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8.6.2018 - Jann Raveling

Bremer Portal für Sachspenden: Der richtige Ort für Gebrauchtes

Start-ups

Kleiderspenden und Möbelspenden in Bremen

Das aktuelle bremenspendet.de-Team: Tamara Volpel, Janis Weingärtner, Roxana Mohammadi und Karima Knigge
Das aktuelle bremenspendet.de-Team: Tamara Volpel, Janis Weingärtner, Roxana Mohammadi und Karima Knigge © LEMEX

Bremenspendet.de soll die zentrale Plattform für hochwertige Sachspenden in Bremen werden. Daran arbeiten Bremer Studierende, die neue digitale Geschäftsmodelle für Unternehmen und Institutionen suchen.

217 ungenutzte Gegenstände lagern in jedem deutschen Haushalt. Wert: mehr als 3.000 Euro. Dinge zu kaufen fällt uns leichter, als sie wieder loszuwerden. Vielleicht wollen wir doch eines Tages die Holzblockflöte aus der Schulzeit für eine spontane Jam-Session nutzen? Das alte Smartphone herauskramen, falls das neue kaputt geht? Oder die Feuerwehrstation aufbauen, obwohl die Kinder längst aus dem Haus sind?

Wenn wir ehrlich sind: Das wird nie passieren. Flöten hat uns noch nie Spaß gemacht, wir kaufen uns ohnehin das neuste Handy und unsere Enkel fahren eher auf Videospiele ab. Was für uns wertlos ist, können andere gut gebrauchen: Spielekonsolen, Kameras, Musikinstrumente, Küchengarnituren, gut erhaltene Kleidung, all das sind wertvolle Sachspenden.

„88 Prozent der Bremerinnen und Bremer wissen nicht, wo und wie sie spenden können. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle für Sachspenden, haben unsere Studierenden herausgefunden“, sagt Dr. Martin Holi, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (LEMEX) der Universität Bremen. Der Wirtschaftswissenschaftler betreut Studierende und sucht mit ihnen digitale Geschäftsmodelle für reale Herausforderungen. “Spenden” ist eine davon.

Eine Webseite für Sachspenden in Bremen: bremenspendet.de

Dem Thema haben sich sieben Studierende am LEMEX erstmals im Wintersemester 2017/2018 angenommen. Ihre Idee: Eine Webseite, die auflistet, wo in Bremen Sachspenden gesammelt werden. Daraus ist bremenspendet.de geworden. Sie macht es leicht, für hochwertige Sachspenden den richtigen Abnehmer zu finden. „Wir wollen das Spenden so komfortabel wie möglich machen. Je weniger Gedanken man sich machen muss, umso eher ist man bereit, zu spenden. Unser Spendenfinder schafft den richtigen Informationsfluss“, so Roxanna Mohammadi vom Team bremenspendet.de

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Im Sommersemester 2018 wollen die Studierenden ihre Idee jetzt weiterentwickeln und eine eigene, gemeinnützige Organisation gründen. „Bremen spendet“ soll eine Marke werden, die stadtweit bekannt wird. „Wir denken daran, einen Shop einzurichten – das ebay für Sachspenden zu werden. Der Erlös kommt unseren Partnern zugute“, erläutert Holi, der das Studierendenteam betreut. Die wichtigsten Sozialeinrichtungen wie AWO, ASB, Rotes Kreuz oder die Innere Mission sind an Bord.

Frische Ideen für Bremer Firmen

Bremenspendet.de ist nicht das einzige Projekt, das im Wintersemester entstanden ist. Andere Studierende haben etwa mit Airbus oder der BTC AG zusammengearbeitet. „Junge Leute bringen ganz neue Ideen und Ansätze ein, sehen Herausforderungen in einem anderem Licht“, beschreibt Holi die Motivation der Unternehmen, in dem Projekt mitzuwirken.

Ein Semester lang arbeiten Studierende und Unternehmen zusammen an neuen Produkten oder Dienstleistungen. Diese sollten neuartig und innovativ sein und somit abseits des normalen Geschäftsbetriebs. „Wir wollen nicht ins Stammgeschäft eingreifen. Wir wollen neue, digitale Innovationen anstoßen und uns gemeinsam in neue Bereiche wagen“, so Holi. Am Ende der vier Monate entsteht ein neuartiges Geschäftsmodell, das in einer großen Abschlusspräsentation vorgestellt wird. Und danach kann weiteres erwachsen – so wurden zu einer Studenten-Idee von Unternehmen bereits Stellen ausgeschrieben, die das Projekt weiterführen sollen.

Neue Partner für die Digitalisierung gesucht

Martin Holi ist derweil auf der Suche nach neuen Unternehmen, die mit Studierenden zusammen digitale Projekte anstoßen wollen. „Mitmachen kostet nichts – nur die Zeit, sich gemeinsam mit jungen Nachwuchskräften zusammenzusetzen, gemeinsam zu diskutieren und zu planen. Und vielleicht sogar neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.“


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