11.6.2026 - Maja Oetjen

Grüne Stadt am Fluss

Tourismus

Zwischen Weser, Parks und urbanem Leben

Luftaufnahme von Bremen mit der Weser im Zentrum. Entlang des Flusses sind Grünflächen, Brücken, Gebäude und die Silhouette der Innenstadt mit ihren Kirchtürmen zu sehen.
Die Weser prägt das Stadtbild Bremens und verbindet grüne Uferlandschaften mit urbanem Leben im Herzen der Stadt. © WFB / Tobias Mittmann

Wer durch Bremen geht, merkt schnell: Das Grün ist hier nie weit entfernt. Hinter Straßenecken öffnen sich Parks, Wege führen entlang der Deiche, und und man gelangt immer schnell an die Weser – ruhig, weit und fest im Alltag der Stadt verankert. Der Fluss gibt Bremen Richtung und Rhythmus, die vielen Grünflächen schaffen Raum zum Durchatmen. Gemeinsam prägen sie das Bild einer Stadt, in der Urbanität und Natur selbstverständlich ineinandergreifen. 

Mit der Tourismusstrategie Bremen 2030+ rückt genau dieses Profil stärker in den Mittelpunkt. Unter dem Thema „Grüne Stadt am Fluss“ will Bremen seine besondere Verbindung von Wasser, Natur und Stadtleben sichtbarer machen und als grünes, zukunftsorientiertes Reiseziel weiterentwickeln. Gäste sollen Bremen aktiv erleben können – zu Fuß, mit dem Rad oder vom Wasser aus – und dabei entdecken, wie nah Natur und Innenstadt hier beieinanderliegen.

Eine Stadt für Radfahrer:innen 

Bremen gilt seit Jahren als eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands. Die Wege sind kurz, das Gelände ist flach, und das Fahrrad gehört für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag. Rund ein Viertel aller Wege wird mit dem Rad zurückgelegt, mehr als 1.000 Kilometer Radwege ziehen sich durch die gesamte Stadt – entlang der Weser, durch Parks, Wohnquartiere und Grünzüge. 

Vier Menschen fahren an einem sonnigen Tag mit Fahrrädern auf einem Weg entlang eines begrünten Deichs. Im Hintergrund sind weitere Freizeitgäste und die offene Uferlandschaft zu sehen.
Vier Menschen fahren an einem sonnigen Tag mit Fahrrädern auf einem Weg entlang eines begrünten Deichs. Im Hintergrund sind weitere Freizeitgäste und die offene Uferlandschaft zu sehen. © WFB / Jonas Ginter

Dass Bremen früh auf nachhaltige Mobilität gesetzt hat, zeigt auch ein Blick in die Geschichte: Bereits 1982 entstand hier die erste Fahrradstraße Deutschlands. Bis heute wird die Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Neue Fahrradpremiumrouten, Modellquartiere und moderne Leihangebote sollen das Radfahren noch komfortabler machen. 

Auch touristisch spielt das Fahrrad eine immer größere Rolle. Mit dem ausgezeichneten Projekt „BIKE IT!“ bündelt Bremen Informationen, digitale Navigation und thematische Touren rund ums Radfahren. Zwölf ausgeschilderte Radrouten führen durch ganz unterschiedliche Stadt- und Landschaftsräume – von der historischen Innenstadt über die Weserufer bis in die weiten Landschaften des Blocklands. Wer Bremen mit dem Fahrrad erkundet, erlebt die Stadt aus nächster Nähe: entspannt, flexibel und nah an Natur und Alltag. 

Leben an der Weser 

Die Weser ist Lebensader, Treffpunkt und Identitätsträger zugleich. Besonders spürbar wird das an der Schlachte, der bekannten Weserpromenade im Herzen der Stadt. Restaurants, Cafés, Bars und Biergärten säumen das Ufer, historische und moderne Schiffe liegen am Kai, und an warmen Tagen wird die Promenade zu einem der lebendigsten Orte Bremens. 

