Gesundheitswirtschaft

Hochschule Bremen analysiert die Kosteneffektivität eines speziellen integrierten Versorgungsmodells

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Verbessert Joint Care® - Modell die Versorgung bei arthrosebedingtem hüft- und knie-endoprothetischem Eingriff?

Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Qualitätsbeurteilung der medizinischen Versorgung bei orthopädischer Hüft- oder Kniegelenksoperation im kontrollierten Vergleich (Joint Care® vs. Standardversorgung) vorgenommen, indem alle für die Hüft- bzw. Knieendoprothetik relevanten medizinischen und sozioökonomischen Parameter ausgewertet wurden. Die Patienten aus der Joint Care® Gruppe zeigten insbesondere im direkten postoperativen Verlauf bessere Ergebnisse hinsichtlich aller untersuchten Scores. Die stationäre Verweildauer konnte nahezu halbiert, die Rehabilitationsdauer im Vergleich zu nationalen Durchschnittswerten deutlich reduziert werden.

 Darüber hinaus erwies sich die Rehospitalisierungsrate für die Patienten aus der Standardgruppe als höher, so dass keine in Verbindung mit der Einführung und Umsetzung des Joint Care® Verfahrens stehende Einschränkung der Patientensicherheit und kein erhöhtes Komplikationsrisiko anzunehmen ist. Die Joint Care® Intervention erwies sich insgesamt gegenüber dem Standardverfahren hinsichtlich der untersuchten Nutzwertfaktoren als überlegen.Das Ziel der durchgeführten Studie bestand darin, eine Qualitätsbeurteilung der medizinischen Versorgung bei orthopädischer Hüft- oder Kniegelenksoperation im kontrollierten Vergleich (Joint Care® vs. Standardversorgung) vorzunehmen, indem alle für die Hüft- bzw. Knieendoprothetik relevanten medizinischen und sozioökonomischen Parameter ausgewertet wurden. Die Grundlagen des pathwayorientierten Joint Care®-Konzepts sind: Unmittelbare Mobilisierung nach Eingriff (Frühmobilisation), Prozessoptimierung der Behandlungsabläufe, stärkere Einbindung des Patienten in das Behandlungsgeschehen, zusätzliche Bereitstellung psychosozialer Unterstützungsleistungen, ausführliche Aufklärung und Information über den Behandlungsverlauf, sowie eine stärkere Vernetzung und Kooperation zwischen allen am Behandlungsgeschehen beteiligten Leistungserbringern.  

Im Rahmen der Untersuchung wurde die Kombination aus quantitativer und qualitativer Forschungsmethode als adäquates Studiendesign zur Beantwortung der zentralen Forschungsfragen betrachtet und entsprechend ausgewählt. Im Rahmen des quantitativen Teils der Untersuchung wurde mittels einer (teil-)randomisierten, retrospektiven Fallkontrollstudie das konventionelle Behandlungsverfahren (n=29) dem Joint Care®-Verfahren (n=31) nach arthrosebedingter Hüft- bzw. Knieendoprothesenerstimplantation gegenübergestellt. Die zentralen Auswertungsparameter bildeten der Harris Hip Score (HHS) (Standardinstrument in der Hüftendoprothetik), der American Knee Society Score (AKSS) (Standardinstrument in der Knieendoprothetik), sowie der WOMAC-Score (Standardinstrument bei Arthrose). Daneben wurden alle weiteren relevanten medizinischen und sozioökonomischen Variablen für einen Nachbeobachtungszeitraum von einem Jahr erhoben und ausgewertet. Im qualitativen Teil der Arbeit wurden mittels der Methode der Einzelfallanalyse typische und untypische Fälle ermittelt und einer vertieften Analyse unterzogen. Zusätzlich fand eine Qualitätssicherung mit nationalen Vergleichsdaten statt.

Die Patienten aus der Joint Care® Gruppe zeigten insbesondere im direkten postoperativen Verlauf bessere Ergebnisse hinsichtlich aller untersuchten Scores. Die stationäre Verweildauer konnte nahezu halbiert, die Rehabilitationsdauer im Vergleich zu nationalen Durchschnittswerten deutlich reduziert werden. Im Hinblick auf die durch Schmerz-, Heil- oder Hilfsmittel verursachten Kosten konnten im Rahmen der vorliegenden Studie – bezogen auf die Gesamtpopulation – keine wesentlichen Kostenverschiebungen durch die Umsetzung des Joint Care®-Programms festgestellt werden. Es ist dementsprechend davon auszugehen, dass die Einführung und Umsetzung des Joint Care® Verfahrens zu keinen positiven, aber auch zu keinen negativen Kostenverlagerungen hinsichtlich des Verbrauchs von Schmerz-, Heil- oder Hilfsmitteln bei vergleichsweise höherer Versorgungsqualität geführt hat. Die Rehospitalisierungsrate erwies sich für die Patienten aus der Standardgruppe als höher, so dass keine in Verbindung mit der Einführung und Umsetzung des Joint Care® Verfahrens stehende Einschränkung der Patientensicherheit und kein erhöhtes Komplikationsrisiko anzunehmen ist. Die Joint Care® Intervention erwies sich gegenüber dem Standardverfahren hinsichtlich der untersuchten Nutzwertfaktoren als überlegen.

Kontakt:  Hochschule Bremen - University of applied sciences
Institut für Gesundheits- und Pflegeökonomie
Homepage: www.igp.hs-bremen.de 

 


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