Gesundheitswirtschaft

WFB Jahresbericht Gesundheitswirtschaft

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Engagement für die Gesundheitswirtschaft 2009 ausgeweitet

Die Gesundheitswirtschaft gehört mit über 35.000 Beschäftigten zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Land Bremen. In der neu ausgerichteten Innovationspolitik der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) findet sich die Branche als wichtiges Innovationsfeld wieder. Bei ihrer Förderstrategie setzt die WFB auf den Schwerpunkt „Das Zuhause als Gesundheitsstandort“. Dabei unterstützt sie innovative Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung am Wohnort anbieten. Der nachfolgende Jahresbericht 2009 gibt die Aktivitäten der WFB für die Branche im Land Bremen wieder. 

Mit der Zusammenlegung der Landesgesellschaften übernimmt die Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) seit Juni 2009 als Nachfolgeeinrichtung der BIG auch im Bereich Gesundheitswirtschaft deren Aufgaben. Die WFB setzt sich auch weiterhin für die Landesinitiative „Bremen. Zukunftsmarkt Gesundheit“ ein. Im Rahmen der Initiative unterstützten die Wirtschaftsförderer bisher über 50 Innovationsprojekte auf dem Gebiet. WFB-Innovationsmanagerin Franziska Richter sowie Hans-Georg Tschupke, Abteilungsleiter Innovation bei der WFB, bauten regionale und überregionale Netzwerke auf, installierten Arbeitsgruppen und führten Informationsveranstaltungen durch. Ihr fachliches Know-how und Engagement als neutrale Partner zwischen den Schnittstellen ermöglichte auch 2009 eine erfolgreiche Fortsetzung der Arbeit. Vorrangiges Ziel war und ist dabei die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen für die Gesundheitsbranche im Land Bremen. Dank der Initiative der WFB gelang es 2009 unter anderem mehrere Unternehmen, die innovative Produkte und Dienstleistungen aus dem Gesundheitsbereich anbieten, in der Hansestadt anzusiedeln. Dazu gehören die Softwarehersteller IGV Connect und iSoft Health sowie die amerikanische Firma NuVasive. Sie hat im Juli 2009 ihre Europazentrale in Bremen eröffnet. Daneben konnten neue Arbeitsplätze geschaffen sowie über 700 bestehende Arbeitsplätze in der Branche erhalten werden.

Projekte für gesundes Leben im eigenen Zuhause
Unter dem Förderschwerpunkt „Das Zuhause als Gesundheitsstandort“ unterstützten die Wirtschaftsförderer seit 2008 Projekte und Initiativen zur Gesundheitsförderung am Wohnort. Neben den Kliniken und dem ambulanten Gesundheitssektor gilt dieser als so genannter dritter Standort.
Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Gesund und selbständig – zu Hause leben“ wählten die Wirtschaftsförderer gemeinsam mit der Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales fünf Förderprojekte aus, die aktuell aus Mitteln des Landes Bremen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden:

Gesundheits-Service Zuhause
Viele ältere Menschen leben alleine. Bei eingeschränkter Mobilität und Gesundheit wird ein gut funktionierendes Servicenetzwerk am Wohnort immer wichtiger. Bei dem Projekt Zuhause im Quartier (ZIQ) werden bestehende Leistungen der ambulanten Pflege durch zusätzliche Angebote ergänzt. Die neu gegründete Firma mein zuhause koordiniert in Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft GEWOBA als Pilotanwender Serviceangebote nach den individuellen Bedürfnissen der Mieter und stimmt die Angebote mit diversen Dienstleistern ab. Hierzu zählen neben Haushaltsdiensten, Sanitätshäusern, oder Ärzten auch gesundheitsfördernde Angebote aus dem Bereich Ernährung und Bewegung sowie Hilfen bei der Aufnahme und Entlassung aus dem Krankenhaus. Herzstück des Projektes bildet die neu eingerichtete kundenorientierte Koordinierungsstelle. Ein von der Firma atacama Software GmbH entwickeltes Computersystem führt den Bedarf der Mieter mit dem Angebot von ausgewählten Partnerunternehmen zusammen. Das Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Universität Bremen begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Modernde Technik für die soziale Kommunikation
Allein lebende ältere Menschen vereinsamen leicht. Zwischenmenschliche Kommunikation wirkt dem entgegen. Moderne Informationstechniken wie das Internet bieten Möglichkeiten für soziale Kommunikation, die auch Senioren zunehmend nutzen. In dem Projekt IT-ASSIST entwickelt das an der Bremer Universität angesiedelte Forschungsinstitut Mobile Research Center gemeinsam mit der Bremer Heimstiftung und dem Technologieanbieter IGEL GmbH eine elektronische Serviceplattform, die bei Bewohnern von Seniorenresidenzen getestet wird. Dabei verbindet das System konventionelle Medien wie Telefon und Fernsehen mit weiteren Techniken. Schwerpunkte des Angebotes sind Ernährung, geistige Fitness und körperliche Mobilität. Auf diese Weise wird nicht nur das selbstbestimmte Leben der Bewohner gefördert, sondern auch Pflege- und Betreuungskräfte entlastet.

