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24.6.2021 - Reinhard Wirtz

Lebendiges Haus nimmt Gestalt an

Immobilienstandort

Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bereitet ihren Umzug in der Bremer Innenstadt vor

Gewohntes Bild seit Anfang des Jahres: Der ehemalige Lloydhof eingerüstet
Gewohntes Bild seit Anfang des Jahres: Der ehemalige Lloydhof eingerüstet © WFB/Pusch

Der ehemalige Lloydhof wird künftig nicht nur genügend Raum für die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bieten, sondern auch für ein Hotel, Wohnappartements und (Einzelhandels-) Gewerbe.

Läuft alles weiter nach Plan, wird Ende dieses Jahres das große Stühlerücken beginnen: Bei den Mitarbeitenden der Bremer Wirtschaftsförderung steht ab Dezember der Umzug in den ehemaligen Lloydhof in der Bremer Innenstadt (Ansgaritorstraße 11) an. Hier sollen die bisherigen Standorte im Kontorhaus am Markt, in der Findorffstraße und in der Faulenstraße unter einem Dach zusammengeführt werden. Während auf der Großbaustelle des künftigen Domizils zahlreiche Firmen und Gewerke parallel an einer termingerechten Fertigstellung der Umbauten und Innenausstattung arbeiten, haben bei der WFB längst detaillierte Vorbereitungen für den Ortswechsel begonnen.


„Die Hotelkette Cosi ist für uns ein absoluter Wunschmieter. Das ist auch ein Indiz dafür, dass wir mit dem Lloydhof richtig liegen.“

Florian Wirthgen, Leiter für Kommunikation und Marketing bei der denkmalneu GmbH

So wie es jetzt steht, wird denkmalneu die für Beherbergung vorgesehenen Bauabschnitte zwischen Februar und Mai 2022 an den Hotelbetreiber Cosi übergeben. Die Hotelkette ist zwar erst gut zwei Jahre jung, aber bereits in Metropolen wie Madrid, München, Wien, Barcelona und Berlin vertreten. „Cosi ist für uns ein absoluter Wunschmieter. Das ist auch ein Indiz dafür, dass wir mit dem Lloydhof richtig liegen“, sagt Florian Wirthgen, bei denkmalneu Leiter für Kommunikation und Marketing. Der dritte Bereich mit Wohnungen soll ebenfalls im Juni 2022 übergeben werden.

Als „Filetstück“ gelten die Flächen im Erdgeschoss. Über diese Flächen sei man mit potenziellen Mietern und Interessenten im Gespräch. „Grundsätzlich suchen wir natürlich nach einem klassischen innerstädtischen Retailer, ob aus dem Lebensmittel-, Fashion- oder Ausstattungsbereich. Das ist eine klassische Einzelhandelsfläche“, so Wirthgen. Zwar sei man bei denkmalneu zuversichtlich, dass die laufenden Gespräche darüber bald zu einem positiven Abschluss führen werden. Aber klar sei auch: Es sei jetzt nicht die einfachste Zeit, um große Ladenflächen zu vermieten.

Viele Puzzleteile müssen zusammengefügt werden

Das Bremer Projekt sei ansonsten nach wie vor im Plan, bestätigt Wirthgen. Wie immer arbeite man „eng getaktet“ und versuche, Zeitpuffer anzulegen. Allerdings werde dieser Puffer durch Corona nach und nach schmaler. Die Lieferketten seien eben derzeit noch „überall unzuverlässig.“ Es gelte, „viele Puzzleteile zusammenzufügen“, so Wirthgen. Derzeit befinden sich die beiden neuen oberen Geschosse (4. und 5. OG) noch im Rohbau, während von unten nach oben parallel diverse Gewerke mit der Innengestaltung beschäftigt sind.

Der Innenausbau schreitet auf allen Stockwerken schnell voran
Der Innenausbau schreitet auf allen Stockwerken schnell voran © WFB/Pusch

Um viele Puzzleteile geht es auch bei der WFB. Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden  in Etappen ab Dezember umziehen. Der Hauptteil des Umzugs wird voraussichtlich im Januar und Februar 2022 stattfinden. Erstmals sollen dann alle Beschäftigten an einem Standort ihre neue Arbeitsumgebung finden. Einbezogen in die Planungen für das neue Domizil waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WFB schon seit geraumer Zeit. Inzwischen geht es jedoch um Details, wie auch ein eigens angelegter Intranet-Blog erkennen lässt: Welche Büromöbel können mitgenommen werden? Was ist mit Blumenkübeln und Topfpflanzen? Ist sichergestellt, dass die vorhandenen Akten und Unterlagen im richtigen Büro landen? Und welche Möglichkeiten wird die neue IT am künftigen Standort bieten?

Im Dschungel der Pläne, Anforderungen, Wünsche und Termine Durchblick und Klarheit zu bewahren, ist unter anderem Aufgabe von Gerd Franke. Der Immobilienfachwirt und Elektromeister wollte nach 25 Jahren in der WFB-Immobilienverwaltung eigentlich mit seinem Wohnmobil in den Ruhestand starten, als sein bisheriger Arbeitgeber ihn fragte, ob er nicht noch einige Aufgaben beim Umzug übernehmen könne. Franke willigte ein und fungiert seither als Schnittstelle zwischen der WFB, Architekten, Bau- und Fachplanern und Projektentwickler. Gerd Franke: „Ich bin dann als Ansprechpartner für die WFB gegenüber dem Investor benannt worden. Es ist mein Job, die Abstimmung herbeizuführen zwischen dem Bauleiter hier in Bremen, dem Investor in Süddeutschland, und der WFB. Dabei muss ich auch WFB-intern einiges abstimmen und das gegenüber dem Investor kommunizieren.“

Flexible Gestaltung der Arbeitsplätze

Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WFB sind vom Umzugsgeschehen betroffen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen, entsprechend vielfältig fallen die Wünsche und Anforderungen aus. Im neuen Firmensitz wird es sowohl Einzel- als auch Gruppen- und Großraumbüros geben, dazu „Kommunikationsinseln“ für Gespräche im kleineren Kreis außerhalb der Büros, sowie größere Besprechungs- und Versammlungsräume.

Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB
Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB © WFB/Lehmkühler

Drei Fragen zu den laufenden Vorbereitungen und zum Umzug an Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH:

Welche Erfahrungen verbindet die Leitung des Hauses mit der Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Planungen und Vorbereitungen des Umzugs der WFB in den ehemaligen Lloydhof?

Andreas Heyer: Uns ist es wichtig, alle von Anfang an mit einzubinden. Wir wollen Transparenz über die Abläufe  herstellen und bei allen Kolleginnen und Kollegen auch ein bisschen Vorfreude auf den neuen Unternehmensstandort wecken. Wir haben deshalb schon früh begonnen, mehr als zwei Jahre vor dem Umzugstermin, die Mitarbeitenden und natürlich auch den Betriebsrat in die Umzugsvorbereitungen einzubeziehen. Es gibt seitdem regelmäßige Updates im Intranet zum Baufortschritt und zu dem aktuellen Stand der Planungen. Mehrere interne Arbeitsgruppen sind mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen zur Vorbereitung des Umzugs befasst. Dabei geht es um Fragen der technischen Infrastruktur, um die Digitalisierung von Arbeitsabläufen und natürlich auch um die Zuordnung der Räume und die Planung der Umzugslogistik.

Welche Herausforderungen ergeben sich dabei aus den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie?

Andreas Heyer: Die Corona-Pandemie hat uns durch das Arbeiten im Homeoffice und den damit verbundenen stärkeren Einsatz digitaler Lösungen in vielen Dingen gefordert, aber im Ergebnis vor allem vorangebracht. Wie viele andere Unternehmen haben auch wir einen kleinen Quantensprung im digitalen Arbeiten vollzogen und uns schnell auf die neue Situation eingestellt. Die positiven Erfahrungen können wir nun für unseren neuen Standort im Lebendigen Haus nutzen, denn Videokonferenzen und mobiles Arbeiten werden auch nach der Pandemie Bestandteil unserer Arbeitswelt sein. Jetzt können wir im neuen Gebäude die technischen Anforderungen entsprechend berücksichtigen. Ein eigenes Büro werden unsere Mitarbeitenden allerdings weiterhin haben. Möglicherweise ergibt sich aus der Möglichkeit, weiter mobil zu arbeiten, im Laufe der Zeit dann eine flexiblere Nutzungsmöglichkeit für bestimmte Räume. Das berücksichtigen wir vorausschauend bei der Raumplanung und halten uns für die Zukunft einige Optionen offen.

Was wird sich nach dem Umzug für die Kundinnen und Kunden sowie die Mitarbeitenden der WFB gegenüber dem Status quo ändern?

Andreas Heyer: Die größte Veränderung wird sein, dass im Lebendigen Haus alle Bereiche der WFB unter einem Dach arbeiten. Zurzeit sind wir noch auf drei Standorte in der Innenstadt verteilt. Durch den Zusammenzug sind wir für unsere Kundinnen und Kunden zentral erreichbar und können auch intern die kurzen Wege für schnelle persönliche Abstimmungen nutzen. Außerdem machen wir mit dem Kontorhaus am Markt eine Immobilie in bester Innenstadtlage für eine neue spannende Entwicklung durch die Jacobs-Gruppe frei. Zeitgleich unterstützen wir als Büro-Ankermieterin im Lebendigen Haus auch die Umgestaltung des Lloydhofs, was ebenfalls ein wichtiges Projekt für die Bremer Innenstadt ist. Es gibt also eine Reihe von Vorteilen für alle Seiten.

Das Kontorhaus am Markt, Sitz der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH
Das Kontorhaus am Markt, Sitz der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH © WFB/Pusch

Kontorhaus wird frei für neue Entwicklungen im Quartier

Die Wirtschaftsförderung hat das Kontorhaus am Markt seit 2001 als Firmensitz genutzt. Ihre Vorgängerin, die Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG), hatte das damals leer stehende Kontorhaus 1999 auf Wunsch des Bremer Senats erworben, saniert und als Bürostandort genutzt. Seit 2002 hatte auch die Förderbank BAB, eine Tochtergesellschaft der WFB, ihre Büros im Kontorhaus. Um eine ganzheitliche städtebauliche Entwicklung des Gesamtquartiers rund um das Kontorhaus zu ermöglichen, hat die WFB das Objekt im März 2018 an die Jacobs-Unternehmensgruppe verkauft.

Sicher ist, dass der ab Dezember dieses Jahres geplante Umzug nicht in einem Rutsch, sondern in Etappen geschehen wird. Zu viele Beschäftigte, Abteilungen und Organisationseinheiten sind betroffen, Kundinnen und Kunden müssen kontinuierlich weiter betreut werden, und die Erfahrung sagt: Nach einem Ortswechsel gibt es noch viel zu regeln. Gerd Franke sieht das eher gelassen: „Da wird es noch einiges zu tun geben, aber ich habe einen Router und einen Laptop im Wohnmobil, so kann ich auch mal von unterwegs etwas bewegen.“

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