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Bremer Überseestadt wächst zu neuem Stadtteil
Auf einem knapp 300 Hektar großen Gebiet im alten bremischen Hafenrevier rechts der Weser wird eines der größten städtebaulichen Projekte Europas realisiert: die Bremer Überseestadt. Zusehends wandelt sich das Areal rund um den zugeschütteten ehemaligen Überseehafen zum jüngsten Stadtteil der Weser-Metropole. Wasserlage, Verkehrsanbindung, Innenstadtnähe und moderne Bürolofts in restaurierten Speichern sind nur einige seiner Vorzüge. Gerade die Kombination des Bestands an alten Gebäuden und alteingesessenen Unternehmen mit den neuen Immobilienprojekten und Nutzungskonzepten macht das Besondere aus.
Die Überseestadt – das ist ein Gebiet dreimal so groß wie die Bremer Innenstadt und ein „Standort der Möglichkeiten“ mit einer Mischung aus Dienstleistung, Bürobetrieben, Hafenwirtschaft, Logistik, Freizeit, Wohnen und Kultur. Zahlreiche Firmen und Einrichtungen haben sich bereits von der Aussicht auf Leben und Arbeiten mit Weserblick anziehen lassen, seit die Entwicklung des Reviers im Jahr 2000 begann.
Schnell in der City und auf der Autobahn
Die Überseestadt zeichnet sich nicht nur durch ihr Flair und ihre Möglichkeiten aus, sondern auch durch ihre verkehrstechnische Lage. So liegt sie keine zwei Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt und ist über eine eigene Autobahnabfahrt an die Bundesautobahn A27 angeschlossen. Darüber hinaus besteht direkter Anschluss an die Bundesstraße B6 in Richtung Flughafen und an die neue Autobahn A281.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Überseestadt in nur wenigen Minuten aus der City erreichbar. Fußgänger und Radfahrer können seit Mai 2009 auf der „Schlachte“ bis zur Überseestadt flanieren und radeln.
Ein Ort zum Leben und Arbeiten
Das Überseestadt-Konzept kombiniert Arbeits- und Freizeitwelten. Ein Beispiel ist die Entwicklung am Europahafen, die bisher maßgeblich von der Justus Grosse GmbH betrieben wird. So ist der restaurierte Speicher I mit seinem Angebot an Bürolofts und Gastronomie unter einem Dach vollständig an Dienstleister und Unternehmen vermietet, die auf den 36.000 Quadratmetern ausreichend Raum für mehr als 600 Arbeitsplätze haben. Das Unternehmen hat zudem den Schuppen 2 saniert, vier so genannte Port-Gebäude errichtet und die Immobilien Newport und Portland fertiggestellt, die allesamt ebenfalls Bürolofts sowie Gewerbe- und Ladenflächen direkt am Wasser bieten.
Als zentrale maritime Meile der Überseestadt kennzeichnen den Europahafen unter anderem eine geplante Marina, die neuen Grün- und Freiflächen im direkten Umfeld sowie weitere Bauprojekte direkt am Wasser. Zu diesen Projekten gehört zum Beispiel die Sanierung des Schuppen 1, die sich zwei Investoren teilen. Hier ist beispielsweise ein Erlebnis- und Gewerbezentrum rund um die „Faszination Auto“ geplant. Neben Werkstätten, Showrooms, Gastronomie- und Eventfläche entstehen im ersten Obergeschoss der Immobilien Büro- und Wohnlofts inklusive Einstellplätzen für PKW.
Spektakulär ist das Entree zu den alten Hafenrevieren: Unter der Leitung des Stararchitekten Helmut Jahn (Murphy/Jahn, Chicago; verantwortlich unter anderem für den Bau des Sony-Centers in Berlin) entstand das höchste Haus Bremens: der „Weser Tower“. Das weithin sichtbare 22-stöckige Bürogebäude mit der EWE AG als Hauptmieter soll nach Angaben des federführenden Investors H. Siedentopf (GmbH & Co. KG) 2010 fertiggestellt werden.
