Gesundheitswirtschaft

Aus der Wissenschaft: Institut für Public Health und Pflegeforschung

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Machbarkeitsstudie für neue und innovative Strukturmodelle in der Pflegeausbildung

In den letzten Jahren werden im Rahmen der Modellklausel in den pflegerischen Berufsgesetzen verschiedene für Deutschland innovative Strukturmodelle der Pflegeausbildung erprobt. Dazu gehören die Zusammenführung der bisher nach Alter getrennten Bildungsangebote zu integrativen oder generalistischen Ausbildungsmodellen oder die Einrichtung von primärqualifizierenden Studiengängen an Hochschulen, die in den meisten Fällen durch unterschiedlich geartete Kooperation mit Fachschulen nicht nur zum staatlichen Pflegeexamen, sondern auch zu einem Bachelorabschluss in Pflegewissenschaft führen. Mit dem Ziel der Professionalisierung der Pflegepraxis, der langfristigen Sicherung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung u.a. durch neue Formen der Kooperation zwischen Medizin und Pflege und der Vereinheitlichung der europäischen Bildungssysteme ist die Akademisierung eines Teils der Pflegeerstausbildung derzeit eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Während die Pflegeerstausbildung international zum Teil bereits seit vielen Jahrzehnten fest an den Universitäten verankert ist, findet sie in der Bundesrepublik zur Zeit noch fast ausschließlich an Berufsfachschulen statt. Einen neuen Impuls für die Weiterentwicklung der Pflegebildung gibt das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz. Darin wird erstmals die Option eröffnet, dass Pflegende mit entsprechender Zusatzqualifikation im Rahmen von Modellvorhaben auch heilkundliche Aufgaben übernehmen dürfen.

Dieser neue gesetzliche Rahmen stellt insofern eine bedeutsame Chance für die Professionalisierung der Pflege dar, als Pflegende durch die erweiterte Kompetenz erheblich größere Spielräume für eigenverantwortliche Entscheidungen erhalten können. Mit der Festlegung der hierfür in Frage kommenden heilkundlichen Tätigkeiten, hat der Gesetzgeber den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, der bis Oktober diesen Jahres ein Ergebnis vorlegen soll.

Die Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales hat den Impuls dieser gesetzlichen Reformen aufgegriffen und setzt sich für die Einrichtung eines primärqualifizierenden Pflegestudiengangs an den Bremer Hochschulen, der außerdem die Vermittlung erweiterter Kompetenzen integriert, ein. Für Anfang 2010 ist die Veröffentlichung der Ergebnisse geplant.

Kontakt: Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Abt. Qualifikations- und Curriculumforschung, darmann@uni-bremen.de

 


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