Gesundheitswirtschaft

WFB Jahresbericht Gesundheitswirtschaft

zurück zur Übersicht

Gesundheitswirtschaft regional und überregional bedeutsam

Die Gesundheitswirtschaft hat im Land Bremen eine besondere Bedeutung. Allein 35.000 Menschen arbeiten im klassischen Gesundheitswesen. 48.000 Beschäftigte zählt die erweiterte Branche, bestehend aus Vorleistungs- und Zulieferunternehmen,  Bio- und Gentechnologie bis hin zu Gesundheitseinrichtungen aus dem Wellnessbereich. Insgesamt erwirtschaften sie ein jährliches Umsatzvolumen von 2,4 Milliarden Euro. Die WFB setzt bei ihrer Förderstrategie schwerpunktartig auf die Gesundheitsversorgung im eigenen Zuhause. Der Jahresbericht 2010 gibt einen Überblick über die Aktivitäten der WFB für die Branche im Land Bremen.

Die Gesundheitsbranche im Land Bremen kann auf vielen Gebieten punkten: Von innovativen Servicedienstleistungen und technischen Unterstützungssystemen über Gesundheitsförderung mit Technik- und Managementkompetenz bis hin zum Netzwerk aus Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft. Die landesweit 14 Kliniken und 110 Pflegeinrichtungen leisten eine überregionale und überdurchschnittliche Gesundheitsversorgung. Aber auch in den Bereichen E-Health, Ambient Assisted Living, Bio- und Nanotechnologie sowie Pflegewissenschaften besitzt Bremen eine hervorragende Reputation. Andererseits stehen dem Markt durch die demografische Entwicklung, dem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen bei gleichzeitigem Fachkräftemangel große Herausforderungen bevor. Im Rahmen der Landesinitiative „Bremen-Zukunftsmarkt Gesundheit“ hat sich die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH die Bewältigung dieser Herausforderungen durch die Förderung von innovativen Ansätzen zur Aufgabe gemacht. Mit dem seit 2008 bestehenden Schwerpunkt „Der Gesundheitsstandort zu Hause“ unterstützt die WFB Unternehmen bei der Entwicklung, Erprobung und Vermarktung von innovativen Produkten und Dienstleistungen. Mit diesem Schwerpunkt behauptet sich Bremen auch bundesweit als Gesundheitsstandort.

 

Projekte zur Gesundheitsförderung im eigenen Zuhause
Fünf Erfolg versprechende Projekte wurden von der WFB
gemeinsam mit der Gesundheitssenatorin ausgewählt und zwischen Juni 2009 bis Mai 2011 zeitlich gestaffelt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Bei dem Projekt Zuhause im Quartier (ZIQ) werden bestehende Leistungen der ambulanten Pflege durch zusätzliche Angebote ergänzt. Über eine Koordinierungsstelle organisiert die neu gegründete Firma mein zuhause in Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft GEWOBA Serviceangebote nach den individuellen Bedürfnissen der Mieter und stimmt die Angebote mit Dienstleistern wie Haushaltsdiensten, Sanitätshäusern oder Ärzten sowie Hilfen bei der Aufnahme und Entlassung aus dem Krankenhaus ab. Bereits vor Abschluss der Modellphase hat das Projekt regionale sowie überregionale Beachtung erfahren, mehrere Innovationspreise erhalten und steht derzeit vor der bundesweiten Vermarktung. In dem Projekt IT-ASSIST entwickelt das an der Bremer Universität angesiedelte Forschungsinstitut Mobile Research Center gemeinsam mit der Bremer Heimstiftung und dem Technologieanbieter IGEL GmbH eine elektronische Serviceplattform, die bei Bewohnern von Seniorenresidenzen eingesetzt wird. Dabei ergänzt und verbindet IT-ASSIST konventionelle Medien wie Telefon und Fernsehen mit weiteren Techniken. Bei dem Projekt VitaCare werden moderne Pflege- und Betreuungskonzepte sowie elektronische Hilfssysteme mit Dienstleistungen für die ambulante Versorgung im eigenen Haushalt verknüpft. Das Projekt wurde in Kooperation zwischen der Firma HEC Hanseatische Software- Entwicklungs- und Consulting GmbH und der Ambulanten Hauskrankenpflege Andrea Hugo durchgeführt und in der Wohnanlage der GEWOSIE erprobt. Derzeit steht die überregionale Vermarktung bei Wohnungsgesellschaften und Pflegediensten an. Bei dem Projekt   A Case for Care entwickelte die atacama Software GmbH gemeinsam mit der Ersatzkasse hkk Bremen, dem Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser, der Seniorenberatung des Landkreises Rotenburg (Wümme), dem mobilen Sozial- und Pflegedienst vacances GmbH, dem Bremer Pflegedienst und dem Pflegenetz Heilbronn eine Software für die Pflegeberatung, die bei Beratung und Fallmanagement aktiv unterstützt. Bei dem Projekt ARE Ambulante Reha entwickelte das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) Friedehorst und die Softwarefirma avantro GmbH ein Konzept zur ambulanten Rehabilitation für Patienten mit neurologischen Erkrankungen am Wohnort. Darüber hinaus förderte die WFB 2010 weitere Projekte im Bereich der Gesundheitswirtschaft über die Innovationsprogramme Forschung und Entwicklung sowie Innovative Dienstleistungen. Sie zeigen nicht zuletzt den Stellenwert der Gesundheitswirtschaft in der Bremer Wirtschaftslandschaft. 

