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25.10.2016 - Jann Raveling

Duale Studienprogramme Informatik – in Bremen studieren, weiterbilden und gleichzeitig Geld verdienen

Digitalisierung / Industrie 4.0

Nachgefragt bei Oliver Pohling, Absolvent des Dualen Masterprogramms Informatik (DMI) und des Dualen Studiums Informatik (DSI)

Studieren und Geld verdienen - nur ein Vorteil eines dualen Studiums
Studieren und Geld verdienen - nur ein Vorteil eines dualen Studiums © visualhunt.com

Auf der Überholspur in die IT-Karriere: Das versprechen das Duale (Bachelor-)Studium Informatik (DSI) und das Duale Masterprogramm Informatik (DMI) an der Bremer Hochschule und der Universität Bremen. Mit den Programmen haben Studierende nach vier Jahren sowohl den Berufsabschluss des Fachinformatikers als auch den wissenschaftlichen Grad Bachelor inne. Nach zweieinhalb weiteren Jahren den Master. Und gleichzeitig sammeln sie wertvolle Berufserfahrung im Unternehmen und können ergänzende Weiterbildungsmaßnahmen belegen.

So wie Oliver Pohling. Auf Rügen aufgewachsen, wusste der heute 27-jährige nach dem Abitur, dass sein Weg in die Informatik führen sollte. Nur nicht wie. Der Hochschulkompass spuckte 1.700 Studienangebote zum Stichwort „Informatik“ aus. Die Qual der Wahl.

Studieren und Geld verdienen – na, wenn das nicht verlockend klingt!

Für den jungen Mann war schnell klar: Es soll ein duales Studium werden. Studieren und gleichzeitig bei einem Unternehmen angestellt sein, das klang nach einem guten Deal. Denn das Unternehmen sorgt für regelmäßiges Gehalt. Studenten können sich auf das Fach konzentrieren und müssen keine Nebenjobs annehmen. Außerdem arbeiten sie noch in einem Unternehmen mit und erhalten wertvolle Praxiserfahrung. „Schaut man auf das Angebot nach Dualen Studiengängen in der Informatik, wird die Auswahl schnell kleiner. Bremen war bei allen Vergleichen obenauf, deshalb habe ich mich für die Hansestadt entschieden“, berichtet Pohling.

Da ist die Bewerbung doch sicherlich schwierig, oder?

Erstklassige Ausbildung, Gehalt, Studium und Berufstitel im Schnelldurchgang – das sorgt für einen Riesenansturm, nicht wahr? „Ich habe mich bei insgesamt zehn Unternehmen beworben, bis es bei Commerz Systems geklappt hat“, sagt Pohling. Im Gegensatz zu einem regulären Studium bewerben sich Studienwillige direkt bei den Unternehmen im Angebot der dualen Studienprogramme – circa 30 beim beim DSI und zehn Unternehmen beim DMI. Wer angenommen wird, muss sich dann nur noch um den Studienplatz kümmern.

Der Master Duale Informatik baut auf drei Säulen der Weiterbildung auf
Der Master Duale Informatik baut auf drei Säulen der Weiterbildung auf © DMI bremen digitalmedia

Der erste Arbeitstag war dann bestimmt aufregend!

„Im Gegenteil!“, gibt Pohling lachend zu, „unsere erste Aufgabe war: Urlaubspläne einreichen und uns mit dem Unternehmen vertraut machen.“ Der richtige Startschuss kam erst nach zwei Wochen: Dann beginnt der Vorbereitungskurs Mathematik.

Und dann? Kein Studentenleben und nur malochen?

Klar ist: Neben dem Studieren arbeiten die Studierenden regelmäßig in den Partnerunternehmen. „Der Anspruch ist auf jeden Fall hoch“, sagt Pohling, „als dualer Student hat man weniger Freizeit, das berühmte ‚Studentenleben‘ tritt kürzer. Zudem achten die Unternehmen auf die Noten, denn sie investieren ja in einen.“ Der Arbeitsaufwand kann unterschiedlich ausfallen. Während Pohling sich in den ersten vier Semestern auf das Studium konzentrieren konnte, arbeiteten einige seiner Kommilitonen auch in den ersten beiden Studienjahren. Für den 27-jährigen ging es ab dem fünften Semester richtig los, als er in seinem Praxissemester an einem Reporting-Tool für Banken mitarbeitete. Als Dienstleister der Commerzbank unterstützt die Commerz Systems ihren Kunden bei der Entwicklung und dem Betrieb anspruchsvoller Bankanwendungen.

