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„Tausche Cranach gegen Monet“

Sonderausstellung ab September im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen

Kunstbegeisterte aufgepasst, im Herbst kündigen besondere Gäste ihren Besuch in der Hansestadt an: Eine Delegation namhafter Künstlerinnen und Künstler aus 500 Jahren Kunstgeschichte reist vom Rhein an die Weser. Es handelt sich um mehr als fünfzig Leihgaben der Sammlung Rau für UNICEF, die das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen in einer einmaligen Ausstellung zeigt. Unter dem Titel „Tausche Cranach gegen Monet“ sind vom 18. September 2021 bis zum 30. Januar 2022 Meisterwerke von Fra Angelico, Auguste Renoir, Claude Monet, Mary Cassatt und anderen Größen zu sehen.

Meisterwerke aus den Sammlungen Rau und Roselius

Wo in Bremen früher die Fassmacher wohnten, bilden heute die Museen Böttcherstraße den kulturellen Höhepunkt einer architektonisch kunstvollen Straße. Hier sind gleich zwei Museen miteinander verbunden: Das Paula Modersohn-Becker Museum widmet sich als weltweit erstes Museum einer Malerin. Zweiter im Bunde ist das Ludwig Roselius Museum, ein altbremisches Patrizierhaus des 16. Jahrhunderts mit Kunst und Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zum Barock.
Eine Kooperation zwischen den Museen Böttcherstraße und dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck, in dem die Sammlung Rau für UNICEF als langfristige Leihgabe beheimatet ist, ermöglicht die geplante Ausstellung in Bremen durch ein einmaliges Tauschgeschäft. So wird im Anschluss an das Projekt die bremische Sammlung des Kaffeekaufmanns Roselius mit seinen herausragenden Werken Paula Modersohn-Beckers, Lucas Cranachs d. Ä. oder Tilmann Riemenschneiders in Remagen ausgestellt. Dort läuft die Ausstellung unter dem Titel „Das sind meine modernen Frauen. Tausche Monet gegen Modersohn-Becker“ vom 20. Februar bis 4. September 2022.

Ein Sammler frei von kunsthistorischem „Schubladendenken“

Der Sammler Dr. Gustav Rau (1922-2002) verfolgte zu Lebzeiten zwei Leidenschaften: Kindern in Not in Afrika zu helfen und Kunst zu sammeln. Für beides nutzte er ab 1958 sein Vermögen, das er aus dem Verkauf des geerbten Familienunternehmens erlangte. Doch im Gegensatz zu anderen Kunstsammlern der Moderne und als Gemeinsamkeit mit dem Bremer Ludwig Roselius (1874-1943), spezialisierte er sich nicht auf eine Epoche oder Kunstrichtung, sondern sammelte frei von kunsthistorischem „Schubladendenken“ das, was ihm gefiel. Das Ergebnis war ein facettenreicher Fundus von rund 800 Kunstwerken aus fünf Jahrhunderten.
Die Vielfalt der Sammlung Rau ermöglicht nun dem Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen eine Kurzreise durch die Kunstgeschichte abzubilden, in der hochkarätige Kunstwerke von Fra Angelico, Lucas Cranach d. Ä., Giandomenico Tiepolo, Giovanni Antonio Canaletto, Claude Monet, Auguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissarro, Judith Leyster und Max Liebermann zu den zahlreichen Höhepunkten zählen. Etwa 20 Kunstwerke aus der eigenen Sammlung des Bremer Kaffeekaufmanns ergänzen die Leihgaben.

Rundgang in fünf Themenbereichen

Der Rundgang durch diese Meisterwerke ist thematisch gegliedert. Gleich zu Beginn offenbart sich eine Gemeinsamkeit der beiden Sammler, die eine ganze Generation voneinander trennte: Sowohl Gustav Rau als auch Ludwig Roselius sammelten Alte Meister. So finden sich in beiden Sammlungen Kunstwerke von Lucas Cranach d. Ä., Darstellungen der Grablegung Jesu oder biblische beziehungsweise mythische Darstellungen wie die Enthauptung Goliaths durch David des italienischen Barockmalers Guido Reni oder die Geschichte der badenden Susanna.
Mehrere Ausstellungsräume widmen sich dem Thema Landschaft und geben einen beeindruckenden Überblick über die impressionistische Landschaftsmalerei mit ihren einzigartigen Farbspielen. Neben weiteren Themenschwerpunkten auf Frauenporträts und Stillleben erfolgt abschließend eine Gegenüberstellung von Kinderbildnissen und Mutter-Kind-Darstellungen, die den Kinderarzt und Sammler Gustav Rau vermehrt interessierten.
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm (das ab September einsehbar sein wird) sowie Tickets gibt es unter www.museen-boettcherstrasse.de.

Neben einer Vielfalt aus 500 Jahren Kunstgeschichte im Paula Modersohn-Becker Museum bietet Bremen viele weitere historische Höhepunkte – zum Beispiel die Böttcherstraße, in der sich das Museum befindet. Wer Lust hat, die historische Hansestadt zu entdecken, findet in der Pauschale „Stadtmusikanten und Welterbe“ der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) ein kostengünstiges Angebot. Die Pauschale beinhaltet zwei Übernachtungen inklusive Frühstück in einem Hotel nach Wahl. Dazu gibt es je nach Wunsch eine Fahrt mit dem Stadtmusikanten-Express, eine Rathaus- oder Stadtführung. Bei einem Besuch im Bremer Geschichtenhaus begegnen Neugierige Bremer Gestalten und ihren spannenden bis haarsträubenden Geschichten. Das Angebot ist ab 127 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Dank flexibler Stornierungsbedingungen können die Angebote der BTZ bis acht Tage vor Reisebeginn kostenlos storniert werden. Aktuelle Hinweise zu touristischen Reisen nach Bremen stehen unter www.bremen.de/corona-faq-reisende zur Verfügung.
Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten zu den vielseitigen Angeboten in Bremen gibt es bei der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) unter www.bremen-tourismus.de oder telefonisch bei den BTZ-Mitarbeitenden unter 0421/30 800 10.