Gesundheitswirtschaft

WFB Förderprojekt erhält weitere Auszeichnung

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»saluto« gewinnt Preis der Zeitschrift „Häusliche Pflege“

Das Unternehmen »mein zuhause« mit ihrem Produkt »saluto« erhält den „Häusliche Pflege Innovationspreis 2010“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung der Fachzeitschrift geht alljährlich an innovative Managementideen ambulanter Pflegedienste und wurde am 9. November 2010 in Köln überreicht. Bis Oktober 2010 förderte die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH das Innovationsprojekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Verbundprojekt wurde durch das Institut für Public Health und Pflegeforschung (ipp) wissenschaftlich begleitet.

Das Verbundprojekt, hatte bereits zwei weitere Preise erhalten: Im April 2009 als Sieger des WFB Ideenwettbewerbs „Gesund und selbständig zu Hause leben“ und beim Wettbewerb "Orte mit Zukunft - Nicht ohne Netzwerke" des Kommunalverbunds Niedersachsen Bremen e.V. »saluto« unterstützt mit einem wohnortnahen Gesundheitsservice ältere und alleinstehende Menschen, um ihnen ein sicheres und selbständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Dazu haben die ambulanten Pflegedienste Bremer Pflegedienst GmbH und der Mobile Sozial- und Pflegedienst vacances GmbH eigens die »mein zuhause« GmbH gegründet. Das Unternehmen entwickelte ein umfangreiches Gesundheitsangebot, das die kommunale Wohnungsgesellschaft GEWOBA ihren älteren Mieterinnen und Mietern seit März 2010 als Service anbietet. Der demografische Wandel fordert auch die Wohnungsunternehmen heraus, die sich einer wachsenden Zahl älterer Mieter in Singlehaushalten gegenüber sehen, die so lange wie möglich, auch bei gesundheitlichen Einschränkungen, in der eigenen Wohnung bleiben wollen. Nachdem sich das Projekt in Bremen gut etabliert hat, ist für dieses Jahr die Zusammenarbeit mit überregionalen Unternehmen der Wohnungswirtschaft geplant.

Einfaches Konzept bei der Preisverleihung gewürdigt

Als „einfaches, aber geniales Konzept gelebter Kooperation, das Versorgungslücken schließt und die Lebensqualität im Alter entscheidend verbessert“ würdigte Laudator Prof. Dr. Christian Loffing, Leiter des Kompetenzzentrums „Ressourcenorientierte Alter(n)sforschung“ an der Hochschule Niederrhein das Projekt der beiden Pflegedienste bei der Preisverleihung. Es umfasst über die häusliche Gesundheitspflege als Kernkompetenz der beiden Pflegedienste hinaus zahlreiche weitere Serviceleistungen: Ein Sozialpädagoge und eine Pflegewirtin beraten individuell in allen Fragen der Gesundheit und Vorsorge oder organisieren alles rund um einen Klinikaufenthalt. Sie unterstützen bei Anträgen für Gesundheitsleistungen und vermitteln soziale und hauswirtschaftliche Hilfen. Für diese Leistungen steht ein Netzwerk aus Dienstleistern, Ärzten und Apotheken sowie der Gesundheit Nord gGmbH (GENO) als Vertragspartner bereit. Sie wird von einem Mitarbeiter-Team als zentrale Anlaufstelle koordiniert. Für den Kunden ergeben sich daraus mehrere Vorteile: Alle Hilfen kommen aus einer Hand, die aufwändige Suche nach den richtigen Ansprechpartnern entfällt. Beratung und Vermittlung sind kostenlos. Erst für erbrachte Dienstleistungen entstehen Kosten.