Blick auf die Bremer Schlachte mit Promenade, Anlegestellen und einem Fahrgastschiff auf der Weser. Im Hintergrund sind historische Gebäude, eine Brücke und zahlreiche Möwen zu sehen.
An der Schlachte trifft maritimes Flair auf urbanes Leben: Die Weserpromenade zählt zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt. © WFB / Eva-Christina Krause

Vom Martinianleger starten Hafen- und Weserrundfahrten, die Bremen aus einer neuen Perspektive zeigen. Während sich die Innenstadt langsam entfernt, ziehen Deiche, Werften und Hafenanlagen vorbei. Weseraufwärts zeigt sich die Stadt dagegen von ihrer grüneren Seite – mit dem Osterdeich, dem Weserstadion und dem beliebten Café Sand auf der gegenüberliegenden Uferseite. 

Auch moderne Stadtentwicklung ist eng mit dem Wasser verbunden. In der Überseestadt – einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas – treffen historische Speichergebäude auf neue Wohn- und Büroquartiere. Wo früher Hafenwirtschaft dominierte, entstehen heute kreative Arbeitsorte, Gastronomie, Kultur und neue Lebensräume direkt am Wasser. Der Wandel ehemaliger Hafenflächen zeigt, wie Bremen maritime Geschichte und moderne Stadtentwicklung miteinander verbindet. 

Grünflächen mitten in der Großstadt 

Bremen zählt zu den grünsten Großstädten Deutschlands – und das zeigt sich nicht nur am Stadtrand, sondern mitten im urbanen Raum. Der Bürgerpark und der angrenzende Stadtwald bilden gemeinsam eine der bedeutendsten innerstädtischen Parkanlagen Deutschlands. Auf rund 200 Hektar erstrecken sich Wiesen, Wasserflächen, alte Baumbestände und verschlungene Wege nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. 

Für viele Bremer:innen gehören Bürgerpark und Stadtwald fest zum Alltag – zum Spazierengehen, Joggen, Radfahren oder einfach zum Abschalten. Besonders beliebt sind der Unisee und die beleuchtete Finnbahn, die ganzjährig von Joggerinnen und Joggern genutzt wird. Dass der Bürgerpark bis heute überwiegend durch Spenden finanziert wird, macht ihn zudem deutschlandweit einzigartig. 

Zwei Personen sitzen auf einer Decke an einem Teich im Bürgerpark. Umgeben von Bäumen, Wiesen und Schilf genießen sie die ruhige, naturnahe Atmosphäre der Parklandschaft.
Der Bürgerpark bietet mitten in Bremen Raum für Erholung, Naturerlebnisse und entspannte Stunden am Wasser. © WFB / Carina Tank

Ebenfalls prägend für das Stadtbild sind die Wallanlagen. Wo Bremen früher durch Wälle geschützt wurde, zieht sich heute ein grüner Ring um die Altstadt. Zwischen Wassergräben und alten Bäumen verbinden sich Geschichte, Kultur und Natur auf engem Raum. Sehenswürdigkeiten wie die Mühle am Wall oder die angrenzenden Museen machen die Wallanlagen zu einem Ort, an dem Stadtleben und Erholung unmittelbar aufeinandertreffen. 

Blütenmeer und botanische Vielfalt 

Besonders eindrucksvoll zeigt sich Bremens grüne Seite im Rhododendronpark. Vor allem im Frühjahr verwandeln tausende Rhododendren und Azaleen die weitläufige Anlage in ein farbenreiches Blütenmeer. Auf rund 46 Hektar wächst die größte Rhododendronsammlung der Welt und zieht jedes Jahr zahlreiche Besuchende an. 

Doch auch außerhalb der Blütezeit ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel. Der Botanische Garten mit Pflanzen aus aller Welt und die botanika mit ihren tropischen Schaugewächshäusern verbinden Naturerlebnis, Wissen und Erholung. So entsteht mitten in der Stadt ein Ort, der Ruhe, Vielfalt und internationale Pflanzenwelten miteinander vereint. 