Das klingt sehr anspruchsvoll! Möchte man da nicht auch mal das Handtuch schmeißen?

„Die ersten Semester waren anstrengend. Ich war in der Schule ausgezeichnet in Mathe. Aber die Uni-Mathematik ist komplett anders und eine harte Nuss“, erzählt Pohling und ergänzt: „Gleichzeitig können für einige Absolventen die Tage lang werden, wenn es erst in die Uni geht, danach in die Berufsschule und zum Schluss ins Unternehmen.“ Robust, flexibel und lernwillig – so beschreibt er die Anforderungen an die Studierenden.

Und wann den Fußboden küssen?

Nach den ersten Prüfungen. „Dann war uns klar, dass wir die ersten Hürden gemeistert hatten. Wir dualen Studenten sind eng zusammengewachsen und haben gemeinsam an Aufgaben gearbeitet, das war schön“, erzählt Pohling stolz.

Die Absolventen des DMI-Jahrgangs 2016
Die Absolventen des DMI-Jahrgangs 2016 © Dorothee Mallesch

Was nimmt man denn aus dem Studium mit?

Das Studium ist breit angelegt. Neben den Grundlagen lernen die Studierenden eine Programmiersprache wie Java oder C++ und erhalten in Wahlmodulen die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen. Projektmanagement, Kommunikation, Präsentation, Geschäftsprozesse, Management – im Dualen Studium geht es nicht nur darum, Fachexperten auszubilden, sondern die Nachwuchskräfte von morgen. „Durch die Kombination von akademischer und beruflicher Ausbildung zusammen mit der praktischen Arbeit im Betrieb entsteht eine für ‚High Potentials‘ attraktive Ausbildungsform“, sagt Rainer Sethmann, Professor für Rechnernetze und Informationssicherheit vom Institut für Informatik und Automation der Hochschule Bremen. Darüber hinaus erwerben die Teilnehmer zusätzliche Schlüsselkompetenzen in den Bereichen Hard und Soft Skills durch die Kurse des Profilbereichs, ein essentieller Bestandteil des Masterprogramms. Beste Chancen für den Berufsstart!

 Startet jetzt ins Berufsleben: Oliver Pohling
Startet jetzt ins Berufsleben: Oliver Pohling © Oliver Pohling

Und jetzt Butter bei die Fische: Was dürfen Bewerberinnen und Bewerber auf keinen Fall vergessen?

„Informiert euch über die Unternehmen, bei denen ihr euch bewerbt“, rät Pohling, „und seid im Studium ganz bei der Sache. Wer die Module auf die leichter Schulter nimmt und mal fünfe grade sein lässt, wird es schwer haben!“ Nicht so bei Oliver Pohling: Mit dem Master in der Tasche übernimmt er jetzt erste Projektmanagementtätigkeiten bei der Commerz Systems. Und ist sich sicher: Er würde es genauso wieder machen.

Verstanden! Wo kann ich mich bewerben?

Der schnellste Weg ins duale Studium führt über die Webseiten www.dualesstudiuminformatik.de und www.dualermasterinformatik.de. Dort findet ihr auch eine Liste der Unternehmen mit freien Studienplätzen sowie alle weitere Informationen.


Über das Studienprogramm

Das Duales Studium Informatik (DSI) ist von bremen digitalmedia in Kooperation mit der Hochschule Bremen, der Universität Bremen und der Berufsschule entwickelt und verstetigt worden. Das Besondere: Der ausbildungsintegrierende Studiengang Informatik wird an der Universität und an der Hochschule angeboten und ermöglicht den DSI-lern einen doppelten Abschluss in vier Jahren.

Das Duale Masterprogramm wird als Erweiterung des DSIs entwickelt. Auch dieses Programm besteht aus drei Säulen: Der DMI-ler macht parallel an der Hochschule oder der Universität Bremen seinen Master, arbeitet und lernt weiterhin in einem Unternehmen und erweitert seine Skills durch zusätzliche Angebote im sogenannten Profilbereich.


Weitere Informationen zur Digitalisierung und zum Industrie 4.0-Kompetenzverbund gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 361-32173, kai.stuehrenberg@wah.bremen.de

Welche Services die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bei der Digitalisierung ihrers Unternehmens bietet, finden Sie auf der Übersichtsseite Digitalisierung.

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