Sicheres Wohnen im Alter
Viele pflegebedürftige Menschen werden bisher in einer stationären Pflegeeinrichtung versorgt. Bei dem Projekt VitaCare werden moderne Pflege- und Betreuungskonzepte sowie elektronische Hilfssysteme mit Dienstleistungen für die ambulante Versorgung im eigenen Haushalt verknüpft. Mit Hilfe der Telemedizin lassen sich Vitalfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz, Blutzucker oder eine zunehmende Sturzneigung der Patienten erkennen. Sie können eine ambulante Betreuung und damit ein „sicheres Wohnen im Alter“ im eigenen Zuhause ermöglichen. Im Rahmen des Projektes entwickeln die HEC - Hanseatische Software-, Entwicklungs- und Consulting GmbH und der ambulante Pflegedienst Hauskrankenpflege Andrea Hugo eine IT-Plattform. Träger, Dienstleister und Bewohner sind über eine gemeinsame Informationstechnologie mit einer zentralen Ansprechstelle vernetzt. Durch moderne Übertragungstechniken werden Messdaten des Patienten an seine betreuenden Therapeuten gemeldet, die je nach Bedarf Hilfe leisten können.

Software für die Pflegeberatung
Das Angebot von Produkten und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich nimmt stetig zu. Selbst Branchenkundigen fällt die Empfehlung passender Versorgungsleistungen nach den Bedürfnissen der Kunden schwer. Doch eine gut angepasste Auswahl wirkt sich auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Eine professionelle Pflegeberatung wird daher immer wichtiger. Bei dem Projekt A Case for Care entwickeln die atacama Software GmbH gemeinsam mit der Ersatzkasse hkk Bremen, dem Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser, der Seniorenberatung des Landkreises Rotenburg (Wümme), dem mobilen Sozial- und Pflegedienst vacances GmbH, dem Bremer Pflegedienst und dem Pflegenetz Heilbronn eine Software für die Pflegeberatung. In dem Verbundprojekt entsteht ein wissensbasiertes Programm für Pflegestützpunkte, -netzwerke und Beratungsstellen. Professor Dr. Stefan Görres, Leiter des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) an der Universität Bremen, führt die begleitenden pflegewissenschaftlichen Untersuchungen durch.

Ambulante Rehabilitation am Wohnort
Viele Patienten, die einem Schlaganfall oder eine Schädel-Hirnverletzung erlitten haben, gelangen nach dem ersten Krankenhausaufenthalt in eine Rehabilitationsklinik. Auch danach ist häufig noch eine ambulante Langzeitbetreuung mit Hilfe von Ärzten, Physio- , Ergotherapeuten und Logopäden erforderlich. Doch Wartezeiten bis zum Therapiebeginn und mangelnde Abstimmung der Therapeuten können den Behandlungserfolg einschränken. Bei dem Projekt ARE Ambulante Reha entwickeln das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) Friedehorst und die Softwarefirma avantro GmbH ein Konzept zur optimalen ambulanten Rehabilitation am Wohnort. Bestehende Behandlungsangebote werden vernetzt und durch eine mobile Rehabilitation ergänzt. Mit Hilfe der Arztberichte und einer Eingangsuntersuchung im NRZ Friedehorst erarbeitet ein Expertenteam Therapiepläne und Ziele für eine ambulante Behandlung. Über ein spezielles Computersystem können sich Patient, Hausarzt, Therapeuten und Spezialisten im NRZ Friedehorst austauschen. Bei regelmäßigen Telefonkonferenzen werden die weiteren Behandlungsschritte gemeinsam festgelegt.

