Gesundheitswirtschaft

Gesundheitslogistik und Versorgung

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i2b meet-up Gesundheitswirtschaft

Das Business Netzwerk i2b veranstaltete in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und dem Verein Gesund-heitswirtschaft Nordwest am 3. Mai 2011 ein meet-up zum The-ma Gesundheitswirtschaft. Hierbei ging es um Dienstleistungen im Bereich der Pflege. Neben einem Impulsreferat äußerten sich Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitsver-sorgung während einer Podiumsdiskussion. Rund 250 Teilneh-mer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis tauschten sich bei der Veranstaltung im ‚Haus im Park’ auf dem Gelände des Klini-kums Bremen-Ost aus.

Ingelore Rosenkötter, Bremens Senatorin für Arbeit, Frauen, Ge-sundheit, Jugend und Soziales begrüßte die Besucher zu Beginn der Veranstaltung: „Der Bereich Gesundheitswirtschaft umfasst in Bre-men viele Experten und bietet gute Entwicklungschancen“, sagte Ro-senkötter. Keine andere Branche im Bundesland habe derart hohe Beschäftigungseffekte. Bremen sei stark durch die Branche geprägt. Das wirtschaftliche Wachstum sei auch für die Gesundheitsversor-gung der Bürger wichtig. Bis 2020 würden in der Stadt Bremen mehr als ein Viertel aller Menschen über 65 Jahre alt sein. Ein großer An-teil würde allein leben. „Wir werden zunehmend andere Wege brau-chen, um diese Menschen zu versorgen. Das wird Konsequenzen in der Pflege, in der Versorgung und in den Krankenhäusern haben“, erklärte die Gesundheitssenatorin. „Um die gute und bestmögliche Gesundheitsversorgung leisten zu können, brauchen wir Innovatio-nen, gute Lösungen und funktionierende Netzwerke“, äußerte sich Rosenkötter überzeugt. Aus den Ideen und Anregungen auf der Ver-anstaltung könnten neue Wege möglich werden. An die Teilnehmer appellierte sie daher: „Wir brauchen Menschen, die etwas nach vorne bringen.“  

Impulsreferat: Logistik in der Gesundheitsversorgung

Einen weiteren Veranstaltungsteil stellte das Impulsreferat von Chris-tian Suwelack, Geschäftsführer der mediLog Handelsgesellschaft mbH, zum Thema Gesundheitslogistik dar.  Unter dem Titel: „Mikro-logistik in der Pflege - Wie kommt die Pille ans Bett“ referierte der Healthcare Unternehmer über die aktuelle Pflegesituation und Ansät-ze für die Zukunft. Suwelack meinte, dass die Pflege angesichts der steigenden Anzahl Pflegebedürftiger mit dem bisherigen System zu-künftig nicht geleistet werden könne. Im Moment seien Pflegekräfte mit einer Vielzahl von Tätigkeiten wie Dokumentation, Medikation und anderem beschäftigt. „Wir dokumentieren uns zu Tode“, so Su-welack. Das Problem werde sich auch nicht dadurch mehr Geld im System regeln. Suwelacks Ansatz besteht dagegen in einer stärke-ren Optimierung der Abläufe. So könne man bereits vor geplanten operativen orthopädischen Eingriffen mit physiotherapeutischen Maßnahmen beginnen und die Rehabilitation nach dem Kranken-hausaufenthalt planen. „Das Patientenmanagement wird zukünftig eine zentrale Rolle einnehmen müssen“, meinte Suwelack. Dafür müssten mobile Datensysteme entwickelt werden, die es so noch nicht gebe. Bremen sei für Entwicklungen auf diesem Gebiet beson-ders geeignet, weil hier viele Logistiker und IT Spezialisten ansässig seien, die man gut einbeziehen könne.

Podiumsdiskussion zur Perspektive in der Pflege

Wie es gelingen kann die notwendigen Gesundheitsleistungen zum richtigen Zeitpunkt zu einem verträglichen Preis für die Allgemeinheit an den Patienten zu bringen war auch Gegenstand einer Podiums-diskussion auf der Veranstaltung. Unter dem Titel: „Gesundheitslo-gistik und Versorgung – Dienstleistungen rund um die Pflege“ disku-tierten Anbieter vom Logistikunternehmen bis zum ambulanten Pfle-gedienst über neue Lösungen. „Viele Pflegekräfte sind hochgradig belastet. Unsere Aufgabe als Logistiker ist es, sie durch die Über-nahme aller Versorgungsprozesse zu entlasten, damit sie sich mehr mit den Patienten beschäftigen können“, argumentierte Lelio Arlt, Lei-ter Krankenhauslogistik, bei der Hellmann Worldwide Logistics GmbH. Die Informationstechnologie (IT) habe dabei einen Anteil an der Prozesslösung. „Sobald neue IT Möglichkeiten eingesetzt wer-den, treten bei vielen Medizinern Datenschutzbedenken auf und laut EU Vorschrift werden neue Zertifizierungen nötig“, sagte Professor Elmar Erkens von der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen. Auch Gabriele Becker-Riess von der Bremer Heimstiftung berichtete von Widerständen gegenüber technischen Neuerungen unter den Pflegekräften in ihren Häusern. Andererseits könne man sich gegenüber bestehenden Entwicklungen nicht verschließen. And-rea Hugo, seit 18 Jahren selbständig in der ambulanten Pflege und Leiterin der Hauskrankenpflege Andrea Hugo, bekannte sich dage-gen als „Fan elektronischer Vernetzung im Gesundheitsbereich“. Al-lerdings stelle sich oft die Frage: Wer finanziert die Technik? Die Krankenkassen würden etwa ein Projekt zur ambulanten Versorgung bei Diabetes nach Ablauf der Modellphase nicht weiter finanzieren. Christian Suwelack wies auf die drängende Zeit hin: Wenn sich die Probleme mit der Finanzierung und dem Datenschutz nicht innerhalb weniger Jahre ausräumen ließen, werde das Gesundheitssystem zu-sammenbrechen, appellierte Suwelack. Wenn man Organisations-prozesse durch geschickte Planung „pflegekompatibel“ einführe kön-ne man andererseits sogar Zeit und Geld einsparen und die Patien-tenversorgung verbessern, meinte Arlt. Als Beispiel nannte er den Einsatz von Hellmann Worldwide Logistics in der Berliner Charité, in der das Logistikunternehmen 350.000 Transporte pro Jahr vom Ak-tenordner- bis zum Krankentransport übernimmt.


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