 

Regionale und überregionale Netzwerkarbeit
Neben der Betreuung von Förderprojekten gehört die regionale Netzwerkarbeit zu den Kernaufgaben der WFB im Bereich Gesundheitswirtschaft. Dank ihres Know-hows sowie der guten Vernetzung in der Branche agierte die WFB vielfach als Ideengeber und Unterstützer neuer Initiativen für die Gesundheitswirtschaft im Land Bremen und der Metropolregion Nordwest. Ein Schwerpunkt der regionalen Netzwerkarbeit lag 2010 beim Aufbau des Vereins Gesundheitswirtschaft Nordwest e.V., an dem die WFB maßgeblich mitwirkte. Darüber hinaus engagierte sie sich im Rahmen der ressortübergreifenden Projektgruppe Gesundheitswirtschaft und in der Zusammenarbeit mit dem Referat Ältere Menschen, dem Unternehmensverband Life Sciences Bremen e. V. sowie weiteren Einrichtungen.
Zu den Aktivitäten der überregionalen Zusammenarbeit zählt die Vorstandsarbeit im Netzwerk deutsche Gesundheitsregionen (NDGR). In der 2008 gegründeten Dachorganisation haben sich 15 Gesundheitsregionen in Deutschland zusammengeschlossen. Erklärtes Ziel ist die Unterstützung der Gesundheitswirtschaft durch eine gemeinsame Imagearbeit, Förderung der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung und Politik sowie zwischen den einzelnen Gesundheitsregionen. Im Zuge einer Spezialisierung der Regionen hat sich Bremen insbesondere bei den Themenfeldern „Gesundheitsstandort Zuhause“ und „Neue Gesundheitsberufe“ bundesweit positioniert. Darüber hinaus repräsentierte die WFB die bremische Gesundheitswirtschaft bei überregionalen Branchentagungen.

 

Auf Veranstaltungen und in der Öffentlichkeit präsent
Die Organisation und Beteiligung
an Veranstaltungen machte auch  2010 einen wesentlichen Teil der Arbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft aus. Vom 5.-7. Mai 2010 präsentierten sich bremische Unternehmen erneut erfolgreich beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin auf einem Bremer Gemeinschaftsstand unter Federführung der WFB. Ebenso mit einem Gemeinschaftsstand war das Land vom 5. bis 7. Oktober 2010 auf der größten europäischen Biotechnologiemesse, der BIOTECHNICA 2010 in Hannover vertreten. Im November 2010 fand unter dem Titel: „G_win – Zukunftsberufe Gesundheit“ erstmalig eine Jobmesse für Gesundheitsberufe statt. Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen zeigten Berufschancen für Fachkräfte auf der Jobmesse im World Trade Center Bremen auf. 37 Unternehmen und Institutionen präsentierten 1000 Besucherinnen und Besuchern neben konkreten Stellenangeboten ihre Produkte und Dienstleistungen. Parallel hierzu fand ein Fachsymposium in Kooperation mit dem Erwin-Stauss-Institut im Auftrag der Gesundheitssenatorin statt. Neben eigenen unterstützte die WFB auch 2010 Tagungen kooperierender Veranstalter. Dazu gehörten interne Workshops sowie die große Regionalkonferenz des Vereins Gesundheitswirtschaft Nordwest am 19. August, die i2b Veranstaltung Gesundheitswirtschaft am 7. September sowie die internationale Pflegefachtagung  „Wissen. Sprache. Technik“ am 02.-03.Dezember. In Ergänzung zu den Tagungen präsentierte sich die WFB durch Öffentlichkeitsarbeit: Interessierte konnten aktuelle Artikel auf der Internetseite des Schwerpunktes lesen und sich in den Flyern über die Aktivitäten der WFB informieren. Über 800 Adressaten bezogen den Newsletter.

 

Ausblick in die Zukunft
Die Gesundheitssenatorin beauftragte 2010 das renommierte Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen (IAT) mit einer Studie zur Situation der Gesundheitswirtschaft im Land Bremen. Die daraus gewonnen Ergebnisse dienen dem Senat und der WFB dazu, vorhandene Stärken und förderwürdige Teilbereiche innerhalb der Branche zu definieren. Darauf fußend startete die WFB am 14.03.2011 den Ideenwettbewerb „Lebensqualität und Gesundheit durch kompetenten Einsatz technischer Unterstützungssysteme“. Er zielt auf die Projektförderung insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen im Land Bremen mit Hilfe von EFRE-Mitteln ab. Die Bewerberprojekte sollen sich auf technische Unterstützungssysteme wie AAL (Ambient Assisted Living) und E-Health fokussieren. Durch die Förderung soll der Wissenschaftstransfer angeregt werden, um Erfolg versprechende Entwicklungen in die Praxis zu überführen. Bremen besitzt in diesem Fachgebiet engagierte und kompetente Einrichtungen und Unternehmen. Derzeit befinden sich die eingereichten Anträge in der zweiten Phase des Auswahlverfahrens. Während einer Siegerehrung wird die Gesundheitssenatorin die Gewinner des Wettbewerbs im Sommer 2011 bekanntgeben und den Startimpuls für die Projekte geben. Die WFB bietet ergänzend hierzu eine Veranstaltungsreihe an, die alle zwei Monate Vorträge zum Thema gesundheitsunterstützende technische Dienstleistungen beinhaltet. Die Veranstaltungen richten sich an Interessierte aus der Branche. Weitere Informationen hierzu finden sich zum gegebenen Zeitpunkt in den Veranstaltungsankündigungen der WFB (RiHa).


Schriftgröße   aaa +

IHRE ANSPRECHPARTNER/-INNEN

Heike Fafflock
T 0421.9600-342
F 0421.9600-8342
heike.fafflock@wfb-bremen.de

DOWNLOAD / INFORMATIONEN

KURZ - WFB Jahresbericht Gesundheitswirtschaft 2010
[PDF, 0.07 MB]
LANG - WFB Jahresbericht Gesundheitswirtschaft 2010
[PDF, 0.48 MB]