Gesunde Netze knüpfen
Neben der Betreuung von Förderprojekten ist die regionale Netzwerkarbeit eine der Kernaufgaben der WFB im Bereich Gesundheitswirtschaft. Hierzu zählt die Aufnahme, Unterhaltung und Vermittlung von Kontakten zu Unternehmen, Verbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen und Netzwerken. Daneben macht die Organisation, Durchführung und Unterstützung von Veranstaltungen eine der Hauptaktivitäten aus. Dank ihres Know-hows sowie der guten Vernetzung in der Branche agierte die WFB vielfach als Ideengeber und Unterstützer neuer Initiativen in der Gesundheitswirtschaft für das Land Bremen.
Ein wichtiges Thema 2009 und in Zukunft ist die erfolgreiche Verankerung bremischer Interessen in der Netzwerkinitiative Gesundheitswirtschaft Nordwest e.V. Hans-Georg Tschupke brachte sich für die Themen neue Versorgungsstrukturen für ein gesundes Leben im Alter, Qualifizierung im Gesundheitssektor sowie Ausbildung in Pflegeberufen als wichtige Handlungsschwerpunkte für das Netzwerk ein. Der erfolgreiche Austausch innerhalb der ressortübergreifenden Projektgruppe Gesundheitswirtschaft und bei den Staaträtetreffen garantierte die erforderlichen Abstimmungsprozesse im Land Bremen.

Organisation und Unterstützung von Veranstaltungen
Die Organisation und Beteiligung an Veranstaltungen machte 2009 einen wesentlichen Teil der Arbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft aus. Die WFB organisierte zahlreiche eigene Veranstaltungen wie das Fachsymposium „Gesund und selbständig zu Hause leben“ mit der angegliederten Preisverleihung zum Ideenwettbewerb oder das „I2b meet up“: Vernetzung in der Gesundheitswirtschaft Bremens- ein Erfolgsfaktor!?“.
Seit April 2009 veranstalteten die Wirtschaftsförderer gemeinsam mit dem Unternehmensverband Life Sciences Bremen e.V. regelmäßig das „Bremer Life Sciences Forum“. Auf dem Branchentreffen präsentieren sich alle acht Wochen Bremer Firmen, um Netzwerkaktivitäten anzustoßen. Außerdem unterstützte die WFB Veranstaltungen anderer Organisatoren beispielsweise die Konferenz des Kooperationszentrum Medizin, das 1. Symposium der APOLLON- Hochschule der Gesundheitswirtschaft sowie das Fachsymposium der Initiative Ambulante Versorgungslücken in Bremen.

Überregional repräsentiert
Bei überregionalen Tagungen vertrat die Innovationsmanagerin Franziska Richter das Bundesland
auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft. Während des „Hauptstadtkongresses 2009 Medizin und Gesundheit“ war Bremen unter Federführung der Wirtschaftsförderer erstmals mit einem Gemeinschaftsstand aus zwölf beteiligten Unternehmen präsent. Darüber hinaus repräsentierte die WFB die bremische Gesundheitswirtschaft auf der Klinikkonferenz in Offenbach oder während des Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg. Außerdem organisierte sie Veranstaltungen auf international renommierten Fachkongressen unter anderem bei der „Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft“ in Rostock. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit im Rahmen des bundesweiten Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR). Als Dachorganisation von 15 Gesundheitsregionen schließt das NDGR über 1.000 Einrichtungen von der Grundlagenforschung bis zur stationären Gesundheitsversorgung ein. Hier engagierte sich die WFB Mitarbeiterin vor allem in den Fokusgruppen „Das Zuhause als Gesundheitsstandort“ und „Neue Berufe“. Bei ihrem Einsatz als Referentin, Moderatorin und Repräsentantin konnte sie die Kompetenzen Bremens im Bereich Gesundheitswirtschaft auch bundesweit erfolgreich demonstrieren.

In der Öffentlichkeit präsent
Im Vergleich zum Vorjahr erweiterte die WFB ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Bereich Gesundheitswirtschaft. Im Zuge der Umfirmierung von der BIG im Frühjahr 2009 fand ein Relaunch des Internetauftritts mit einer inhaltlichen Aktualisierung des Bereichs Gesundheitswirtschaft statt. Ein elektronischer Pressespiegel gibt nun Text- und Bildbeiträge aktuell und fortlaufend auf den Internetseiten wieder. Hier finden sich beispielsweise aktuelle Darstellungen der Förderprojekte, Pressemitteilungen oder Veranstaltungsankündigungen aus dem Gebiet. Der seit August 2006 herausgegebene Newsletter Gesundheitswirtschaft erscheint nun kontinuierlich viermal jährlich und wird an rund 800 regional sowie überregional Interessierte versandt. Anlässlich des Hauptstadtkongresses 2009 Medizin und Gesundheit in Berlin entstand ein attraktiver Messestand sowie ein gedruckter Flyer über die Landesinitiative. Zahlreiche regionale wie überregionale Fach- und Publikumsmedien berichteten 2009 über die Aktivitäten der WFB auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft (FR/RiHa).

 

 


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