Schiffbau und Zulieferer
Mehr als zwei Jahrhunderte zählte neben der Schifffahrt und den Häfen der Schiffbau zu den tragenden Säulen der maritimen Wirtschaft im Land Bremen. In ihrer wechselvollen Geschichte bauten die Bremer Werften so großartige Schiffe wie die Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd, mit denen das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung gewonnen werden konnte, sowie die ersten Großtanker und Post-Panamax-Containerschiffe.
Nach einschneidenden Veränderungen im Schiffbau in den 90er Jahren, die zu umfassenden Schließungen sowie Umstrukturierungen führten, gibt es heute im Land Bremen nach wie vor eine hoch innovative und wettbewerbsstarke Werftindustrie. So lassen sich weit mehr als 250 Unternehmen und Einrichtungen mit über 10 verschiedenen Funktionen zählen, die mit dem Schiffbau im Land Bremen indirekt als auch direkt verbunden sind. Hierzu zählen insbesondere Werften, Schiffsreparatur, Navigationsinstrumente, Elektrotechnik, Schiffsausrüster, Engineering, Forschung und Entwicklung, Finanzdienstleister (Banken), sowie schiffsbaubezogene Behörden und Verbände.
Im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb verfügen die bremischen Werften insbesondere im Bau luxuriöser Yachten, im Passagierschiffbau, bei hochkomplexen Schiffsumbauten, in der logistisch anspruchsvollen Schiffsreparatur sowie im technologisch aufwendigen Spezialschiffbau über eine weltweit ausgezeichnete Reputation. So lässt z.B. die Bremerhavener Lloyd Werft immer wieder durch spektakuläre Projekte auf sich aufmerksam machen, wie z.B. die Umbauten der "Queen Elizabeth II" oder der "Norwegian Sky".
Bei den Zuliefererunternehmen im Bereich Schiffbau handelt es sich häufig um spezialisierte Unternehmen nicht nur für einen Sektor. Sie fungieren gleichzeitig als Lieferanten und Dienstleister für andere Bereiche, wie z.B. Häfen, Schifffahrt oder in stark zunehmenden Maße für die Windkraftindustrie. Oftmals sind es die Zuliefererunternehmen, die die Schiffe und andere Produkte zu High Tech Produkten und Systemen machen. Aufgrund eines weiter sinkenden Wertschöpfungsgrades bei den Werften, der die Werften zu "Generalauftragnehmern" und Systemführern macht, kommt den Zulieferern künftig eine weiter steigende Bedeutung zu.


