Gesundheitswirtschaft

Bremen zeigte Kompetenz für Gesundheitswirtschaft

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Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2011

Unter Federführung der WFB präsentierten sich bremische Unternehmen vom 11.-13. Mai 2011 beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin auf einem gemeinsamen Landesstand. Rund 8100 Besucher, darunter Klinikmanager, Gesundheitsunternehmer, Wissenschaftler, Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten sowie Vertreter von Politik und Verbänden nahmen an dem jährlichen Branchentreff im Berliner Congress Centrum (ICC) teil. Über 170 Unternehmen und Institutionen zeigten auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ihre Produkte und Dienstleistungen. Unter den 600 Referenten, die in über 100 Veranstaltungen Vorträge hielten, waren auch viele Bremer Experten.

Auf dem gemeinsamen Landesstand im Messeareal der Deutschen Gesundheitsregionen informierte Heike Fafflock als Vertreterin der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH in zahlreichen Fachgesprächen über die Aktivitäten der Gesundheitswirtschaft im Land Bremen. Der Träger von Seniorenpflegeheimen Bremer Heimstiftung, die Handelsgesellschaft für Gesundheitsprodukte mediLog mbH sowie der Mediendienstleister Medizinkontext traten als Logopartner auf und wirkten unter anderem bei den Expertengesprächen mit. Auf dem Gemeinschaftsstand der WFB im Mittelfoyer des ICC waren der Klinikverbund Gesundheit Nord gGmbH (GENO) und die Firma LUDES-Ingenieure GmbH als Aussteller vertreten. Auf einem Großbildschirm am Stand konnten die Besucher aktuelle Fotos von den Abrissarbeiten und dem Auftakt zum Klinikneubau an der Bismarckstraße anschauen. Insbesondere das ausgestellte Modell des Teilersatzneubaus zog viele Interessierte an.

Expertengespräch: Sektorübergreifende Versorgung

Die WFB unterstützt sektorübergreifende Netzwerkstrukturen zwischen verschiedenen Gesundheitsanbietern aus dem  ambulanten und stationären Bereich. Beispielhaft diskutierten Vertreter stationärer Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsdienstleister unter dem Titel: „Von der Fachklinik zur Zentrenstruktur: Auswirkungen für die Versorgungskette und –qualität“ während eines Expertengesprächs auf dem Bremer Landestand. Dabei erörterten sie welche Möglichkeiten eine moderne Gesundheitsversorgung bieten sollte. Welche Veränderungen werden sich durch die neuen Strukturen ergeben? wollte Moderatorin Heike Fafflock, Innovationsmanagerin bei der WFB, in diesem Zusammenhang von GENO Geschäftsführer Diethelm Hansen wissen. Früher kam ein Patient beispielsweise zu einer Operation im Bauchraum in eine Fachabteilung“, erklärte Hansen. Wenn der Patient eine weitere Erkrankung bekommen habe, sei er verlegt worden. Das sei heute nicht mehr zeitgerecht. „Heute bringen wir die Leistungen zum Patient und nicht umgekehrt“, erklärte Hansen. In so genannten Zentren seien Experten mehrerer Fachrichtungen für die Patienten da. Wenn unsere Klienten bei einem Krankenhausaufenthalt von einer Fachklinik zur anderen verlegt werden ist das ungünstig, erklärte Monika Mehring von der Bremer Heimstiftung. Die hochaltrigen Menschen in ihren Pflegeheimen könnten oft nicht äußern was sie haben und hätten mehrere Erkrankungen zugleich. „Für unsere Patienten ist es wichtig, schnell und umfassend versorgt zu werden“, betonte Mehring. Hansen bestätigte den gestiegenen Anteil hochaltriger Patienten. Daher würden zukünftig geriatrische Leistungen noch weiter ausgebaut. Christian Suwelack, Geschäftsführer der Handelsgesellschaft mediLog mbH wies auf die große Bedeutung einer guten Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln auch nach der Klinikentlassung hin. „Wir sorgen dafür, dass der Patient bei der Entlassung aus der Klinik mit Wundauflagen, Infusionslösungen, Medikamenten und allem anderen versorgt ist, was er zu Hause oder im Pflegeheim braucht“, erklärte Suwelack. Die Erfahrung aus der Kooperation mit der Bremer Heimstiftung und der GENO zeige, dass eine enge Kommunikation mit Krankenhäusern und Pflegepersonal für eine gute Versorgung und Genesung der Patienten wichtig sei. Suwelack sieht in einer koordinierten Patientenversorgung zu Hause die Zukunft.

