Gesundheitswirtschaft
Wissensbasierte Software unterstützt Pflegeberatung

Dass die deutsche Bevölkerung immer älter wird, ist hinlänglich bekannt. Dass sich daraus auch neue Herausforderungen für das Gesundheitswesen ergeben, verlangt von den beteiligten Dienstleistern die Fähigkeit zur Innovation und Differenzierung. So müssen z. B. geeignete Konzepte zur Gesundheitsversorgung der Senioren entwickelt werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Pflegesektor. Ob Hausnotruf oder ambulante Pflege - der individuelle Bedarf älterer Menschen für Hilfsmittel und Pflegedienstleistungen ist sehr unterschiedlich. Dabei gilt es, dem Wunsch gerecht zu werden, möglichst lange in der häuslichen Umgebung zu leben. Das Betreuungsangebot ist vielfältig, genau wie das Spektrum der Dienstleister. Die Auswahl des passenden Angebotes entscheidet nicht zuletzt über die Form der Versorgung (häuslich oder stationär) und die Lebensqualität der Senioren. Eine professionelle Pflegeberatung wird daher immer wichtiger. Sie sollte sowohl mit pflegerischen, medizinischen und sozialen Zusammenhängen als auch mit den Diensteanbietern in der Region vertraut sein. Mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz vom 1. Juli 2008 hat der Gesetzgeber auf den gestiegenen Beratungsbedarf reagiert und diesen noch forciert. In den Pflegeberatungseinrichtungen, Pflegestützpunkten und Krankenkassen besteht eine breite, zukünftig noch anwachsende Zielgruppe. Dabei steigen die Anforderungen an Beratende stetig. Für sie wird es zunehmend schwieriger, den Überblick zu bewahren. Zusammen mit der hkk Bremen, dem Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser, der Seniorenberatung des Landkreises Rotenburg (Wümme), dem mobilen Sozial- und Pflegedienst vacances GmbH, dem Bremer Pflegedienst und dem Pflegenetz Heilbronn startete der Bremer IT-Spezialanbieter atacama | Software Mitte 2009 das Projekt "A Case 4 Care". Ende des Jahres stießen dann auch die Paritätische Gesellschaft für soziale Dienste und die Paritätischen Pflegedienste als Pilotanwender zum Forschungs- und Entwicklungsprojekt hinzu. Mit atacama | C4C entsteht eine wissensbasierte Softwarelösung für Pflegestützpunkte, -netzwerke und Beratungsstellen, die nicht nur den Workflow des Beratungsprozesses abbildet, sondern den Beratenden auch Empfehlungen für die Entscheidungsfindung gibt. Der Prototyp der Software ist bei den Anwendern seit Dezember vergangenen Jahres im Einsatz. "Wir wollen unsere Beraterinnen und Berater ganz konkret und fallbezogen mit dem Softwareeinsatz unterstützen. Erstes Ziel ist es, eine größere Transparenz in der Versorgungslandschaft zu schaffen. Auf dieser Basis sollen sie in die Lage versetzt werden, individuell optimal zugeschnittene Hilfeangebote zu erstellen", erläutert Detlef Luthe, Geschäftsführer der Paritätischen Gesellschaft für Soziale Dienste, die Motivation, sich an dem Pilotprojekt zu beteiligen.
Das Vorhaben gehört zu einem der vier ausgezeichneten Sieger-Projekte des Ideenwettbewerbs „gesund und selbständig zu Hause leben“, den die Bremer Investitions-Gesellschaft mbH gemeinsam mit der Bremer Gesundheitssenatorin im Rahmen der Initiative „Das Zuhause als Gesundheitsstandort“ im April 2009 benannt hat. Die Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) unterstützen das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Text: Dr. Heidrun Riehl-Halen/Ralf Buchholz