Das Prinzip: Individuelle Hilfen in allen Lebenslagen

Im März 2010 startete das Modellprojekt in den zwei Bremer Stadtteilen Huchting und Vahr. Inzwischen können sich Mieter der GEWOBA aus ganz Bremen für den »saluto«-Service registrieren lassen, eine Servicekarte für einmalig fünf Euro erwerben und das Angebot rund um die Uhr, sieben Tage die Woche in Anspruch nehmen. Steht etwa für eine Mieterin ein Klinikaufenthalt bevor, wird in einem persönlichen Beratungsgespräch zunächst der individuelle Bedarf der Kundin geklärt. Auf Wunsch organisieren »saluto«-Mitarbeiter alles, was dazu gehört: Sie besorgen die notwendigen Dokumente vom Hausarzt, organisieren die Begleitung in die Klinik und zurück nach Hause, führen den ehrenamtlichen Besuchsdienst durch oder bringen frische Wäsche ans Klinikbett. Für die Rückkehr ist die Wohnung vorbereitet, Pflegedienst und Haushaltshilfe stehen bereit. Medikamente werden besorgt oder der nächste Arztbesuch organisiert. In Zusammenarbeit mit dem GEWOBA-Servicemanagement können mögliche technische Anpassungen der Wohnung geplant und durchgeführt werden. Neben der 24-Stunden-Hotline profitieren Mieter mit Service-Karte auch von Preisvorteilen, etwa für den Hausnotruf, der in Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. angeboten wird. „Unsere Kunden und Kundinnen wissen, dass sie nicht allein sind und bei Bedarf schnell jede Unterstützung bekommen“, erklärt Diplom-Pflegewirtin Susanne Sünderkamp das Ziel der Maßnahmen.

Wissenschaftliche Begleitung im Verbundprojekt

Die wissenschaftliche Begleitung in dem Verbundprojekt erfolgte unter Leitung von Professor Dr. Stefan Görres durch das Institut für Public Health und Pflegeforschung (ipp) an der Bremer Universität. 2009 analysierte das ipp die aktuelle Lebenssituation und die Bedürfnisse der GEWOBA-Mieter. Viele Kunden wünschen sich über die Unterstützung des GEWOBA-Servicemanagements hinaus weitere Hilfen medizinischer Art, wie die ipp-Umfrage zeigte. Danach ist gerade das Thema Krankenhausaufenthalt für viele Alleinstehende ein einschneidendes Problem, das sie überfordert: Wie komme ich in die Klinik? Wer besucht mich dort? Wer versorgt meine Wohnung und mein Haustier? Wer kümmert sich um mich, wenn ich wieder zu Hause bin? Hier besteht ein großer Bedarf an individuellen Hilfeleistungen. Im Oktober 2010 wertete das Institut Daten im Rahmen einer ersten Evaluationsstudie aus. Mit den Erkenntnissen hieraus soll die Qualität des Modellprojekts weiter optimiert werden.

 Wohnungswirtschaft stellt sich mit dem Projekt auf Bedarf ein

In Deutschland leben derzeit 20 Millionen Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren. Dabei steigt der Anteil alleinstehender Menschen. Weil die meisten von ihnen auch im Alter und bei eingeschränkter Gesundheit in der eigenen Wohnung leben wollen, ist der demografische Wandel auch für die Wohnungswirtschaft ein Thema. Die GEWOBA vermietet im Land Bremen 40.000 Wohnungen. Aktuell ist jeder dritte Mieter über 60 Jahre und jeder fünfte über 70 Jahre alt. Damit ist der Altersdurchschnitt der GEWOBA-Kunden bereits jetzt deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Um gezielt auf die Ansprüche und besonderen Bedürfnisse ihrer älteren Mieter reagieren zu können, hat die Wohnungsgesellschaft 2008 ein Servicemanagement aufgebaut. Augrund des zusätzlichen Bedarfs an individuellen Hilfeleistungen hat »mein zuhause« in Kooperation mit der GEWOBA mit dem Gesundheitsservice »saluto« reagiert. Nach erfolgreicher Pilotphase will »mein zuhause« das Angebot 2011 auf ganz Bremen ausdehnen und darüber hinaus überregional vermarkten. Die Verhandlungen mit Wohnungsunternehmen aus dem Bundesgebiet laufen (RiHa).

 Ansprechpartner:

Jürgen Weemeyer, Diplom-Sozialpädagoge und Gerontologe
Telefon: 0421 / 69 64 88 80
Mail: mail@mein-zuhause.info

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.mein-zuhause.info

 


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