Mobile Rehabilitation im eigenen Zuhause

Mehring setzte sich darüber hinaus für eine mobile Rehabilitation Zu Hause ein: „Immer mehr Menschen, finden sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht mehr alleine zurecht.“ Sie brauchen eine Rehabilitation Zu Hause. In Kooperation mit der GENO hat die Bremer Heimstiftung daher ein innovatives Geschäftsmodell gestartet und im Mai 2011 eine Firma unter dem Namen ‚Mobile Reha Bremen GmbH’ gründet. Das Konzept sieht die Versorgung frisch entlassener Patienten durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physio-, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und Rehaberatern vor. Dabei sollen die Patienten nach Möglichkeit von den gleichen Mitarbeitern betreut werden, die sie bereits vom Aufenthalt in der Klinik kennen. Insgesamt sei das Ziel, durch eine gute Kommunikation und sektorübergreifende Zusammenarbeit  eine frühzeitige Entlassung aus dem Krankenhaus zu ermöglichen, Komplikationen bei der Überleitung aus der Klinik zu vermeiden sowie die Mobilität und Selbständigkeit der Menschen frühzeitig wiederherzustellen beziehungsweise zu erhalten, erklärte Mehring im Anschluss an das Expertengespräch auf dem Hauptstadtkongress.

Bremer  Gesundheitskompetenz in Vorträgen demonstriert

Darüber hinaus demonstrierte Bremen seine Kompetenz auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft auch im Rahmen vieler Fachvorträge und Workshops des Hauptstadtkongresses, bei denen Experten aus Bremen als Moderator oder Referent auftraten. So beteiligte sich beispielsweise Dr. Hermann Schulte-Sasse Staatsrat bei der Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit Jugend und Soziales an der Diskussion über die Sanierungsstrategie von Krankenhäusern. Professor Dr. Stefan Görres sowie Professor Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen referierten über gegenwärtige Herausforderungen und neue Lösungen für die Zukunft in der Pflege. Valeska Dünzelmann vom Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser e.V. stellte innovative Ansätze zur außerklinischen Versorgung vor. Professor Dr. Norbert Wrobel von der GENO hielt einen Vortrag zu DRGs und Altersmedizin und Professor Dr. Bernd Mühlbauer stellte in seinem Vortrag Kriterien zur Bewertung von Medikamenten vor. Weitere Referenten aus Bremen informierten über Krankenhausorganisation, integrierte Versorgung, Pflege und andere Themen. Auch in mehreren Veranstaltungen unter Organisation des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR) waren Vertreter aus Bremen präsent. So stellte GENO Geschäftsführer Dr. Diethelm Hansen in einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Versorgungsdesign-Systemlösungen-Patienten-Orientierung: Best Practice aus den Gesundheitsregionen“ gute Ansätze und Entwicklungen aus Bremen vor.

Resümee des diesjährigen Hauptstadtkongresses

Abschließend zog GENO Geschäftsführer Hansen auch eine positive Bilanz für die diesjährige Veranstaltung: „Bremen kann sich auch im bundesweiten Vergleich mit seinen Initiativen auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft sehen lassen und begegnet den anderen Gesundheitsregionen auf Augenhöhe“, lautete seine Einschätzung auf dem Bremer Gemeinschaftstand am Ende des Hauptstadtkongresses. Der nächste Hauptstadtkongress findet vom 13. bis 15. Juni 2012 erneut im ICC, Berlin statt. Weitere Informationen zum zurückliegenden und zum nächsten Hauptstadtkongress finden Sie auch im Internet unter:www.hauptstadtkongress.de (RiHa).


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