistikpark wird künftig von der Blackforxx GmbH genutzt, einem Anbieter für gebrauchte Gabelstapler und Lagertechnik. Das Unternehmen will hier bis zu 250 Arbeitsplätze ansiedeln und das Gelände für die Geschäftsausweitung nutzen.

Containerhafen in Bremen
© WFB/Frank Pusch

Private und staatliche Investitionen stärken den Hafenstandort Bremen

Ein weiteres Mammut-Projekt im Bereich der Logistik realisierte der dänische Konzern Maersk in der Seehafenstadt Bremerhaven. Dort bezog das Unternehmen einen Hallenkomplex mit 66.000 Quadratmetern Fläche, der für modernste Logistik- und Distributionsaufgaben ausgelegt wurde. Damit führt die Reederei ihren Kurs hin zu einem integrierten Logistikkonzern fort. Bis zu 300 Beschäftigte sollen hier nach Hochlauf im Mehrschichtbetrieb arbeiten. In Bremerhaven schätzt Maersk vor allem die Nähe zu Nordeuropas viertgrößtem Containerhafen und dem firmeneigenen North Sea Terminal Bremerhaven (NTB), das nur 15 Kilometer von den neuen Hallen entfernt liegt. Die Investition ist zugleich ein Vorgeschmack auf langfristige Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro, die Maersk und die Reederei MSC im Jahr 2025 für Bremerhaven angekündigt haben.

Diese Entwicklung wird durch staatliche Impulse für den Ausbau der Hafeninfrastruktur ermöglicht, die wichtige Signale für die Zukunftsfähigkeit des Standorts aussenden. So hat der Bundestag im November 2025 1,35 Milliarden Euro für die Verwirklichung einer leistungsfähigen, auch militärisch nutzbaren Hafeninfra- und Hafensuprastruktur in Bremerhaven in Aussicht gestellt. Bereits früher im Jahr 2025 waren 24 Millionen Euro für eine Wasserstoff-Testinfrastruktur bewilligt worden. Damit setzen die bremischen Häfen vollumfänglich auf die Zukunft und wollen sowohl technologisch als auch infrastrukturell weiterhin an vorderster Front mitspielen.

Innenraum Pincho Nation
Jahrmarktfeeling in der Martinistraße: Pincho Nation überzeugt mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre. © Pincho Nation

Einzelhandels- und Gastronomiestandort Bremen bleibt interessant

Wir bleiben nordisch, gehen aber von der Logistik hin zu den lukullischen Genüssen: Die schwedische Restaurantkette Pinchos eröffnete ihr deutschlandweit zweites Restaurant „Pincho Nation“ in der Bremer Innenstadt. „Wir freuen uns sehr, endlich in Bremen zu eröffnen – einer Stadt, die so vielfältig, offen und genussfreudig ist wie unser Konzept“, sagte Vanessa Politz, Area Managerin für den deutschen Markt.

Auch die dänische Einzelhandelskette HiFi Klubben nennt ähnliche Gründe für ihre Neuansiedlung in der Bremer Innenstadt. Sie ergänzt das skandinavische Engagement um eine Einzelhandelsdestination im Bereich der hochwertigen Audiokomponenten. Zusammen mit weiteren Einzelhandelsansiedlungen wie TK Maxx zeigt Bremen, dass Innenstädte auch weiterhin attraktiv für ausländische Investitionen sein können – vorausgesetzt, der Mix aus Lage, Passantenfrequenz und Umfeld stimmt.

Luftbild des Bremer Industrie-Parks auf dem eine Fläche mit einem roten Kreis markiert ist.
Der Energieknoten "Werderland" wird neben dem Gelände der Stahlwerke gebaut. © WFB / Christian Ring

Nachhaltige Investitionen gepaart mit Hochtechnologie

Technologisch hochinteressant ist die Phenogy Europe GmbH aus der Schweiz. Diese errichtete in der Bremer Airport-Stadt den größten Natrium-Ionen-Speicher Europas. Die Batterietechnologie steckt noch in ihren Anfängen, verspricht aber mehr Sicherheit, Leistung und Nachhaltigkeit bei der Ressourcengewinnung als heute weit verbreitete Lithium-Ionen-Speicher. Weitere Investitionen, etwa durch den niederländischen Energienetzbetreiber TenneT, treiben die nachhaltige Transformation voran und schaffen Voraussetzungen für Bremen als modernen Standort für langfristige Engagements im Bereich Klimaschutz.

Bremen beweist mit diesen Investitionen – einem Ausschnitt aus insgesamt 40 internationalen Engagements – seine Attraktivität, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Grundlage dafür ist ein Mix aus idealer Lage, kurze Wege, exzellenter Infrastruktur und jahrzehntelanger Kompetenz – sowohl im Bereich Industrie und Gewerbe als einer der zehn größten deutschen Industriestandorte, als auch in Hochtechnologie und Innovation.

Die positive Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2025 und das wachsende internationale Interesse zeigen: Bremen bleibt ein attraktiver Standort für ausländische Direktinvestitionen – insbesondere in den Bereichen Maritime Wirtschaft, Logistik und Technologie.

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