+49 (0) 421 9600-10
20.4.2016 - Corinna Laubach

Zeitlose Hingucker aus Bremen - urbane und erfrischende Mode von Stylesucks

Kreativwirtschaft

Zeitlose Hingucker

Provokant bedruckt, zeitlos im Design: Das sind die T-Shirts des kleinen Bremer Labels „Stylesucks“. Seit 2003 experimentiert Gründer Stefan Meichau als unkonventioneller Modedesigner, ohne sich dem Diktat der Modewelt zu unterwerfen. Gut 170.000 Shirts hat er bislang verkauft. Auf den ganz großen Durchbruch wartet er geduldig und feilt derweil an neuen Motiven.

Stylesucks Geschäftsführer Stefan Meichau
Provokant und zeitlos, cool und nachhaltig – dafür steht das Bremer Label „Stylesucks“. Geschäftsführer Stefan Meichau plant jedes Motiv bis ins Detail © Jörg Sarbach

Das kleine Büro im Bremer Szene-Stadtteil Viertel ist multifunktional: Schreibtische mit formschönen Computern für die hauptsächliche Arbeit als Werbender an der einen Seite des Raumes, an der anderen Längsseite eine Kleiderstange mit Musterstücken der aktuellen „Stylesucks“-Kollektion. In der Ecke eine improvisierte Umkleide mit Vorhang. Abgewetzter Holzboden und hohe Decken. Wer zu Stefan Meichau kommt, tut dies vor allem wegen seiner T-Shirts und Kapuzenpullis mit frechen Motiven – nicht, weil er ein aufgeräumtes, trendiges Verkaufsambiente sucht. Dafür trifft der Käufer auf Individualität. Kaffee und eine bequeme Chippendale-Couch gibt es inklusive.

Gefertigt wird in Europa

Denn, wer die kleine Treppe in den ersten Stock hinaufsteigt, der will weniger Mode kaufen als ein Statement: Ein Lebensgefühl auf Textil gebannt. „Stylesucks“ steht zwar für einen Independent-Charakter, aber Meichau ist es durchaus ernst mit seinen Shirts. Cool und zugleich nachhaltig soll das Kleidungsstück sein, das ebenso zur Jeans als auch zum Anzug getragen wird. Mit „Stylesucks“ legt Label-Gründer Meichau Wert auf hohe Qualität und gute Stoffe, gerne Bio, gefertigt wird in Europa.

Doch mindestens ebenso penibel achtet er auf das Außergewöhnliche. Die T-Shirts haben eine Aussage. Kein Träger – zum Großteil Männer zwischen 25 und 40 Jahren – wählt ohne Bedacht sein Wunschmotiv. Der Gleichklang Sex, Drugs und Rock ‘n‘ Roll spielt eine große Rolle.

Wir stehen nicht für Mainstream.

Stefan Meichau, Gründer von Stylesucks

Vielmehr spiegele man den Zeitgeist. Und ein Shirt aus der Bremer Kollektion kann durchaus Begehrlichkeiten wecken. Aus einer Motivreihe werden immer nur 999 Exemplare gefertigt – ausgenommen die „classics“.

Klassiker Hansepunk

Zu solch einem Klassiker zählt auch „Hansepunk“. Vor dem Hintergrund eines Hansewappens sitzt eine spärlich bekleidete, vollbusige Frau, die Finger vor dem Schritt obszön zu einem V geformt. Das Startmotiv ziert auch als übergroßes Wand-Tattoo das „Stylesucks“-Büro. Kein Motiv für Jedermann. Beschwerden habe es allerdings nur in der Anfangszeit gegeben, sagt Stefan Meichau, der Frauen mit den oftmals leicht anstößigen Motiven keinesfalls vor den Kopf stoßen will. Er spielt nach eigenen Angaben vielmehr mit den ewigen Männerthemen vom Geschwindigkeitsrausch, großer Freiheit und noch mehr freizügiger Liebe.

Zudem gibt es die zweite Variante des Hansepunk – hier schlängelt sich in Manier einer Pole-Tänzerin eine halbnackte Frau um einen Anker. Dass das nicht billig wirkt, ist dem Modemacher wichtig. „Die Message unserer Mode steht für sich“, betont Meichau. Sie kann, soll und will nicht interpretiert werden.

Stefan Meichau Gründer von Stylesucks
Label-Gründer Stefan Meichau experimentiert seit elf Jahren als unkonventioneller Modedesigner. Mit "Stylesucks" bannt er ein unabhängiges Lebensgefühlt auf Textil © Jörg Sarbach

Unorthodox

Viel Zeit investiert der Bremer in die Motivsuche und die grafische Aufbereitung am Computer. Ob „Freedom“ (Bulli vor untergehender Sonne) oder „Guitarella“ (Abbild aus halb Frau, halb Gitarre) – bei jedem geplanten Aufdruck muss es bis ins letzte Detail stimmig sein. Stefan Meichau entwirft Mode; dem Diktat dieser Branche unterwerfen will er sich aber nicht. Und so nimmt er den zuweilen eitlen Modezirkus mit seinen Produkten durchaus aufs Korn. „Wir wollen keine Markenidentifikation bedienen, extra teuer sein oder alle paar Wochen die gesamte Kollektion austauschen, nur um etwas Neues zu bringen“, erklärt Meichau.

Sein Hauptstandbein ist seine im Jahr 2000 gegründete Multimedia-Agentur Nachtlicht-Media, mit der er überwiegend für kleine und mittlere Mittelständler an der Entwicklung einer Corporate Identity arbeitet. Drei Jahre später kam die T-Shirt-Produktion dazu. Der kreative Kopf möchte ganz unorthodox, dass die Käufer nicht nur Spaß an ihren Shirts haben, sondern dass diese auch langlebig sind.