Am „Weserufer“, einem 30.000 Quadratmeter großen Quartier am Europahafen, lässt die Justus Grosse Projektentwicklungs GmbH bis zum Herbst 2010 insgesamt 13 Gebäude zum Wohnen und Arbeiten am Wasser errichten. Mit dem „Landmark-Tower“ und den zwei „Flusshäusern“ werden die ersten Wohnungen in der Überseestadt realisiert. Direkt am Wasser entstehen hier Suiten und Mietwohnungen sowie 25 Eigentumswohnungen. Cafés und Ladengeschäfte runden das Angebot ab.
Offizielle Grundsteinlegung für das „Weserufer“ war im Juni 2009. Fast direkt daran schließt sich der „Überseepark“ an Hier sollen Wohngebäude, Geschäfts- und Bürohäuser, Gewerbeflächen, Restaurants und Hotels entstehen. Auch ein Park mit Freizeitangeboten für Jung und Alt ist hier in Planung.
Das Thema Arbeiten und Wohnen treibt hier besonders die Entwicklungsgesellschaft Hafenkante GmbH & Co. KG voran. Sie plant direkt am Fluss auf einer rund zwölf Hektar großen Fläche an der westlichen Spitze der Überseestadt unter anderem so genannte Kombi-Flats für Gewerbe, Dienstleistung, Freizeit und Wohnen. Das Entrée zur „Hafenkante“ soll ein sechsgeschossiges Bürogebäude für Dienstleister aus Logistik und Außenwirtschaft bilden. Für vier der zwölf Hektar wurde 2010 der offizielle Kaufvertrag unterzeichnet. Auf die verbleibenden acht Hektar hat die Entwicklungsgesellschaft eine Kaufoption.
Tradition und Moderne
Der ehemalige Sitz des Eduscho-Verwaltungsgebäudes beherbergt heute nach einer umfassenden Modernisierung Büroflächen im so genannten „Kaffequartier“ am citynahen Ende der Überseestadt. Auch die ehemalige Rösterei des Kaffeeproduzenten wurde saniert und bietet seit Mai 2009 großzügige, modern ausgestattete Bürolofts.
Die Überseestadt – ein Ort der Kontraste und unkonventionellen Verbindungen, des Neben- und Miteinanders von historischem Hafenambiente und moderner Architektur, traditionellem Gewerbe und jungen Dienstleistungsunternehmen. Der denkmalgeschützte, restaurierte Schuppen 2 am Europahafen bietet ebenerdig 10.000 Quadratmeter Fläche für unterschiedliche Unternehmen mit großem Platzbedarf. Hier ist inzwischen die traditionsreiche Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld ebenso ansässig wie moderne Inneneinrichter, unterschiedliche Beratungs- und Mediendienstleister sowie das s2-Eventloft für Partys und Großveranstaltungen.
Die auf Design spezialisierte Gruppe für Gestaltung (GfG) wiederum schuf sich in der denkmalgeschützten Industriearchitektur der alten Feuerwache am Kopf des Holz- und Fabrikenhafens ein inspirierendes Umfeld. Die Bremer Hochschule für Künste (HfK), Werbeagenturen und Dienstleister sowie gastronomische Betriebe, ein Theater und das „Hafenmuseum“ nutzen hier die 27.000 Quadratmeter des restaurierten Speicher XI. Darin ist auch das Infocenter Überseestadt untergebracht, das Besuchern eine anschauliche Möglichkeit bietet, sich vor Ort über den rasanten Wandel der alten Hafenreviere zu informieren.
Neben allen Neuerungen prägen traditionelle Branchen weiterhin den Charakter der Überseestadt. So dienen viele Speichergebäude weiterhin der Logistik und Lagerhaltung und die Roland-Mühle, Deutschlands einzige Mühle mit Seehafenanbindung hat hier ihren Sitz. Außerdem befindet sich unweit des Holz- und Fabrikenhafens der Großmarkt Bremen sowie weitere Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche.
Für die Erschließung, Vermarktung und Koordination sämtlicher Infrastruktur- und Entwicklungsmaßnahmen in der Überseestadt ist die landeseigene WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH federführend verantwortlich. Bis 2025 will sie das Gebiet vollständig entwickeln und investiert dafür rund 350 Millionen Euro an EU, Bundes- und Landesmittel in die Infrastruktur. Von 96 Hektar vermarktbarer Fläche ist inzwischen knapp die Hälfte verkauft.