Ein Weg führt durch den Rhododendronpark, gesäumt von üppig blühenden Rhododendren in verschiedenen Rosa-, Rot- und Lilatönen. Hohe Bäume spenden Schatten über der weitläufigen Parkanlage.
Im Frühjahr verwandelt sich der Rhododendronpark mit tausenden blühenden Rhododendren und Azaleen in ein farbenprächtiges Blütenmeer. © Stiftung Bremer Rhododendronpark

Naturerlebnis direkt vor der Stadt 

Nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt beginnt mit dem Blockland eine völlig andere Welt. Weite Wiesen, Wasserläufe, Deiche und Bauernhöfe prägen die Landschaft, die trotz ihrer Zugehörigkeit zu Bremen fast ländlich wirkt. Das Blockland ist nicht nur Naherholungsgebiet, sondern auch wichtiger Naturraum und Lebensraum für zahlreiche Tierarten. 

Besonders beliebt ist die Gegend bei Radfahrer:innen und Spaziergänger:innen. Viele Wege sind nahezu autofrei und ermöglichen entspannte Touren durch die offene Landschaft. Kleine Hofcafés und Ausflugslokale laden unterwegs zu regionaler Küche oder hausgemachtem Kuchen ein. Auch vom Wasser aus lässt sich die Region entdecken – etwa bei Fahrten mit historischen Torfkähnen oder mit dem Kanu auf der Wümme. 

Im Bremer Norden zeigt sich die Stadt ebenfalls von ihrer grünen und maritimen Seite. Parks wie Knoops Park oder Wätjens Park verbinden historische Gartenanlagen mit weiten Ausblicken auf Weser und Lesum. Naturräume wie das Werderland oder Heideflächen rund um Blumenthal bieten überraschend viel Ruhe und Natur innerhalb des Stadtgebiets. Auch der Vegesacker Hafen prägt den maritimen Charakter von Bremen-Nord. Als erster künstlicher Hafen Deutschlands erinnert er bis heute an die lange Seefahrer- und Werfttradition der Region. Rund um die Maritime Meile verbinden sich historische Schiffe, Promenaden, Museen und der Blick auf die Weser zu einem Ort, an dem Geschichte und Wasserlandschaft unmittelbar zusammenkommen. 

Eine kleine Brücke führt durch die parkähnliche Landschaft von Knoops Park. Hohe Bäume, gepflegte Wiesen und warmes Sonnenlicht schaffen eine ruhige und naturnahe Atmosphäre.
Knoops Park in Bremen-Nord verbindet historische Gartenkunst mit weitläufigen Grünflächen und einer besonderen Nähe zur Weser. © WFB / Carina Tank

Bremen vom Wasser aus erleben 

Als Stadt am Fluss lässt sich Bremen entspannt vom Wasser aus entdecken. Hafenrundfahrten führen entlang der Weser durch die Häfen und vorbei an Industrie, Werften und modernen Uferquartieren . Gleichzeitig zeigen Fahrten weseraufwärts die ruhigere, grünere Seite der Stadt mit Deichlandschaften, Parks und Freizeitorten am Wasser. 

Auch längere Linienfahrten Richtung Schwesterstadt Bremerhaven machen deutlich, wie eng Bremen mit der Weser verbunden ist. Besonders reizvoll ist dabei die Kombination aus Schiff und Fahrrad: Eine Strecke auf dem Wasser, die andere entlang des Weserradwegs – so verbinden sich Naturerlebnis, Bewegung und Stadtentdeckung auf besondere Weise. 

Mit dem Profilthema „Grüne Stadt am Fluss“ setzt Bremen bewusst auf genau diese Mischung aus urbanem Leben, nachhaltiger Mobilität, Wasserlagen und naturnahen Erlebnissen. Die Stadt zeigt sich dabei nicht nur als Reiseziel, sondern als Ort, an dem Lebensqualität, Bewegung und Erholung selbstverständlich zusammengehören. 

Blick vom Deck eines Ausflugsschiffs auf die Weser. Fahrgäste sitzen an Bord, während im Hintergrund die Bremer Uferpromenade, Anlegestellen und die Türme der Innenstadt zu sehen sind.
Bei einer Weserrundfahrt erleben Gäste Bremen vom Wasser aus und entdecken die Stadt aus einer besonderen Perspektive. © WFB / Carina Tank
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