Die Shirts halten locker vier Jahre, das ist fast schon eine kleine Mode-Auflehnung.

Stefan Meichau, Gründer von Stylesucks

Soziale Medien: Unverzichtbar

Fast 3.700 Freunde hat sein Label „Stylesucks“ beim größten sozialen Netzwerk Facebook. Hier kann er gezielt für seine Produkte werben und auf sich aufmerksam machen. Sein wichtigster Absatzkanal ist der Online-Shop. Gut 170.000 T-Shirts hat Meichau bislang verkauft. „Doch einen Ferrari hab ich nicht in der Garage stehen“, grinst er. Die Gewinnmargen seien klein. Statt Massenproduktion geht es um Einzelaufträge, gefertigt wird nicht auf Halde.
Immer mal wieder versucht Meichau auch, Bands – „vor allem die, die ich cool finde“ – mit seinen Shirts auszustatten.

Zu 80 Prozent ist das Bremer Produkt eine Männermarke. Schauspieler Jürgen Vogel oder Fußballer Tim Wiese haben mindestens ein „Stylesucks“-Shirt in ihrem Schrank. Typen wie diese passten zum Label, sagt Stefan Meichau. Solche Charaktere seien zudem wichtige Multiplikatoren. „Es ist verdammt schwer, in der Modewelt eine Marke zu platzieren“, sagt der Designer. Wahrgenommen werden, das ist ein hartes Geschäft. Viel Lehrgeld hat der T-Shirt-Macher auch für das Bedrucken der Shirts, die Logistik oder den Versuch des Vertriebs über den kleinen Einzelhandel gezahlt. Ans Aufgeben hat er dennoch nie gedacht. Dafür mache das Label zu viel Spaß. Ein enormer Antrieb – auch bei Rückschlägen.

Strampler für Babys

Desweiteren hat Meichau auch Shirts und Hoodies für Frauen, Strampler für Babys, Wand-Tattoos oder hochwertige Ledertaschen als Männer-Accessoire in der Produktpalette. Stefan Meichau und sein Ziehkind „Stylesucks“, das ist „beileibe keine One-Man-Show“, sagt er. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern kämpft er beharrlich für den Durchbruch und für den Beibehalt aller Individualität. Auch wenn der ganz große Erfolg ein Traum wäre – schließlich könne „der Bang“ immer eintreffen – eines will Stefan Meichau mit „Stylesucks“ nicht werden: ein gesichtsloser Riese.


Mehr Informationen gibt es unter www.stylesucks.com

Pressekontakt: Stefan Meichau, Stylesucks, Tel. 0421 – 79 01 18 40, stefan@stylesucks.com


Bilddownload

Das Bildmaterial ist bei themengebundener Berichterstattung und unter Nennung des jeweils angegebenen Bildnachweises frei zum Abdruck.
Foto 1: Provokant und zeitlos, cool und nachhaltig – dafür steht das Bremer Label „Stylesucks“. Geschäftsführer Stefan Meichau plant jedes Motiv bis ins Detail. © Jörg Sarbach
Foto 2: Label-Gründer Stefan Meichau experimentiert seit elf Jahren als unkonventioneller Modedesigner. Mit „Stylesucks“ bannt er ein unabhängiges Lebensgefühlt auf Textil. © Jörg Sarbach


Der Pressedienst aus dem Bundesland Bremen berichtet bereits seit Juli 2008 monatlich über Menschen und Geschichten aus dem Bundesland Bremen mit überregionaler Relevanz herausgegeben von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Der Pressedienst aus dem Bundesland Bremen arbeitet ähnlich wie ein Korrespondentenbüro. Bei den Artikeln handelt es sich nicht um Werbe- oder PR-Texte, sondern um Autorenstücke, die von Journalisten für Journalisten geschrieben werden.

Bei Fragen schreiben Sie einfach eine E-Mail an pressedienst@bremen.de.

Erfolgsgeschichten


Pressedienst
28.09.2021
Paradies von Menschenhand

Wenn die Dämmerung kommt, sagen sich südlich von Bremerhaven Fuchs und Hase gute Nacht. Das ist so gewollt. Die Heimat dieser und anderer Tiere ist eine der letzten Naturlandschaften an den Flussufern in Norddeutschland, die dem ursprünglichen Zustand sehr nahekommen. Das Paradies von Menschenhand – das 1400 Hektar große Naturschutzgebiet Luneplate – wurde als Ausgleich für die Containerterminals im Norden Bremerhavens geschaffen.

Nach Bremerhaven zur BIS
Pressedienst
14.09.2021
Tierischer Einsatz für die Sicherheit

Wenn ein Vogel ins Triebwerk eines Flugzeugs gerät, kann das gefährlich werden. Das zu verhindern, ist Simon Köchers Aufgabe. Mit Hündin Hera und vier Bussarden sorgt der Umweltmanager des Bremer Flughafens dafür, dass möglichst keine Tiere den startenden und landenden Flugzeugen in die Quere kommen.

Mehr erfahren
Luft- und Raumfahrt
02.09.2021
Sonnenschirm gegen den Klimawandel

Waldbrände, Starkregen, Überschwemmungen – immer deutlicher zeigen sich die Dimensionen des Klimawandels. Könnte ein gigantischer Sonnenschirm den Planeten vor Überhitzung schützen? Im Bremer Raumfahrtunternehmen OHB widmet sich Ingenieur Tomas Hamann dieser Frage.

Mehr erfahren