Kompentenzen in der Luftfahrt in Bremen
Am Standort Bremen wird die intensive Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und industriellen Partnern im Rahmen eines Forschungsnetzwerkes betrieben. Folgende Themenfelder werden dabei besonders vorangetrieben:

Das Thema Leichtbau ist in der Luftfahrt von zentraler Bedeutung. Bei den Materialien hat sich der Anteil von karbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) weiter erhöht. Hier wird sich der Trend von neuen Anwendungen aus Verbundstoffen über neue Materialien hin zu "intelligenten Strukturen" mit eingebetteten, elektronischen Sensoren und nanostrukturierten Oberflächen bewegen.
Vom Standort Bremen aus wird der transnationale Bereich Materials and Processes von Airbus gesteuert. Mit seinen Entwicklungslaboren für Composites, Metalle, Oberflächentechnik und Montage leistet Bremen damit einen wichtigen Beitrag zu den Kernkompetenzen von Airbus. Daneben ist die innovative Instituts- und Zulieferlandschaft bereits führend und wird auch zukünftig weitere Impulse setzen können. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, leichte, umweltfreundliche und zuverlässige Flugzeuge zu entwickeln und zu zertifizieren.
Eine der Kernkompetenzen ist das so genannte Wing High-Lift oder auch Flügel-Hochauftriebs-System. Von der Flugphysik, die für die aerodynamische Auslegung der Hochauftriebssysteme und deren Integration in den Gesamtentwurf des Rumpf- und Leitwerkdesigns verantwortlich ist, über die interdisziplinäre Entwicklung und anschließende Fertigung und Montage stellt das in Bremen ansässige „Hochauftriebszentrum Deutschland“ die integrierende Plattform für Hochauftriebssysteme innerhalb des Airbus-Konzerns dar.
Im Bereich Hochauftriebssysteme ist Bremen technologisch und ökonomisch schon heute Weltmarktführer. Diese Bedeutung für den Standort wird auch durch aktuelle Projekte seitens der WFB weiter gestärkt werden.
Cabin and Cargo
Die Entwicklung der Frachtraumsysteme für die gesamte Airbus-Flotte ist eine weitere Kernkompetenz des Standortes Bremen. Neben den eigentlichen Frachtladesystemen werden auch alle anderen dazugehörigen Systeme, wie z.B. Türsysteme, sowie Brandschutz und Verkleidung in Bremen entwickelt und im angeschlossenen Cargo Test Zentrum in praktischen Versuchen erprobt. Die mechanische Auslegung von Systemen und die Konstruktion von Frachträumen bis hin zum Frachtflugzeug (Beluga) gehören zum Bereich Cargo.
Das Zuliefernetzwerk in Bremen leistet dabei mit den Entwicklungen für Frachtladesysteme und der Kabine (Beleuchtung, Isolierung, Innenpanele und Verkabelung) und der anschließenden Produktion wichtige Beiträge. Das durch Technologietransfer vorhandene Potenzial in der Wissenschaft und in der Wirtschaft für das Kompetenzfeld Kabine (sowohl im Flugzeug-, als auch im Fahrzeugbau) ist bereits sehr hoch und wird auch mittelfristig die Bremer Position stärken.
Der Einsatz neuer und wegweisender Materialien hat neue Fertigungstechnologien und Produktionskonzepte hervorgebracht.
Der Produktionsstandort Bremen kann hier auf ein herausragendes Potenzial zurückgreifen, welches weiter ausgebaut und entsprechend unterstützt wird.
Neben der Entwicklung von Produktionstechnik und kleinen Bauteilen aus CFK bzw. Thermoplast, werden neue Technologien für hochintegrale Bauteile in Bremen entwickelt. Als gutes Beispiel ist das Projekt "CFK-Integral" zu nennen, in dem neue Fertigungs- und NDT-Prüfmethoden einer hochintegralen Landeklappe aus CFK entwickelt werden konnten.
Robotische Anwendungen nehmen in der Luftfahrt einen immer höheren Stellenwert ein. Dabei handelt es sich nicht nur um Produktionstechnik, sondern insbesondere um das Thema „autonomes Fliegen“. Hierbei ist in der Region Bremen insbesondere der maritime Charakter hervorzuheben. So finden UAV (unmanned aerial vehicle) gerade im Bereich der Hafensicherheit/ –überwachung und der Schiffsdetektion großen Anklang. UAV bieten in diesem Themenfeld eine attraktive Schnittstelle zu der Bremer Raumfahrt-Expertise.

