Pressemitteilung
Mirrorball: Anys Reimann in der Weserburg
Die erste Einzelausstellung der deutschen Künstlerin
23.3.2026. Mit der Ausstellung Mirrorball, vom 2. Mai bis 4. Oktober 2026, präsentiert das Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen die erste museale Einzelausstellung von Anys Reimann. In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit Fragen von Identität, Körper, kultureller Zugehörigkeit und Repräsentation. Bekannt sind insbesondere ihre Darstellungen Schwarzer Frauen, die selbstbewusst und vielschichtig auftreten. Reimann setzt westlich-kolonial geprägten Perspektiven eigene Bildwelten entgegen und verbindet Fragmente aus Kunstgeschichte, Film, Musik, Mode und Literatur mit Bezügen zu Mythologien und Popkultur.
Die Ausstellung in Bremen bietet einen umfassenden Einblick in Reimanns aktuelles Schaffen. Zu sehen sind großformatige Collage-Gemälde, Skulpturen sowie Spiegelobjekte und Körperformen mit geballten Fäusten. Viele Arbeiten sind multisensorisch angelegt: Neben dem Visuellen spielen auch Geruch und Haptik eine Rolle. Eine Duftskulptur sowie olfaktorische Elemente greifen Erinnerungen auf und verbinden persönliche Erfahrungen mit kollektiven Bedeutungen.
Für Mirrorball entstehen mehrere neue Arbeiten, darunter ein schwarzer Garten im Museum – eine begehbare Installation in Form eines Archipels mit ausschließlich schwarz blühenden Pflanzen, die speziell für diesen Ort auch olfaktorisch gestaltet wird.
Reimanns künstlerische Praxis beginnt häufig mit dem Sammeln: Fotomotive aus Mode- und Lifestylemagazinen treffen auf historische Fotografien aus Kunstbänden sowie Materialien wie Leder, Holz oder Glas. In ihren Collagen und Objekten bleiben Brüche, Übergänge und Überlagerungen sichtbar – ein konzeptuelles Merkmal, das Identität als fragmentiert, vielschichtig und prozesshaft begreift.
„Es geht um das Sein, anders sein, ein Individuum sein … was es bedeutet, viel zu sein.“ Anys Reimann
Reimanns Figuren, die bisweilen an Drag Queens erinnern, treten dem Publikum selbstbewusst entgegen. Plateauschuhe werden dabei zu Symbolen einer selbstbestimmten Inszenierung. Auch die Skulpturen greifen diese Themen auf. Reimann arbeitet mit kunsthistorischen und popkulturellen Referenzen und rückt marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt. Bezugspunkte sind unter anderem Künstlerinnen und Autorinnen wie Billie Holiday, Toni Morrison oder James Baldwin.
Ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet die Ausstellung, darunter eine Community Art Night im September mit partizipativen Angeboten sowie eine Lesestation. Ergänzt wird das Programm durch Lesungen und Filmvorführungen, die thematisch von James Baldwin bis zu aktuellen Fragestellungen rund um KI und Körperbilder reichen. Darüber hinaus gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche, etwa eine Mitmachstation zu Collage-Techniken. Texte in Leichter Sprache tragen innerhalb der Ausstellung zur Barrierefreiheit bei.
Das Weserburg Museum für moderne Kunst ist ein Museum in Bremen, das sich auf internationale Gegenwartskunst spezialisiert. Es befindet sich in mehreren ehemaligen Speicherhäusern auf einer Insel in der Weser und zeigt wechselnde Ausstellungen sowie Teile seiner Sammlung mit Kunst ab den 1960er Jahren bis heute. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf modernen Kunstrichtungen wie Konzeptkunst und Minimal Art.
Hervorragend kombinieren lässt sich der Besuch des Weserburg mit der Pauschale „Bremen zum Kennenlernen“. Inkludiert sind zwei bis fünf Übernachtungen mit Frühstück, eine Stadtführung durch die historische Altstadt, eine große Weser- und Hafenrundfahrt sowie ein großes Kaffeegedeck in einer Bremer Traditionskonditorei. Die Pauschale ist ab 160 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Das Hotel ist frei wählbar.
Weitere Informationen, Tickets und Buchungsmöglichkeiten gibt es beim Bremen Tou-rismus unter www.bremen.de/tourismus und https://weserburg.de/ oder telefonisch unter 0421/30800-10.