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Europäische Experten entwickeln die „kreative Stadt“

Internationale Konferenz im November in Bremen

Im Jahr 2002 präsentierte der US-amerikanische Ökonom Richard Florida sein Buch über den Aufstieg der Kreativen Klasse. Neben der Frage, ob es die eine Patentlösung nach Floridas Analyse überhaupt geben kann, befinden sich die Kreativen momentan an einem Wendepunkt der Debatte: Gelingt es zukünftig, die Potenziale der kreativen Wirtschaft für andere Branchen so nutzbar zu machen, dass nachhaltiges Wachstum für alle entstehen kann? Diese Frage steht im Mittelpunkt der internationalen Konferenz “How does it work? 10 years after Richard Florida“ am Dienstag, 6. November 2012, in der neuen Bremer Heimstätte für Kreative – der Alten Schnapsfabrik.

Experten zu den Themenbereichen Stadtentwicklung, Finanzierung, Unternehmensberatung und -gründung und interdisziplinärer Zusammenarbeit diskutieren dort die Ergebnisse des Projektes „Organza“ und machen zukünftige Entwicklungen in der Kreativwirtschaft sichtbar. Ein Highlight ist der Vortrag des britischen Planers und Autors Charles Landry, der durch sein Buch „The Creative City: A Toolkit for Urban Innovators“ weltweit zu einem der begehrtesten Experten der kreativen Stadtentwicklung geworden ist. Nach der Begrüßung durch Hans-Georg Tschupke, Leiter der Abteilung Innovation der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, und Dr. Reiner Büscher, Leiter der Abteilung Unterstützung industrieller Innovation bei der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, führt der so genannte „Master of Interaction“ Cyriel Kortleven mit abwechslungsreichen Präsentationstechniken durch den Konferenztag.

Die Konferenz ist Teil des Interreg IVC Programmes zur europäischen interregionalen Zusammenarbeit und der Abschluss des Projektes „Organza“, in dem sich 13 europäische Organisationen zusammengeschlossen haben, darunter auch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen. Sie erforschen die Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Einsatz von Design und anderen Angeboten aus der Kreativwirtschaft. Co-Working, Crowd-funding oder Co-location sind nur einige Schlagwörter, die stellvertretend eine Fülle von Konzepten repräsentieren. Doch die Kreativwirtschaft liefert nicht nur Antworten, sie hinterfragt traditionelle Muster der Kommunikation und Interaktion und fordert zu Experi-menten auf. Dieses Potenzial zur Innovation wollen die Macher der Konferenz für die gesamte Wirtschaft nutzen und fördern.

Im Rahmen von „Organza“ werden seit Anfang 2010 in ganz Europa neue Modelle der Förderung von Kreativen untersucht. Dafür wurden über 70 Ideen zusammengetragen und analysiert. Schließlich war jeder Partner aufgefordert, inspirierende Beispiele in der eigenen Stadt umzusetzen. Bremen war dabei als Exporteur eines Erfolgskonzepts gefragt: Der „Klub Dialog“, in dem sich Kreative vernetzen, entsteht jetzt in ähnlicher Form im italienischen Treviso. Die Bremer Initiatoren haben ihre Arbeit bereits vor Ort vorgestellt, ein Gegenbesuch aus Italien ist für Oktober geplant.

Umgekehrt lernte Bremen von seinen europäischen Nachbarn. Die Alte Schnapsfabrik ist eine private Initiative, bei der Firmen aus unter-schiedlichen Bereichen der Kreativwirtschaft eine neue Form der Zu-sammenarbeit praktizieren. Im Erdgeschoss des traditionsreichen Ge-bäudes wird darüber hinaus ein sogenannter „Open Space“ eingerich-tet und „Co-Working“ soll Grundprinzip des ganzen Hauses werden. Freiberufler und Selbstständige können einen Arbeitsplatz mieten, die Infrastruktur nutzen und Kontakte knüpfen. Das Projekt „Organza“ unterstützt den Prozess mit betriebswirtschaftlichem und konzeptionel-lem Know-how und mit Kontakten.

Die internationale Konferenz “How does it work? 10 years after Richard Florida“ findet am Dienstag, 6. November 2012, von 9 bis 17.15 Uhr in der Alten Schnapsfabrik, Am Deich 86, 28199 Bremen, statt. Der Eintritt ist frei, die Konferenzsprache ist Englisch. Teilnehmer können sich bis zum 20. Oktober 2012 unter: www.organzanetwork.eu/conference für die Konferenz registrieren. Weitere Informationen gibt auch Steffen Wiegmann, Innovationsmanager Kreativwirtschaft bei der WFB, unter Tel. (0421) 33 881-19 und per Mail an steffen.wiegmann@wfb-bremen.de. Weitere Infos zum Konferenzort: www.alte-schnapsfabrik.de.