3.6.2026 - Jann Raveling

35 Jahre World Trade Center Bremen – mehr als nur ein Gebäude

Internationales

International wachsen und neue Märkte erschließen

Vor 35 Jahren startete das World Trade Center (WTC) in Bremen, eines von nur vier WTCs in Deutschland. Heute hat es sich zu einer festen Adresse etabliert, wenn es darum geht, Bremer Unternehmen internationale Märkte zu erschließen oder Unternehmen aus aller Welt den Start in Bremen zu ermöglichen.

Im Gespräch mit Anna Heines, Projektleiterin internationale Bestandskunden bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und Expertin für internationale Beziehungen über Zukunftspläne und die Frage, wie Unternehmen heute konkret profitieren können.

Das Netzwerk der World Trade Center weltweit:

300
Städte

90
Länder

1
Millionen Unternehmen

Anna Heines
Anna Heines, Projektleiterin internationale Bestandskunden © WFB/Lehmkühler

Frau Heines, viele denken beim World Trade Center zunächst an ein Gebäude. Aber es geht um viel mehr, oder?

Anna Heines: Das WTC ist mehr als ein Gebäude. Es ist in erster Linie dem internationalen Handel und der Kooperation gewidmet – über die World Trade Centers Association, dem Dachnetzwerk aller WTCs. Es verbindet WTC in 300 Städten miteinander und greift auf ein Netzwerk von einer Million Unternehmen zurück.

Darüber können Betriebe Handelsanfragen in die ganze Welt stellen oder neue Aufträge von anderen Unternehmen gewinnen. Zudem organisiert das Netzwerk Events, Matchmakings und Delegationsreisen, die Unternehmen die Erkundung neuer Standorte und das Knüpfen von Kontakten ermöglichen. Das Netzwerk unterstützt Unternehmen dabei, international zu wachsen und bietet ihnen einen professionellen Einstieg in neue Märkte.

In Bremen gibt es das WTC seit 35 Jahren, aber was viele nicht wissen: Es war nicht immer an derselben Stelle.

Anna Heines: Das World Trade Center braucht einen Ort in der Stadt, aber der kann wechseln. In Bremen war das ursprüngliche WTC in der Birkenstraße in der City beheimatet. Seit 2011 befindet es sich in der Airport-Stadt in Sichtweite zum Flughafen.

Das Ziel in Bremen war, ein zusätzliches Instrument der Wirtschaftsförderung zu etablieren, die Akquisition und Ansiedlung internationaler Unternehmen in Bremen zu vereinfachen. Aus diesem Grund wird die WTC-Marke in Bremen auch von der WFB betreut und gepflegt. Wir kümmern uns um das Netzwerk, helfen bei Anfragen oder Ansiedlungswünschen und sorgen für eine aktive Community. So hat sich im Laufe der letzten 35 Jahre hat die Marke als vorteilhaft für bremische Aktivitäten im Ausland erwiesen. Heute sitzen zahlreiche Unternehmen aus dem Ausland im World Trade Center.

Es gibt übrigens ganz verschiedene WTC-Konzepte, etwa in Flughäfen, im Hafen, angedockt an Kongress- und Ausstellungszentren oder in Sonderwirtschaftszonen. Häufig an prestigeträchtigen Orten, denn auch das WTC hat im B2B-Bereich einen guten Ruf und steht für internationales Renommee.

Menschen in einer Gesprächsrunde
Internationalisierung ist eine der Kernaufgaben des WTC © WFB/Lehmkühler

Und welches WTC-Konzept verfolgt Bremen?

Anna Heines: Von Anfang an haben wir das Modell “Immobilien + integrierte Handelsdienstleistungen” betrieben. Neben Büroräumen bietet das WTC Bremen über uns der lokalen Wirtschaft Zugang zu einer Vielzahl internationaler Handelsdienstleistungen, die es ermöglichen, das globale Geschäft auszubauen.

Unser WTC-Team in Bremen berät und unterstützt internationale Unternehmen bei ihrer Ansiedlung in der Hansestadt. Wir stehen internationalen Unternehmen in allen Fragen zur Seite: von den ersten Schritten der Ansiedlung über die Wohnungssuche bis hin zur Kontaktvermittlung, zum Beispiel zu den bremischen Behörden.

Die Aktivitäten gehen aber noch darüber hinaus …

Anna Heines: Während der letzten drei Jahre haben wir unser Engagement bei der WTCA deutlich intensiviert. So waren wir bei den Treffen der WTCA (Annual Global Business Forum and European Conference), denn sie ermöglichen einen wertvollen Austausch mit anderen Handels- und Immobilienexpert:innen aus aller Welt. Im April 2025 fand dieses Treffen in Marseille statt. Eine Bremer Delegation ist auf über 400 Teilnehmende aus 50 Ländern gestoßen, mit Workshops, Vorträgen, B2B-Matchmakings und Touren vor Ort, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmenden.

Außerdem entwickeln wir unsere gemeinsamen Aktivitäten mit den Niederlanden. Als Nachbarland haben wir viele Überschneidungspunkte, ob nun im Bereich Logistik/Häfen oder High-Tech. So waren Delegationen aus der Region Twente und Deventer bereits hier und haben sich mit Bremer Unternehmen aus dem WTC-Netzwerk getroffen, um über gemeinsame Kooperationspotenziale zu sprechen.

WTC Gebäude
Das WTC-Gebäude in Airport-Stadt © WFB/Lehmkühler

Wie geht es jetzt weiter?

Anna Heines: Wir sehen viele Chancen und Perspektiven, zum Beispiel für Bremen als Gastgeber einer „WTCA European Conference“ und des „Global Business Forums“. Internationale Events wie diese verleihen Standorten mehr Prestige und ermöglichen Bremer Unternehmen sich international aufzustellen.

Wir wollen das WTC zu einem erstklassigen internationalen Geschäftszentrum mit überregionaler Sichtbarkeit erheben. Dazu zählt unter anderem, dass neben den bisherigen Kleinunternehmen künftig auch mittlere und große Unternehmen unter dem Dach der WTC-Marke eine neue Heimat in Bremen finden können.

An wen wendet man sich, wenn man mehr über das WTC erfahren möchte?

Anna Heines: Gern an mich direkt – ich freue mich darauf, mit Interessenten mögliche Chancen auszuloten und gemeinsam eine Vision für die Zukunft des WTC zu entwerfen!

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